Herbert Friedmann, Tina Zang: Trapped -“ In der Falle

Trapped ’“ In der Falle: Mäusejagd auf Deutsch und Englisch

Herbert Friedmann, Tina Zang: Trapped ’“ In der Falle. An Adventure in English. Zweisprachiger Kinderkrimi, ab 10. Mit Illustrationen von Anette Kannenberg, München 2005, Langenscheidt KG, ISBN: 3-468-20434-5, 128 Seiten, Taschenbuch, Format 11 x 18 x 0,7 cm, EUR 5,95

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Der Vater des zwölfjährigen Rick hat eine Gastprofessur an der Universität in Oxford, und so zieht die ganze Familie für ein Jahr in eine englische Reihenhaussiedlung. Der Junge findet es dort ziemlich langweilig ohne seine Freunde und ohne den FC Hansa Rostock.

Das mit der Langeweile erledigt sich schnell, als er im nahe gelegenen Einkaufszentrum die gleichaltrige Jessica trifft, deren Familie dort eine Pizzeria betreibt. Das Mädchen ist gerade auf der Flucht vor einer Maus. Rick fängt die Maus ’“ als Sohn einer Tierpsychologin ist er schließlich den Umgang mit Tieren gewohnt ’“ und bringt sie auf Jessicas Anraten zum Sicherheitsdienst. Dort erfahren die beiden Ungeheuerliches: Im Haus gibt’™s eine regelrechte Mäuseplage. Ein Unbekannter setzt ständig weitere Tiere aus. Es gibt sogar einen Erpresserbrief! Wenn der Maus-Aussetzer nicht bald geschnappt wird, wird das Gesundheitsamt das Einkaufszentrum schließen. Wer steckt dahinter? Rick und Jessica beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen.

Bei ihren Ermittlungen haben die beiden mit ihren ganz persönlichen Handicaps zu kämpfen: Jessica hat Angst vor Mäusen und engen Räumen. Rick ist mit einem lausigen Orientierungssinn geschlagen und verirrt sich ständig. (Seine Eselsbrücken, mit deren Hilfe er sich den Weg zum Einkaufszentrum merkt, sind zu köstlich!) Als weiteres Handicap erweisen sich die Sicherheitsleute des Einkaufszentrums, allen voran der ruppige Daniel. Sind ihnen die jungen Hobbydetektive nur lästig oder haben sie etwas zu verbergen? Je intensiver sich Rick und Jessica mit dem Fall beschäftigen, desto mehr Verdächtige finden sie. Und dann geht alles Schlag auf Schlag …

Erzählt wird auf Deutsch, die Gespräche werden, weil es sich aus der Geschichte heraus so ergibt, größtenteils auf Englisch geführt. So lernt man ganz nebenbei neue Wörter und entwickelt ein gutes Sprachgefühl. Wer schon ungefähr zwei Jahre Englisch gelernt hat, kann mit Rick und Jessica auf Mäusejagd gehen. Bei eventuellen Unklarheiten hilft der Blick auf die Vokabelangaben unten auf jeder Seite garantiert weiter.

Der Leser lernt hier auf überaus unterhaltsame Weise lebensnahe Vokabeln, die er im Alltag gut gebrauchen kann. Das coolste Wort von allen ist allerdings ebenso originell wie unnütz: ’žmice cubes’œ ’“ Mauswürfel. Für tiefgefrorene Mäuse in Würfelform hat man im täglichen Schülerleben eher weniger Verwendung. (Obwohl …) Aber das ist ja auch keine todernste Schullektüre, sondern eine höchst vergnügliche Kriminalgeschichte. So macht Englischlernen Spaß!

Wer Tina Zangs zweisprachigen Kinderkrimi ’žPanic on the Set ’“ Panik am Set’œ gelesen hat, wird Ricks Vater wiedererkannt haben: Der weißhaarige Professor Jeremias Wuddel war dort als Filmstatist tätig. Wenn es auch in Zukunft so ist, dass immer eine der Nebenfiguren aus dem aktuellen Buch zu einer wichtigen Person im nächsten wird, dann dürfen wir schon jetzt gespannt sein, wen wir bald wiedersehen werden. Mein Wunschkandidat steht jetzt schon fest: Nathan Olivander, der herrlich spleenige Sohn von Ricks englischen Nachbarn, der mit Hingabe seine Sprach-Marotten pflegt und an manchen Tagen ausschließlich in Gedichtform spricht …

Herbert Friedmann, geboren 1951 in Groß-Gerau, ist seit 1977 freiberuflicher Schriftsteller. Von ihm sind zahlreiche Kinder- und Jugendbücher erschienen. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen und Stipendien erhielt er 1983 den Hans-im-Glück-Preis.

Tina Zang wurde 1960 in Backnang (bei Stuttgart) geboren. In Heidelberg studierte sie Physik und Sprachen, arbeitete für ein Übersetzungsbüro und machte sich schließlich als Autorin selbständig. Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Land und schaut beim Schreiben ins Grüne. Unter dem Namen Christine Spindler schreibt sie Krimis für Erwachsene, die zum Teil in den USA erscheinen.

Mehr über die Arbeit der Illustratorin Anette Kannenberg erfährt man hier: http://www.nedde.de

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