Ein Todesfall und eine Katzen-Adoption

Das ist noch keine ausgearbeitete Geschichte, nur mal ein Protokoll, damit ihr Bescheid wisst, was bei uns daheim derzeit so los ist. Tierischer Wahnsinn im Alltag, sozusagen.

Donnerstag, 31. Mai 2007:
Blacky hat einen Tierarzttermin. Seit rund einem Jahr hat er immer wieder Malheur mit Entzündungen im Maul. Wenn die Viecher halt mal als Kind Katzenschnupfen gehabt haben, ist da immer was. Das war mit unserem Smokey damals kein Haar anders. Der hatte ewig Malheur mit den Zähnen.

Anfangs gingen wir alle 2 Monate deswegen mit Blacky zum Tierarzt, Spritze abholen, jetzt müsste man beinahe wöchentlich. Er sabbert, frisst schlecht und ist einfach übel beeinander. Jetzt müssen die maladen Zähne raus.

Also … über Nacht beim Tierarzt einrücken, ’žausnüchtern’œ, am Freitag Früh wird er dann in Narkose gelegt und die schlechten Zähne kommen raus.

’žBald hast du’™s hinter dir’œ, sag ich am Donnerstag Früh noch zu ihm. Aber so hatte ich es nicht gemeint.

Freitag, 1. Juni 2007:
Gerhard ist daheim, ich bin im Büro, also holt er den operierten Kater vom Tierarzt.

Als ich gegen 16 Uhr daheim einrücke, ist Blacky noch nicht da. Ich sehe den AB blinken und höre einen Anruf von 9 Uhr morgens ab. Die Tierärztin ist’™s, die dringendst um Rückruf bittet. Au weh, denke ich, das hört sich gar nicht gut an.

Schon kommt Gerhard ’“ mit Transportkorb, aber ohne Blacky. Ich bin nicht besonders überrascht. Nach dem Anruf hatte ich mit dem Schlimmsten gerechnet.

Es waren nicht die Zähne. Blacky hatte einen Tumor am Zungengrund und wäre in Kürze daran erstickt. Man konnte nichts mehr tun, die unsere Tierärztin, bei der wir schon sehr lange mit unseren Viechern sind, und der wir vertrauen, riet uns, den Kater einschläfern zu lassen.

Unnütz leiden lassen wir keines unserer Tiere. Also musste Gerhard zum zweiten Mal innerhalb von anderthalb Jahren einen unserer Kater einschläfern lassen. Auch wenn es ihn sehr mitnimmt, er bleibt bei ihnen, bis es wirklich vorbei ist. Das sei er seinen Tieren schuldig, sagt er.

Nun ist von der alten Katzengarde gar keiner mehr da. Dusty ist 2004 gestorben, genau an meinem Geburtstag, Rocky im März 2006, und jetzt auch noch unser ’žLavakater’œ, der kanarische Blacky.

Nun haben wir nur noch Cooniebert. Wäre ich den ganzen Tag daheim, würde ich ihn als Einzelkatze halten. Aber wir sind beide berufstätig, da ist das gar zu fad für ihn.

Ein neuer Gefährte muss her. Der Versuch, einen kleine Hauskater zu adoptieren, der im örtlichen ’žGemeindeblättle’œ ausgeschrieben ist, scheitert an einem Kommunikationsproblem der dortige ’žDosenöffner’œ. Die Tochter des Hauses sagt uns das Tier zu, doch ehe es zur Abholung kommt, hat die Mutter es an jemand anderen vergeben.

Und Gerhard will sowieso lieber wieder einen Coonie. Da fällt mir die schön gestaltete Seite http://www.merryborn.de ein … vielleicht haben die noch Kätzchen frei?

Und tatsächlich: Ein rotes Katerchen ist noch zu haben: Yannick, vier Monate alt.

Unsere eigenen Fotos von Yannick sind bis jetzt noch unbearbeitet auf dem Rechner, ich nehme mal welche von der Züchterhomepage:

Samstag, 2. Juni 2007
Juhu, mein ’žBewerbungsschreiben’œ hat eingeschlagen, wir fahren morgen, Sonntag, nach Bernhausen um die Kätzchen zu begutachten – und ein Stückweit auch unsere Katzenhaltereignung begutachten zu lassen. Die Züchterin sagt uns am Telefon, wir würden den Kater aber nicht gleich mitnehmen können, das mache sie nicht. Sie würde sich gern erst vor Ort davon überzeugen, wo er hinkommen soll.

Es fühlt sich bisschen an wie Adoptionsvorbereitungen eines Menschenkinds. Aber im Grunde ist es das ja auch so etwas in der Art, und ich kann ihre Vergewisserungsmaßnahmen sehr gut verstehen. Ich wäre an ihrer Stelle genauso besorgt und gewissenhaft.

Sonntag, 3. Mai 2007:
Wir setzen uns also morgens in den Bus und gondeln nach Bernhausen. Am Ziel angekommen, sind wir von den Merryborns total begeistert. Ach, ist das schön, so viele Coonies! In allen möglichen Farben und Fellzeichnungen. Und so lebendig und verschmust! Und Yannicks Vater, so ein Trumm Kater, was für ein Prachtkerl! Die Mama ist ganz klein und zierlich dagegen.

Wir reden über die Katzenhaltung, und nach einer Stunde ist klar: Wir nehmen Yannick. Und wir kriegen ihn auch gleich. Unsere Tierverrücktheit und meine Referenzen in Gestalt meiner Artikel über Katzen bieten wohl Sicherheit genug. Wir erledigen die notwendigen Formalitäten.

Die Züchterin schnappt einen Kennel, verabschiedet sich von ihrem Yannick: ’žSei lieb und mach mir bloß keine Schande, Bub’œ, drückt ihn nochmals ganz zärtlich und setzt ihn dann in Transportbox. Sie fährt uns nach Hause.

Außer, dass unsere Räumlichkeiten kleiner sind als ihre, ist es bei uns so ähnlich, wie Yannick es gewöhnt ist: Eine Wohnung mit vielen Büchern, kätzischer Gesellschaft und einem eingezäunten Balkon, der einen schönen Blick auf einen großen Garten mit Wiese und riesigen Bäumen bietet.

Sie entlässt Yannick aus dem Kennel und er flitzt unter den Fernsehsessel. Cooniebert nähert sich ihm neugierig. Yannick hat Angst in der neuen Umgebung, er knurrt und faucht …

Montag, 4. Juni 2007:
Bis gegen 16 Uhr saß Yannick gestern unterm Sessel, knurrte und fauchte, wenn Cooniebert mit ihm Kontakt aufnehmen wollte. Danach erkundete er frech die Wohnung, auch den Balkon. Das hat Coonie nicht so arg gepasst. Er schnappt ihn manchmal im Genick. Aber der Kleine wehrt sich. Rennt ihm dann aber gleich wieder hinterher.

Und beim Fressen ist er sowieso viel schneller als Cooniebert. Bis der sich dreht, sind die besten Bissen schon in Yannick verschwunden.

Sie streiten, sie spielen, sie rennen einander nach. Und Coonie schleckt den Kleinen auch ab. Es war die halbe Nacht Remmidemmi, und ich hoffe, dass es eine gute Idee war, sie heute alleine wurschteln zu lassen, während wir bei der Arbeit sind. Für einen Moment erwog ich, Yannick ins Wohnzimmer zu sperren und Coonie in den Rest der Wohnung, aber ich glaubte heut Früh, das sei nicht nötig.

Wenn wir heimkommen und es muss renoviert werden, dann war das eine Kateridee. 😀

Am Nachmittag wissen wir mehr.

Yannick lag ja schon am ersten Abend bei uns auf der Couch und ließ sich schnurrend kraulen. Wenn er sich mit unserem Cooniebert noch über die Rollenverteilung einig wird, kann nichts mehr schiefgehen.

Ich geh schon überall im Internet damit angeben, dass wir jetzt zu unserem silbernen Katzenschatz noch einen Goldschatz haben – einen echten „von“ mit Stammbaum.

Fotos folgen, wir haben bisher, noch alle in der Kamera. Wir sind gestern vor lauter Katzengucken nicht mehr zum Herunterladen gekommen.

Dienstag, 5. Juni 2007:
Neues von der Katzenfront: Sie haben gestern nur unwesentlich umdekoriert, meine zwei Pelzmonster. Das Bett war durchhupft und durchwuselt, der Wassernapf in der Küche umgeschmissen, Kissen runtergeworfen und ein bisschen Spielkram verteilt. Als ich heimkam, kamen mir beide entgegengelaufen.

Cooniebert und Yannick spielen zusammen, laufen einander hinterher, und was der Große macht, macht der Kleine nach. ’žSynchronglotzen“ vom Balkon runter. Ich könnt schreien, wenn die zwei in identischer Haltung am Balkongeländer stehen und durch die Löcher im Geländer nach unten linsen.

Ich glaube, das wird schon.

Nur ist der Kleine ausgesprochen kreativ, was Blödsinn angeht. Der König der Hirnfurz-Ideen. Gestern Abend musste ich ihn mit der Haushaltsschere aus dem Katzennetz auf dem Balkon schneiden. In 20 Jahren ist noch keines von den Viechern auf die Idee gekommen, da den Kopp durchzustrecken. Yannick streckt Kopf und Vorderpfote durch und verwurschtelt sich heillos. Der hätte sich erhängen können! Miauen war wohl nicht mehr drin, aber ich hab gehört, wie er draußen rumzappelte und gegen das Geländer polterte. Da kam ich ihn retten.

Den kann man im Prinzip kaum aus den Augen lassen. Tagsüber wird er viel pennen, das hält das Risiko während meiner berufsbedingten Abwesenheit ein bisschen in Grenzen. (Und hinaus kann er ja nur, wenn wir zu Hause sind. Ich muss nach ihm eben öfter gucken als nach Cooniebert. Der kriegt seinen dicken Schädel sowieso nicht durch die Maschen.)

Wir haben uns schon ernsthaft überlegt, uns eine Internet-Kamera für die Katzenmonster zuzulegen. Mit der bisherigen Katzenbesatzung wäre es vermutlich eher ein Einschlaffilm geworden, aber mit dem kleinen Reißteufel im Haus könnte es sich lohnen. Da brauche ich nur noch eine schnelle Eingreiftruppe mit Hausschlüssel, die notfalls gaaanz schnell retten kommt. Die Katzen oder den gefährdeten Hausrat.

Morgens will Yannick offenbar seine Ruhe. Wenn Cooniebert um halb 6, gleich nach dem Frühstück, schon herumbubeln will, wird er angeknurrt. Auch recht, das muss der lernen. Essen, eine Runde schlafen und *dann* spielen.

Auf jeden Fall sind wir begeistert von unserem Goldschatz und Schmusemonster Yannick. Cooniebert ist vom Charakter her deutlich spröder. Aber ich liebe ihn so, wie er ist.

Forsetzung folgt.

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