Maren Frank: Tanjas Traumkatze -“ Kinderbuch (ab 8)

Maren Frank: Tanjas Traumkatze. Westeregeln 2010, Codi-Verlag Verlag Constanze Mendig, ISBN 978-3942312-06-6, Softcover, 102 Seiten, mit s/w-Illustrationen der Autorin, Format: 14,7 x 20,7 x 0,7 cm. EUR 9,95, Bestellung z.B. über http://www.codiverlag.com/41331.html

Die 10-jährige Tanja Schuster hat einen Herzenswunsch: Sie möchte gerne eine Katze. Doch bisher hat ihre Mutter das immer abgelehnt: zu viel Zeitaufwand, zu hohe Kosten. Als allein erziehende Mutter mit dem bescheidenen Verdienst einer Supermarkt-Kassiererin hat Ellen Schuster wirklich keinen Spielraum für unnötige Ausgaben. So entpuppt sich auch das vermeintliche ’žKatzenklo’œ, das Tanja wenige Tage vor ihrem 11. Geburtstag hübsch verpackt in Mutters Auto entdeckt, leider nur als Verpackung für eine Plüschkatze. Tanja ist sehr enttäuscht.

Doch dann beschert ihr das Schicksal ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: Auf dem Heimweg von Freundin hört Tanja ein jämmerliches Miauen und rettet eine weiße Langhaarkatze, die sich in den Ranken einer Dornenhecke verfangen hat. Tanja nimmt das Tier erst einmal mit nach Hause und versorgt es mit dem Nötigsten.

Einfach behalten darf sie die Katze nicht, denn ihre Mutter weist mit Recht darauf hin, dass so ein edles und gepflegtes Tier garantiert einen Besitzer hat, der es verzweifelt sucht. Und sie setzt alle Hebel in Bewegung, um diesen Besitzer zu finden. Bis jemand kommt und Anspruch auf die weiße Katze erhebt, darf das Tier jedoch bleiben.

’žAvelin’œ nennt Tanja ihre neue Mitbewohnerin, weil sie meint, diesen Namen aus dem Schnurren der Katze herausgehört zu haben. ’“ Eine Katze, die ihren Namen schnurrt? Tanjas Mutter kann es nicht glauben. Doch Avelin ist in jeder Hinsicht eine besondere Katze: In dieser Nacht erscheint sie Tanja im Traum und nimmt sie mit ins Katzenkönigkreich Anjulistan, wo sie die rechtmäßige Herrscherin ist.

Tanja ist fasziniert vom Königreich, seinen Bewohnern und dem prachtvollen Palast. Und was das allerbeste ist: Im Traumreich Anjulistan kann Avelin die Menschensprache sprechen! Und so erfährt Tanja, dass ihre Gefährtin sozusagen im Asyl auf der Erde lebt. Die böse Malogga hat ihr den Königsthron streitig gemacht und Avelin aus Anjulistan vertrieben. Nur im Traum kann die gestürzte Katzenkönigin in ihre Heimat zurückkehren. Und natürlich liegt ihr viel daran, die Herrschaft über ihr Königreich wieder zu erlangen.

Von da an kann Tanja es gar nicht mehr erwarten, dass es Nacht wird und sie wieder vom Katzenkönigreich träumen kann. Dort kann sie über einen Regenbogen laufen, durch Wände gehen und mit Leichtigkeit schwere Felsen heben. Und sie trifft auf faszinierende Geistwesen, die normalerweise unsichtbar sind, aber jede beliebige Form annehmen können.

Sind diese geheimnisvollen Wesen tatsächlich in der Lage, Avelin wieder zu ihrem Königsthron zu verhelfen? Und was passiert, wenn es klappt und Avelin für immer nach Anjulistan zurückkehrt? Ist Tanja dann wieder katzenlos? Avelin kann ihr zumindest versprechen, dass sie nicht ohne Abschied gehen wird und auf jeden Fall rechtzeitig vor ihrer Rückkehr Bescheid sagt. Doch daran mag Tanja noch gar nicht denken.

Als Tanja von einem Einkaufsbummel mit ihren Freundinnen nach Hause kommt und die weiße Katze nicht auffindbar ist, kann das nur eines bedeuten: Avelin ist etwas zugestoßen! Verzweifelt machen sich Tanja, ihre Freundinnen und ihre Mutter auf die Suche nach dem verschwundenen Tier. An gänzlich unerwarteter Stelle findet Tanja schließlich eine heiße Spur von Avelin …

’žTanjas Traumkatze’œ ist zunächst einmal eine Abenteuergeschichte auf zwei Ebenen: Im Traum und in der Realität erleben das Mädchen und die Katze allerhand Spannendes und Aufregendes. Doch darüber hinaus geht es auch um Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt, um Liebe und Loslassenkönnen, und darum, dass es möglich ist, nach dem Ende einer Beziehung wieder eine neue eingehen zu können.

Diese Botschaften sind ’žorganisch’œ und unaufdringlich in der Geschichte verpackt, und wenn bei den jungen LeserInnen nur ein Bruchteil davon ankommt, haben sie etwas Wichtiges fürs Leben gelernt. Was sie auf jeden Fall haben: ein liebevoll gestaltetes Buch, das ihnen ein spannendes und phantasievolles Lesevergnügen bietet.

Was die Illustrationen angeht, bin ich als Rezensentin zugegebenermaßen nicht sehr objektiv. Denn für eines der Bilder haben mein Kater Cooniebert und ich ’žModell gestanden’œ. Das heißt, ein Foto von uns hat Maren Frank als Inspiration für ihre Zeichnung gedient:

Die Autorin/Illustratorin
Maren Frank wurde 1977 in Wanne-Eickel geboren. Schreiben ist ihre große Leidenschaft. Unter anderem verfasst sie, teils unter Pseudonym, Liebesromane für verschiedene Verlage.

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
     
http:// edithnebel.wordpress.com

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