Ursula Geier: Der freche Fritz im Vogelhaus -“ Tiergeschichten

Ursula Geier: Der freche Fritz im Vogelhaus ’“ Tiergeschichten, Norderstedt 2009, BoD Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-83914-447-3, Softcover, 136 Seiten, Format 12 x 19 x 0,9 cm, EUR 9,90.

Für alle Leserinnen und Leser, die die Beiträge von Ursula Geier in unserem Tiergeschichten-Blog http://tiergeschichten.wordpress.com schätzen: Ihre Geschichten gibt es auch als Buch! 26 wahre Erlebnisse rund um Hund, Katze, Meerschweinchen, Schildkröten und Vögel hat sie aufgeschrieben und zu einem unterhaltsamen Band zusammengestellt.

Manche der tierischen Helden sind aufmerksamen Lesern dieser Seite schon vertraut: die Katze Steffi oder der schwatzhafte Beo Negro, zum Beispiel. Und Thai-Kater Momo, der zunächst so schreckhaft ist, dass er sich eine ganze Woche lang nicht unter dem Bauernschrank hervortraut. Das mit dem Freigang kapiert er dann erstaunlich schnell, nur auf sein komfortables Katzenklo im Haus will er partout nicht verzichten.

Kater Cimba, der mit Frauchen nach Spanien auswandern muss, ob er will oder nicht, ist für die Tiergeschichten-Blog-Leser ebenfalls ein guter Bekannter. Im Buch erfahren wir unter anderem, was er gemacht hat, ehe er zu Ursula Geier kam: Er hat eine regelrechte Einbrecherkarriere hinter sich!

Außerdem lernen wir Kater Mikesch kennen, der eines Tages einfach beschließt, dass er jetzt im Haushalt der Autorin wohnt. Wir begegnen einem Rammler, der gar keiner ist sowie der Schäferhund-Collie-Mix-Hündin Asta, die der Unterbringung im Hundezwinger so gar nichts abgewinnen kann. Wir treffen die Bernhardinerdame Lady, die zum Entsetzen der Familie ein höchst ’žanrüchiges’œ Hobby hat, und den Titelhelden des Buchs, den Nachbarskater Fritz, der sich ins Vogelhaus versteigt. Und das ist noch lange nicht alles!

Wir erfahren, dass es auch unter den Katzen wahre Rabenmütter gibt ’“ aber auch fürsorgliche Väter und liebevolle Tanten, die sich verschmähter Katzenkinder annehmen. Und wir werden Zeuge von allerhand Turbulenzen, die entstehen, als die Familie auf der Suche nach einem neuen Hund ist. Den geeigneten vierbeinigen Mitbewohner zu finden, ist nämlich gar nicht so einfach! Der Ratten jagende Pepe hat die Zerstörungskraft eines Tornados, die schöne Afghanin Melanie erweist sich als neurotische Eckenpinklerin, und Findelhund Dingo ist gar nicht so heimat- und herrenlos wie er tut. Muss die Familie nun hundelos durchs Leben gehen?

Berührend ist das Schicksal von Hund Pedro, der durch unglückliche Umstände von seinem Herrchen getrennt wird. Doch das Leben nimmt manchmal unvorhersehbare Wendungen. Mysteriös ist die Geschichte des Entenpärches Paul und Paulinchen und auch das Leben von Georgi, dem notorisch falsch pfeifenden Nymphensittich, gibt Rätsel auf.

Wenn die Mutter tierlieb ist, bleibt es nicht aus, dass die Kinder es ihr gleichtun. Sohn Alexander hat eine besonders innige Beziehung zu Kater Mikesch und schleppt sein Meerschweinchen Charly in einem maßgehäkelten ’žTrage-Strumpf’œ mit sich herum. Schon in sehr jungen Jahren setzt der Bub sich in den Kopf, Frösche zu züchten. Noch besser als die Amphibienvermehrung klappt allerdings die Vermehrung bei den Hamstern: Statt zwei Nagern hat er auf einmal über ein Dutzend! Da machen die Landschildkröten, die von seinen großen Schwestern Sabine und Stefanie rührend umsorgt werden, deutlich weniger Ärger.

Lustige, nachdenkliche und traurige Tiergeschichten wechseln einander ab, und in jeder einzelnen spürt man die Liebe der Autorin zur Kreatur.

Wer es, zum Beispiel beruflich, mit der Sprache sehr genau nimmt, wird sicher die eine oder andere Stelle im Buch finden, an der der Eingriff eines Lektors oder Korrektors hilfreich gewesen wäre. Wer jedoch die Geschichtensammlung als das engagierte Hobbyprojekt einer leidenschaftlichen Tierfreundin liest, wird ein Auge zudrücken und die abwechslungsreiche Mischung an ’žwahren Geschichten mit Herz und Humor’œ einfach so genießen.

Die Autorin
’žMit 14 Jahren habe ich meine erste Kurzgeschichte geschrieben. Seitdem nahm die Schreiberei eine zentrale Rolle ein. So veröffentlichte ich im Laufe der Zeit Tiergeschichten in Zeitschriften, verfasste Kolumnen und engagierte mich im Ausland dafür, dass eine deutschsprachige Zeitung herausgebracht wurde. Jetzt, im Alter von 70 Jahren, habe ich endlich die Zeit, mich meinem größten Hobby, der Schreiberei, voll und ganz zu widmen.’œ

Ursula Geier

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
     
http:// edithnebel.wordpress.com

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