Eva Siebenherz: Das abenteuerliche Leben der Mieze Paula

Eva Siebenherz: Das abenteuerliche Leben der Mieze Paula, Berlin 2007, trafo-Verlag, Edition Drachenflügel (Jugendbuch), ISBN 978-389626-746-7, 76 Seiten, Softcover, mit Vignetten und zahlreichen Illustrationen von Maren Frank ’“ in Farbe und Schwarzweiß, Format: 17 x 15 x 0,5 cm, EUR 12,80.

Paula Cover

Als das schwarze Kätzchen zur Welt kommt, ist es nicht gerade vom Glücksstern bestrahlt: Skrupellose Menschen werfen die kleine Katze und ihre Geschwister in einen Mülleimer. Doch Tierfreunde retten sie, bringen sie zum Tierarzt und anschließend ins Tierheim, wo die Kleine ’“ als einzige Überlebende des Katzenwurfs ’“ aufgepäppelt wird.

Kein Wunder, dass das kleine Katzenmädchen glaubt, sein Name sei ’žarme Socke’œ! So sagen nun mal alle zu ihr, die mit ihr zu tun haben.

Das Tierheim ist das einzige Zuhause, das die Kleine kennt, und so wehrt sie sich nach Kräften, als Antonia und ihr Lebensgefährte Fritz auf einmal im Raum stehen und sie mit nach Hause nehmen möchten. Die Kleine weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Nach Hause? Wo ist das?

Katze Blacky erklärt es ihr: ’žZu Hause ist dort, wo die Menschen wohnen. Die sind hier, weil sie sich eine Katze wünschen und suchen sich hier im Tierheim eine aus und dann nehmen sie sie mit.’œ

Zuerst ist das schwarze Kätzchen nicht so begeistert von seiner Adoptivfamilie. Es ist schon sehr anstrengend, wenn man in einer vierköpfigen Familie ständig von einem zum anderen gereicht wird. Doch als es einen Namen bekommt ’“ Paula, weil das der einzige Name ist, auf den es reagiert -, und ordentlich verwöhnt wird, stellt unser Katzenkind erfreut fest, dass es gar nicht so schlecht ist, adoptiert worden zu sein.

Gerade hat Paula sich eingelebt, da bricht Hektik aus. Die Familie verkauft ihr Hab und Gut und macht sich mit Wohnwagen und Paula auf nach Südtirol. ’žAuswandern’œ nennt sie diese sonderbare Aktivität. Nachdem Paula im Auto gar so maunzt, wird sie in den Wohnwagen umquartiert. Auf dem Campingplatz angekommen, darf Paula endlich wieder raus ’“ wenn auch nur an der Leine ’“ und macht sogleich ein paar Erfahrungen fürs Leben:

* Ältere Katzen können verflixt herablassend sein.
* Perserkatzen haben Augen, auch wenn man die vor lauter Fell nicht sieht.
* Wenn man mit einer Leine am Baum angebunden ist, ist eine dumme Idee, den Baum zu umkreisen.
* Und wenn man morgens um 5 im Wohnwagen randaliert, wird man ins Vorzelt gesperrt.

Während Paula unverdrossen Lebenserfahrung sammelt, ist ihre Menschenfamilie auf Haussuche. Leider vergeblich. Was ihren Vorstellungen entspricht, übersteigt ihr Budget. Und so beschließen sie, ihr Glück im benachbarten Österreich zu versuchen.

So langsam hat Paula das Herumziehen satt. Sie möchte ein ganz normales Katzenleben führen. Doch zunächst sieht es nicht danach aus, als würde ihr Wunsch in Erfüllung gehen. Die Familie kampiert auf der Wiese eines Bauernhofs und sucht weiter nach einem passenden Haus. Paula legt sich sogleich Peter an, mit dem größten und frechsten Kater der Gegend. Nachts träumt sie dann davon, eine neongrün und leuchtend pinkfarben gestreifte Zauberkatze zu sein, die den Kater Peter in eine Maus verwandeln kann.

Da kommt ein Anruf aus Deutschland ’“ die Familie muss in in ihre alte Heimat zurückkehren, um eine dringende Angelegenheit zu regeln. Und um Paula die Strapazen der Hin- und Rückreise zu ersparen, soll sie in der Zeit auf dem Bauernhof bleiben. Paula ist entsetzt: Damit ist sie dem frechen Kater Peter mit Haut und Haaren ausgeliefert. Vor allem, da Paula nur an der Leine ins Freie darf, was ihre Fluchtmöglichkeiten natürlich drastisch einschränkt.

Als sie sich wieder einmal in ihrer Leine verheddert und die Bäuerin ’žEntwicklungshilfe’œ leisten muss, nutzt Paula die Gelegenheit zur Flucht. Zuflucht sucht und findet sie bei den Schweinen im Stall. Als das freundliche Borstenvieh Paula davor beschützen will, von der Bäuerin eingefangen zu werden, nimmt diese Aktion einen dramatischen Verlauf …

Und wieder heißt es weiterziehen. Paulas Familie verschlägt es in die Steiermark. Dort haben sie ein Haus gefunden und Paula darf endlich nach Herzenslust durch die Gegend stromern, ganz ohne Leine. Doch die Freude währt nicht lange: Nach wenigen Wochen ist schon wieder ein erneuter Umzug fällig.

Jetzt, nach vielen Irrungen und Wirrungen, ist die Familie in ihrn neuen Zuhause angekommen. Doch das neue Heim ist für Paula nicht der Himmel auf Erden, wie sie es erwartet hat: Sie bekommt Konkurrenz in Gestalt der Katzenkinder Mini und Maxi. Tochter Petra hat die beiden Kätzchen vor einem schlimmen Schicksal bewahrt und nach Hause gebracht.

Paula hat zwar Mitleid mit den Kleinen, aber die möchte weder ihre Menschen noch ihr Zuhause mit ihnen teilen. Was soll sie nur tun? Da hat Paula einen Traum, der ihr die ideale Lösung präsentiert. Aber wird sich das auch in die Wirklichkeit umsetzen lassen? Wird sie einen Weg finden, mit dem alle Beteiligten glücklich und zufrieden sind?

Wer Katzen mag und vielleicht selbst schon Katzen hatte, wird Mieze Paula und ihre kleinen und großen Abenteuer lieben. ’žDas abenteuerliche Leben der Mieze Paula’œ ist als Kinderbuch geschrieben worden, aber auch erwachsene Katzenfreunde werden ihre Freude an der Geschichte des temperamentvollen und lebensfrohen Kätzchens haben, das sich, was immer ihm auch widerfährt, einfach nicht unterkriegen lässt.

Die Illustratorin Maren Frank hat das kleine Buch liebevoll mit Katzen-Vignetten sowie farbigen und schwarz-weißen Illustrationen ausgestattet: mit niedlichen Katzen, frechen Nagern, stolzen Pferden, freundlichen Schweinen ’“ und mit märchenhaften Szenen aus Mieze Paulas Träumen.

Ein unterhaltsames Büchlein zum Selberlesen oder zum Verschenken an kleine und große Katzenfreunde.

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