Hausfrauen-Albtraum: Waschmaschine kaputt!

Nach beinahe 8 Jahren treuer Dienste und ziemlicher Beanspruchung hat gestern Abend – natürrrlich Freitag abends, wann den sonst? – meine Waschmaschine den Geist aufgegeben.

Wir haben bei den Wiederbelebungsversuchen zweimal das frisch geputzte Bad unter Wasser gesetzt. Und das, wo ich nach zweieinhalb Wochen Hausputz jetzt so langsam den Putzlappenkoller habe und Eimer, Wischmopp und Lappen nicht mehr sehen kann.

Eine korrekt abgearbeitete Waschmaschinenladung konnten wir ihr noch entlocken, dann fing sie wieder hysterisch zu piepsen an und weigerte sich, das Wasser abzupumpen.

Nach zwei Stunden Geschraube und Gemurkse haben wir’™s dann aufgegeben. Ich hab das stehende Wasser von Hand in eine Pfanne ablaufen lassen und stand dann da mit einem Korb patschnasser, zur Hälfte gewaschener Wäsche.

Was macht man damit? Kurzzeitig erwog ich, meine Tante nebenan zu fragen, ob ich die Klamotten bei ihr fertig waschen darf. Sie hätte sicher nicht nein gesagt. Aber ihre Maschine steht im Keller. Sie hätte mir sicher die Funktion ihres Modells erklären und zusehen wollen, was ich mache. Aber bis die gute Frau (86 und nicht mehr gut zu Fuß) im Keller drunten ist … nee, das wollte ich ihr nicht zumuten. Also habe ich die Wäsche in Plastiktüten gepackt und am Samstag Nachmittag zu meinem Vater mitgenommen, um sie dort noch mal zu waschen. Hab vorsichtshalber mein eigenes Waschmittel eingepackt, weil ich nicht weiß, was er für ein aggressives Zeugs daheim hat. Und dann hat er sich beschwert, mein Flüssigwaschmittel würde so arg schäumen. 😀

Na, jedenfalls, die Wäsche ist gewaschen und saust jetzt in meinem Trockner herum.

Das ist ja alles kein Drama, aber ich nehme solche Dinge immer sehr persönlich. Wenn irgendwer oder irgendwas sich erdreistet, mein Leben noch umständlicher und komplizierter zu machen, als es ohnehin schon ist, schwanke ich zwischen Wutanfall und Panikattacke. Ich hab heut Nacht von Bettwäsche im Schleudergang geträumt! Hätte nicht viel gefehlt, und ich wäre um 2 Uhr in der Nacht aufgestanden und hätte in meinem Ordner geschaut, ob ich irgendwo die Telefonnummer vom Kundendienst finde.

Das hab ich dann am Samstag Früh erledigt. Ich bin bei so was ja genau und hebe allen Kram auf. Die Rechnung war da, die Telefonnummer war da und ich hab auch eine Liste mit Angaben gefunden, die der Kundendienst schon am Telefon braucht, ehe er überhaupt ausrückt.

Die nötigen Angaben befinden sich auf einem Aufkleber, der sinnigerweise auf der Rückseite der Waschmaschine angebracht ist, wo man sie so wunderprächtig lesen kann. Erst hab ich versucht, mir der Digicam da hinzuknipsen, aber das hat nicht funktioniert. Nach diversen anderen untauglichen Versuchen hing ich schließlich mit einem Kosmetikspiegel bewaffnet kopfüber über der Maschine und hab versucht, mit meiner Gleitsichtbrille im richtigen Winkel auf die Geräte-Rückseite zu schielen, mir die spiegelverkehrten Zahlenkolonnen zu merken und zu notieren.

Gedöns, Gedöns, Gedöns!

Am Dienstag zwischen 11 und 14 Uhr kommt der Monteur. Bloß gut, dass ich da noch Urlaub habe. Und wenn seine Diagnose Exitus lautet, kauf ich mir am Mittwoch eine neue Waschmaschine. Zur Arbeit muss ich ja erst wieder am Donnerstag. Da träum ich dann vom Exodus … vom Auszug aus der Sklaverei. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

5 Kommentare

  1. Ha,ha, ha! Liebe Edith,
    selten habe wir sooo gelacht. Du machst aus dem nervigen Gescehen einen super Text, dass einem nicht nur wegen der Schadenfreude das Lachen nicht vergeht. Dir wird alles gelingen,da sind wir sicher! Herzliche Grüße aus dem hohen Norden, Rainer und Gattin

  2. Oh, wie unschön! Ich klopf mal jetzt wie wild auf Holz und hoffe, dass unsere Waschmaschine noch etwas durchhält. Damals wurden wohl noch stabilere Geräte gebaut – unsere leistet schon seit 1989 treue Dienste …

    1. Früher war halt mehr Lametta ;-). Was die Haltbarkeit von Geräten angeht, glaube ich das ganz bestimmt. Wenn ich mir überlege, wie lange Haushaltsgeräte bei meiner Mutter gehalten haben und wie schnell ich das Zeugs um die Ecke bringe …! Je mehr Knöpfe und Elektronik-Gedöns ein Apparat hat, desto schneller macht er die Grätsche.

  3. Bei meiner letzten Waschmaschine meinte der Repariermensch, sie koste so ca 250 Euro, da meinte ich, danke, sie bleibt kaputt. Dieser mensch kommt nie mehr wieder, aber inzwischen bin ich sowieso umgezogen und habe eine neue maschine.

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