Wolfgang Brenner: Bollinger und die Friseuse. Ein Grenzfall

Wolfgang Brenner: Bollinger und die Friseuse. Ein Grenzfall

* Verlag: Dtv (April 2007)
* Broschiert: 233 Seiten
* ISBN-10: 3423245794
* ISBN-13: 978-3423245791
* Preis: EUR 12,-

Über den Autor
Wolfgang Brenner, geb. 1954 in Quierschied/Sar, lebt als freier Journalist und Autor in Berlin und im Hunsrück. ’žBollinger und die Friseuse’œ ist der erste Band einer Reihe von ’žGrenzfällen’œ, die Felix Bollinger in dem fiktiven deutsch-französischen Grenzort Schauren zu lösen hat.

Klappentext
Eigentlich ist Schauren ja viel zu klein für Felix Bollinger. Auf der linken Seite der Hauptstrasse eine Boulangerie, ein winziger SupermarchË und ein paar heruntergekommene Läden, auf der rechten schmucke Häuser mit farblich darauf abgestimmten Geranien, ein Baumarkt mit einem Parkplatz so groß wie ein Fußballfeld und sogar ein Aldi.

Jahrelang haben sich Franzosen und Deutsche darum gestritten, welcher Nationalität der Revierleiter der dortigen europäischen Polizeistation haben soll. Nun endlich hat man sich geeinigt und Felix Bollinger in den verschlafenen Grenzort versetzt.

Nach einer tödlichen Panne muß die große Hoffnung des höheren Polizeidienstes leider wieder von unten anfangen. Und das mit zwei verschrobenen Dorfpolizisten an seiner Seite, unter denen bisher die Anarchie geblüht hat.

Ein Glück, daß in der deutsch-französischen Doppelgemeinde bisher kaum etwas passiert ist. Belastbar ist Felix Bollinger nämlich auch nicht, und da er seine berufliche Kompetenz vor allem durch Lektüre erworben hat, ist er in der praktischen Polizeiarbeit etwas hilflos. Anfangs glaubt er noch, mit der Dorfbevölkerung klarzukommen. Angespornt von Lotte, der betörenden Gattin des mächtigen Bürgermeisters Pierre Brück, tappt er jedoch in die unsichtbaren Fallgruben der Provinz, als er sich in den Kopf setzt, den Fall des Friseurs Georges Niederbronn noch einmal aufzurollen, der sich an seinem minderjährigen Lehrmädchen Lydia vergriffen haben soll.

Meine Meinung
Ich habe noch nie von Wolfgang Brenner gehört oder gelesen, doch der Klappentext hört sich mal nach etwas anderem an als das Übliche und so habe ich mich neugierig auf das Experiment der ’ždeutsch-französischen Polizeistation’œ eingelassen. Seltsam sind die Leute da. Voller Vorurteile. Aber jenseits der Grenze sieht es auch nicht anders aus. Auch der nächste Ort, Ramwiller, ist nicht besser. Noch dazu sehen die Schaurener mit Abscheu auf die Ramwillerer hinab ’“ und natürlich umgekehrt. Aber gut, sowas kenne ich ja gut aus der alten ’žStädtefreundschaft’œ Nürnberg ’“ Fürth.

Bollinger kommt nach einer von ihm verursachten tödlichen Einsatzpanne ’“ sozusagen als Strafversetzung nach Schauren. Und es ist weiß Gott eine Strafe, dorthin zu kommen: seine beiden neuen Kollegen, die dort bereits Dienst schieben, sind genauso verschroben und eigenwillig ’“ auch in ihrer Dienstauffassung ’“ wie die anderen Einwohner. Noch dazu hatte sich einer der beiden selbst Hoffnungen auf den Posten des Revierleiters gemacht. Kein leichter Einstand für Bollinger, der von der ’žechten’œ Polizeiarbeit auf der Straße nicht allzuviel Ahnung zu haben scheint.

Der Fall selbst ist ein wenig verworren ’“ nichts scheint erst so, wie es ist ’“ und am Ende sieht alles gaaaaanz anders aus. Eigentlich ist dieser Krimi kein wirklicher Krimi, denn der Ermittlungsarbeit des kuriosen Trios werden immer wieder ihre Grenzen gesetzt. Dennoch kommt es am Schluß zu einem doch etwas unerwarteten Ergebnis. Doch das müßt ihr bei Interesse schon selbst nachlesen.

Ein unterhaltsames Buch, kein wirklicher Krimi meines Erachtens nach, aber wenn es der Einstieg in eine Reihe um Bollinger und seine chaotischen Kollegen ist, dann ist was wiederum in Ordnung so. Jetzt kennt man die Schaurener und weiß, was man von ihnen zu erwarten hat. Hoffentlich weiß das auch Felix Bollinger.

Rezensentin: Batcat

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.buechereule.de

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