Gregor Schürer: Dschingel bellt -“ Geschichten für die Weihnachtszeit

Gregor Schürer: Dschingel bellt ’“ Geschichten für die Weihnachtszeit, Norderstedt 2009 Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8391-3915-8, Softcover, 68 Seiten. Format: 14,8 x 21 x 0,5 cm, EUR 4,90.

Weil der Autor bei seinen Lesungen immer wieder gefragt wird, ob es seine Weihnachtsgeschichten denn auch als Buch gebe, die Stories aber bislang ’žnur’œ in verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften und Kurzgeschichtensammlungen verstreut publiziert wurden, hat er sie nun zu einem weihnachtlichen Band zusammengefasst.

14 Geschichten sind es, entstanden in einem Zeitraum von 22 Jahren: Humorvolles, Skurriles, Himmlisches, Tierisches, Geheimnisvolles rund um die besinnliche Jahreszeit. Und manche Beiträge sind einfach zum Weinen schön.

Die Zugfahrt: Wo ist der bärtige alte Herr hingekommen, der eben noch mit dem jungen Vater zusammen im Zugabteil saß? Ist da Übernatürliches im Spiel?

Der Weihnachtsspaziergang: Beim Gassigehen mit dem Hund bleibt ein Mann vor einer Krippe im Schaufenster stehen. Dass das Jesuskind ihn angelächelt hat, das muss er sich eingebildet haben. Oder?

Ein unvergessliches Weihnachtskonzert: ’žUnmöglich, diese Banausen mit ihren schnurlosen Telefonen!’œ, regt sich der Erzähler auf, als so ein wichtigtuerischer Jungmanager das Weihnachtskonzert mit dem Klingeln seines Handys stört. Doch es kommt noch schlimmer! ’“ Warum dieses Konzert dem guten Mann unauslöschlich in Erinnerung bleiben wird und weshalb er nichts davon seiner Familie erzählt, verrät uns der Autor in dieser amüsanten Geschichte.

Frohe Weihnachten, Nummer 13.497: Oma Schulte verbringt die Weihnachtsfeiertage notgedrungen allein, die Familie wohnt einfach zu weit weg. Hat wirklich soeben ein durchgefrorenes Weihnachtsengelchen bei ihr ans Fenster geklopft?

Es schneit nicht im August: Die kleine Susanne ist todkrank und freut sich schon so auf Weihnachten. Das kommende Weihnachtsfest wird sie aber aller Voraussicht nach nicht mehr erleben.

Der Gameman: Keinen Gameboy, sondern einen Gameman wünscht sich der neunjährige Cornelius zur Weihnachten. Doch der viel beschäftigte Vater versteht die Botschaft nicht ’¦

Dschingel bellt: Moos für die Weihnachtskrippe wollen Vater und Tochter im Wald holen. Dabei finden sie jedoch etwas ganz anderes. Nachdem man diese Geschichte gelesen hat, wird man beim Weihnachtslied ’žJingle Bells’œ auf einmal ganz merkwürdige Assoziationen haben …

Gefrorene Sterne: Die kleine Sabine kann nicht einschlafen. Da taucht eine geheimnisvolle Gestalt in ihrem Zimmer auf und bietet an, ihr eine Frage zu beantworten, auf die noch nie jemand Auskunft geben konnte ’¦

Horn-Sivan und das frierende Jesuskind: Sivan heißt der Ochse, der im Stall zu Bethlehem Zeuge von Christi Geburt wird. Gerne würde er das frierende Kind wieder zudecken, aber mit seinen ausladenden Hörnern kann er das heruntergefallene Tuch nicht aufheben. Da naht himmlische Hilfe ’“ und die hat unerwartete Folgen.

Das entlaufene Pferd und der doofe Otto: Was die vierjährige Nora noch nicht versteht, das reimt sie sich zusammen. Dabei kommt’™s zu allerlei putzigen Missverständnissen. Ihr Vater staunt, ihr Bruder wundert sich ’“ und der Leser schmunzelt.

Heilig Abend 2106: Was wäre, wenn Jesus in 100 Jahren noch einmal auf die Welt käme? Der Autor entwickelt ein skurriles und durchaus vorstellbares Szenario.

Die geheimnisvolle Dose: Was bewahrt Oma nur in der Porzellandose auf ihrem Nachttisch auf? Den Schlüssel zur Vorratskammer vielleicht? Dort lagern die Weihnachtsplätzchen. Eines Nachts fast sich der kleine Enkel ein Herz, krabbelt aus dem Bett und sieht heimlich nach …

Weihnachten ist Muttertag: Anfang Dezember kommt Oma aus dem Krankenhaus und zieht erst einmal zu ihrem Sohn und dessen Familie. Die Enkel sind begeistert: Weihnachtsschmuck basteln, Plätzchen backen Karten spielen ’“ das macht mit Oma noch mal so viel Spaß. Alle freuen sich aufs Weihnachtsfest. Doch das verläuft ganz anders als geplant …

Heilig Abend in Stalingrad, Weihnachten in Kunduz: Soldat Marcel schreibt aus Afghanistan einen Weihnachtsbrief an seinen Großvater, der ihm seinen Glücksbringer aus Stalingrad überlassen hat. Sehr berührend!

Wer stimmungsvolle Weihnachtsgeschichten sucht, der liegt mit dieser abwechslungsreichen Sammlung richtig. Viele der Kurzgeschichten sind auf Lesungen ’žvortragserprobt’œ und eignen sich durch Umfang und Erzählweise bestens dazu, auf Weihnachtsfeiern oder im Familienkreis vorgelesen zu werden. Ob Sie ein jüngeres, älteres oder gemischtes Publikum zum Lachen oder Nachdenken bringen möchten oder ob Sie es zu Tränen rühren wollen: Hier finden Sie für jeden Zweck die richtige Geschichte. Natürlich spricht auch nichts dagegen, dass Sie es sich gemütlich machen und die abwechslungsreichen Weihnachtsgeschichten in aller Stille alleine genießen.

Der Autor:
Gregor Schürer schreibt seit vielen Jahren als Journalist und Autor. Der gebürtige Schwabe lebt mit Frau und zwei Töchtern in Heimersheim an der Ahr (Rheinland-Pfalz). Er hat zahlreiche Geschichten in Anthologien veröffentlicht und diverse Preise und Auszeichnungen erhalten.

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