Die Wissenschaft vom Wegschmeißen

Als ich klein war, war das Entsorgen noch einfach: freitags wurde der Mülleimer abgeholt, für Pflanzenabfälle gab’™s hinterm Haus den Komposthaufen, die ’žMiste’œ, und fertig war die Laube.

Heute die ganze Müllwirtschaft auf umweltfreundliche Weise durchorganisiert, worüber ich ja auch froh bin. Aber jetzt ist das Wegschmeißen geradezu zur Wissenschaft geworden. Man muss genau wissen, was in den Biomüll, den Gelben Sack, den Papiercontainer und den Hausmüll darf, was Sperrmüll, Problemmüll und Elektronikschrott ist ’“ und nicht zuletzt, was wann wo abgeholt oder hingebracht werden muss.

Eine geschlagene Stunde habe ich am ersten Januar damit zugebracht, die unseren Haushalt betreffenden Mülltermine in Schönschrift in meinen Wandkalender zu übertragen. Schließlich soll das Kalenderbild nicht durch schlampige Schrift oder Korrekturen beeinträchtigt werden. Man muss es ja einen ganzen Monat lang angucken. Passiert ist es doch. Es ist ja auch nicht einfach!

Erst galt es herauszufinden, zu welcher Abholungszone wir neuerdings gehören, weil davon die Abholtermine abhängen. Widersprüchliche Informationen im Gemeindeblättchen trugen nicht unbedingt zur Vereinfachung des Verfahrens bei. Gut, jetzt weiß ich’™s: Wir wohnen westlich einer bestimmten Grenzlinie und gehören damit zur Zone zwei. Das heißt, der Müll wird freitags abgeholt. Der Hausmüll, wohlgemerkt, wobei beim Übertragen der Termine noch darauf zu achten ist, ob man vierzehntägige oder vierwöchige Leerung hat. Alle zwei Wochen holen sie freitags noch den Biomüll, es sei denn es ist Sommer. Von Anfang Juni bis Ende August holt die Entsorgungsfirma den Stinker dankenswerterweise im Wochenrhythmus ab. Alle vier Wochen kommt freitags die Altpapiertonne dazu, wobei der vierwöchige Altpapierrhythmus nicht mit dem vierwöchigen Hausmüllrhythmus identisch ist. Und wenn irgendwie ein Feiertag ist, dann verschiebt sich alles um einen Tag nach hinten.

Uff! Und wenn ich dann noch die Gläschen von der Leberwurst, der Marmelade und dem Griebenschmalz in die Spülmaschine stelle, nur damit man sie porentief rein zum Wegschmeißen in den Glascontainer bringen kann, frage ich mich schon manchmal, ob wir alle noch ganz sauber sind.

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