Edmund Schauer: Agent TQ -“ Die Zeitfalle. Das dritte Abenteuer des cleveren Siamkaters

Edmund Schauer: Agent TQ – Die Zeitfalle. Mit über 100 schwarz-weiß-Abbildungen und rund 90 Fußnoten, A-Zillingdorf 2006, erschienen im Selbstverlag, ISBN: 3-200-00560-2, 244 Seiten, flexibler Einband, Format 15 x 20,8 x 1,6 cm, EUR 12,90. Zu beziehen im Buchhandel oder direkt beim Autor: http://www.ATQ.at. Ein Jugendbuch, das auch Erwachsenen gefallen wird.

Dass der Spiele-Fabrikant und Erfinder Carl Walter Briggs die Agenten der Regierungs-Organisation COBRA kennt, wissen die Leser der Reihe bereits aus Band 1 und 2. Jetzt braucht er dringend ihre Hilfe und ihre Erfahrung in Sachen Verbrechensbekämpfung: Sein Forschungslabor wird bespitzelt – und dort gibt es entschieden mehr zu stehlen als nur neue Spiele-Ideen. Denn der Erfinder arbeitet nebenbei noch an einem geheimen Projekt, das unter gar keinen Umständen in falsche Hände gelangen darf.

Agent TQ, der clevere Siamkater, und sein menschlicher Kollege, der Elektronik-Spezialist Edi Cooper, nehmen sich des Falls an. Mit allen Mitteln versuchen sie, die Werksspione auszutricksen. Ein Motorrad fahrender Agenten-Azubi als Mittelsmann, eine versteckte Kamera, tote elektronische Briefkästen, ein steinernes Passwort und konspirative Treffen im Café eines Kaufhauses spielen dabei eine wichtige Rolle.

Nun erfahren die beiden Agenten auch, welche brisante Erfindung es zu schützen gilt: Das SKYCAR, ein Fluggerät der Zukunft. Ein Senkrechtstarter mit Tarnfunktion und einem ganz besonderen Zusatznutzen: Das Flugzeug kann auf Knopfdruck einige Sekunden in die Zukunft und in die Vergangenheit springen.

Kein Wunder, dass sich die Unterwelt für die Forschungen des Herrn Briggs interessiert!

Trotz aller Bemühungen können die COBRA-Agenten nicht verhindern, dass C. W. Briggs entführt wird. Dafür wissen sie nun, mit wem sie es auf der gegnerischen Seite zu tun haben: mit einem alten Bekannten, dessen wahren Namen niemand kennt. Er nennt sich “Colonel Priamos”, ist Chef des “Trojanischen Ordens”, einer mächtigen Verbrecherorganisation, und den COBRA-Agenten bereits einmal entwischt. Geld ist für den Colonel und seine Leute kein Thema – sie drucken es einfach selber. Und auch sonst haben sie in allem die Finger drin, was illegal ist und Gewinn verspricht.

Die Vorstellung, dass Briggs’ Erfindungen diesen Verbrechern in die Hände fallen könnten, ist einfach ungeheuerlich. Das muss unbedingt verhindert werden. Und Agent Cooper hat auch schon eine Idee: Vielleicht kann man ja die Entführung verhindern oder zumindest aufschlussreiche Informationen darüber gewinnen, wenn man mit der Zeitsprungfunktion des SKYCAR zum Augenblick des Geschehens zurückreist?

Zusammen mit Agent TQ macht Cooper sich auf den Weg in Briggs’ Labor. Für ihn als ausgebildeten Piloten ist es eine Kleinigkeit, das SKYCAR startklar zu machen. Und schon sind sie damit in der Luft.

Was die Agenten nicht wissen: Kurz vor seiner Entführung hat Briggs noch an dem Zeitmanipulator gearbeitet, kam aber nicht mehr dazu, die Veränderungen zu dokumentieren. Die Zeitsprünge betragen nun nicht mehr Sekunden … sondern Jahre! Als Edi auf den Knopf drückt, katapultiert er sich und seinen kätzischen Kollegen zurück ins Jahr 1943 und mitten hinein in einen Bombenangriff. Mit dramatischen Folgen für das SKYCAR.

Schlagartig wird den beiden Agenten klar: Sie sind in der Vergangenheit gestrandet!

Werden Agent TQ und Edi Cooper das Flugzeug wieder flott bekommen und den Weg aus der Zeitfalle finden? Werden Agentin Shirin Lennox und ihre Katze Snofru die Hinweise aus der Vergangenheit richtig deuten? Gelingt es den COBRA-Agenten, den Erfinder Briggs aus den Fängen des Trojanischen Ordens zu befreien? Und geht ihnen der verbrecherische Colonel dieses Mal ins Netz?

Wenn TQ und Edi Cooper mit ihren elektronischen Gerätschaften loslegen, können James Bond, McGyver und das A-Team einpacken. Dabei merkt man stets, dass der Autor weiß, wovon er schreibt. Technisch Machbares wird einleuchtend erklärt, und auch das Phantastische liegt noch so nahe an der Wirklichkeit, dass es plausibel wirkt. Erleichtert denkt man sich dann und wann, wie gut es doch ist, dass der Verfasser seine raffinierten Spionagetechniken in den Dienst einer spannenden Detektivgeschichte stellt und nicht anderweitig verwertet. Mit diesen Kenntnissen wäre er ein gefährlicher Mann.

Was die Agenten in diesem Buch so sympathisch und liebenswert macht: Es sind keine übermenschlichen Superhelden, sondern sie haben einen Alltag und kleine, nur zu vertraute Schwächen. Sie haben Angehörige und Freunde, die nicht immer Verständnis für ihr berufliches Engagement aufbringen. Sie sind mit Haushalt und Garten beschäftigt … und büßen ihre Leidenschaft für gutes Essen mit kleinen Gewichtsproblemen.

Auch sind nicht alle ihre Einfälle durchweg genial. Die Sache mit dem “Trojanischen Pferd” – als Edi und TQ sich in einer Kiste per Kurier in Briggs’ Büro schmuggeln lassen –, wird ums Haar zu einem Debakel. Und auch die Tarnvorrichtung des Dienstwagens lässt noch Raum für Verbesserungen: Alles wird unsichtbar, nur die Rücklichter nicht. Der Leser grinst und freut sich, und die Agenten nehmen ihre Pannen mit Humor.

All die großen Helden aus Kino und Fernsehen haben sicher noch nie über Schwierigkeiten mit der Ausrüstung geklagt, sich über Speckröllchen geärgert oder darüber, dass ihnen die Hühner die Gartenarbeit zunichte machten. Hier aber sind die Hauptpersonen Menschen wie du und ich, unterstützt von ihren intelligenten tierischen Gefährten.

Durch die zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen der Autor zusammen mit Freunden und Bekannten einzelne Szenen aus dem Roman nachstellt, rücken die Personen dem Leser noch näher. Man wird durch diese Momentaufnahmen gleichsam Augenzeuge der geschilderten Ereignisse.

Und während die Agenten ihren spannenden Fall aufklären, kann man auch noch einiges lernen. Nicht nur als jugendlicher Leser, sondern auch als Erwachsener. Man erfährt allerlei über Licht und Zeit, über Flugzeuge und Aerodynamik, Abhöranlagen und Geheimschriften, Mobilfunk, Satelliten und Computer … Wie viele Jahre nutze ich schon das Internet ohne mir je Gedanken darüber gemacht zu haben, woher der Begriff kommt! In einer der Fußnoten dieses Buchs wird es erklärt.

Helden mit Humor, Spannung ohne rohe Gewalt und eine wohldosierte Vermittlung von Wissen – dieses Buch lässt keine Wünsche offen. Außer natürlich den Wunsch nach Band 4 …

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