Tina Zang: THE MYSTERY OF THE STRAY DOG /DAS RÄTSEL UM DEN STREUNER

The Mystery of the Stray Dog /Das Rätsel um den Streuner’“ ein zweisprachiger Kinderkrimi

Tina Zang: THE MYSTERY OF THE STRAY DOG /DAS RÄTSEL UM DEN STREUNER. An Adventure in English, Zweisprachiger Kinderkrimi, 10 ’“ 12 Jahre, München 2005, Langenscheidt-Verlag, ISBN: 3-468-20439-6, 128 Seiten, Taschenbuch, schwarz-weiß-Illustrationen von Anette Kannenberg, Format 11 x 18 x 0,8 cm, EUR 5,95

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Emma hat’™s gut. Die zwölfjährige Tierarzttochter fliegt mit ihrer Mutter nach London, um dort ihre Freundin Fenny und deren Mutter zu besuchen. Die Väter und Söhne der beiden befreundeten Familien verbringen derweil den Urlaub gemeinsam in Deutschland.

Wer glaubt, dass das in England nun ein langweiliges Damenkränzchen wird, kennt Emma und Fenny nicht! Schon beim ersten Ausflug ins Grüne nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Da nützt es auch nichts, dass die Mütter den beiden Mädchen den ängstlichen Cousin Steve als Aufpasser mitgeben. Die beiden Tiernärrinnen finden einen riesigen verlassenen Hund und nehmen ihn kurzerhand mit nach Hause.

Zum Glück trägt das Tier ein Halsband mit der Telefonnummer der Besitzer, und weil die beiden alten Damen, denen der Ausreißer gehört, kein Auto haben, bringen die Mütter und die Kinder Hund ’žKen’œ persönlich nach Hause. Sie bleiben gleich zum Essen und erzählen arglos den neugierigen Gastgeberinnen von ihren Plänen für die kommenden Urlaubstage.

Hätten sie das vielleicht lieber lassen sollen? Denn als sie am nächsten Abend von einem Konzert zurück kommen, ist ihre Wohnung ausgeraubt worden, und die Einbrecher sind offensichtlich mit einem Nachschlüssel in die Wohnung gekommen. Stecken Jane und Miranda, die beiden alten Damen, dahinter? Die Kinder sind überzeugt davon, aber niemand will ihnen glauben.

Erst in dem Ex-Polizisten Frederick Terry finden sie einen Verbündeten. Er lässt Nachforschungen über Jane und Miranda anstellen. Doch dann muss er für ein paar Tage nach Dublin, und bis zu seiner Rückkehr wollen Emma, Fenny und Steve nicht warten. Sie observieren die beiden Verdächtigen auf eigene Faust. Doch das erweist sich sehr schnell als Schnapsidee …

Wie das Konzept ’žzweisprachiger Kinderkrimi’œ funktioniert, dürfte mittlerweile bekannt sein, da es schon einige Bände der Reihe gibt: Die Geschichte wird auf Deutsch erzählt, und die Dialoge werden, wie es auch richtigen Leben wäre, auf Englisch geführt. Wer ungefähr 3 Jahre Englisch gelernt hat und rund 1000 Vokabeln beherrscht, kann der Geschichte gut folgen. Sollte doch einmal ein Wort unklar sein: Unten auf den Seiten gibt es jeweils Vokabelangaben, die die Begriffe erklären.

Der Leser wächst langsam ins Englische hinein. Erst spielt die Geschichte in Deutschland und wird dementsprechend ausschließlich auf Deutsch erzählt. Nach und nach kommen immer mehr englisch sprechende Figuren dazu, bis sie und die englischen Dialoge in der Überzahl sind. Aber da ist die Geschichte schon so spannend, dass man das gar nicht mehr registriert. Das ist eine sehr unterhaltsame und natürliche Form, eine Fremdsprache zu lernen. Man lernt und merkt gar nicht, dass man es tut.

Das Personal in dem Krimi ist so skurril-sympathisch wie man es von Tina Zang gewöhnt ist: Mama Gitte mit dem Einkaufsfimmel, die schlanke Emma, deren erklärtes Hobby das Essen ist, und Jammerlappen Steve, der für Emmas Begriffe genau das richtige Hobby hat: kochen. Die Berliner Illustratorin Anette Kannenberg setzt die Figuren witzig und gekonnt in Szene und versteckt immer wieder nette kleine Gags und Details in ihren Zeichnungen.

So eine spannende und witzige Schullektüre hätte ich mir als Kind auch gewünscht. Uns quälte man leider noch mit gänzlich spaßfreien Werken. Schön, dass es die Schüler heute in dieser Hinsicht besser haben!

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