Kroatien Teil 4: Krk Inselrundfahrt

Bei Winnetou hat’™s nie geregnet!
Kroatien/Krk vom 24.07. bis 03.08.2010

TEIL 4 von 8: MONTAG, 26.07.2010: KRK-INSELRUNDFAHRT

Kurz nach 9 Uhr wurden wir vorm Hotel abgeholt. Die Reisegruppe im Bus war international, und so sprach Reiseleiterin Marina abwechselnd englisch, deutsch, italienisch und teilweise auch russisch. Und manchmal in der Eile auch alles durcheinander. Wir haben sie sehr dafür bewundert, dass sie ihre Daten und Fakten auf Kommando in so vielen Sprachen parat hatte!

Als erstes ging es in die Inselhauptstadt Krk (5.500 Einwohner). Das einstige römische Municipium und Sitz der Fürsten Frankopan ist einer der ältesten und beliebtesten Ferienorte an der Adria. Einst war die Stadt Krk auch eine Hochburg der dalmatischen Sprache.

INSELHAUPTSTADT KRK
Die Stadt Krk liegt in einer weiten, vor der Bora gut geschützten Bucht an der Südseite der Insel knapp 30 km von der Brücke entfernt. Sie ist das kulturelle Zentrum der Insel mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Die autofreie Altstadt erstreckt sich um den malerischen Fischer- und Jachthafen mit zahlreichen CafËs und Restaurants. Obwohl in neuerer Zeit um die Altstadt moderne Siedlungen entstanden sind, wirkt das mittelalterliche Stadtzentrum auch heute noch wie eine mächtige Festung am Meer.

Bereits zu römischer Zeit wurde Krk als „Splendissima Civitas Curictarum“ (herrlichste Stadt Curictarum) gerühmt. Damals hatte Krk bereits 15.000 Einwohner und besaß mehrere Thermenanlagen. Im 6. Jh. wurde Krk zur Bischofsstadt erhoben. Ihr heutiges, mittelalterliches Stadtbild entstand in der Blütezeit der Frankopanen (1115-1480).

Schon im Jahre 1866 gab es die ersten Ansichtskarten der Stadt, so dass dieses Jahr als Anfang des Tourismus auf der Insel betrachtet wird. Krk ist das historisch-administrative, politische, wirtschaftliche und religiöse Zentrum der Insel Krk. Schutzpatron der Stadt ist der Heilige Quirin.

Der Bus hielt in der Nähe des Hafens und wir gingen an den Booten vorbei in den Stadtpark, in dem jede Familie der Stadt einen Baum pflanzen soll. Viele tun es tatsächlich. Eine längliches Wasserbecken entpuppte sich als ’žWaschmaschine’œ aus früheren Zeiten: Als öffentlicher Platz zum Wäschewaschen.

Auf der Vela placa, dem einstigen Forum, mit CafËs und hohem Stadtbanner, fällt als erstes das römische 24-Stunden-Ziffernblatt am Viereckturm des einstigen venezianischen Rathauses ins Auge. Heute ist in dem Turm ein CafË untergebracht.

Auf dem Platz befindet sich auch das wappenverzierte städtische Rathaus aus dem 15.Jh. An diesem Gebäude ist eine Tafel aus dem 3. oder 4. Jahrhundert angebracht, in dessen lateinischer Inschrift die Stadt Krk erstmals erwähnt wird.

Der Renaissancebrunnen ist nach dem Heiligen Quirin, dem Schutzpatron der Stadt benannt.

’žDas römische Munizipium Curicum war traditionell kultureller, wirtschaftlicher und verkehrstechnischer Mittelpunkt der Insel’œ. Zahlreiche Überfälle und Zerstörungen führten zu pernamenten wehrhaften Verstärkungen, deren bastionartige Wälle sehr gut erhalten sind.’œ So steht’™s in meinem Reiseführer. Werner Lips: Kroatien, 2009, Reise Know-How-Verlag, Peter Rump GmbH, ISBN: 978-3831717804.

Beim Frankopanenkastell (1407) haben wir durch ein Tor aufs Meer runtergeschaut ’“ und runterfotografiert.

Da wir erst im Hotel die ’žKunis’œ eingewechselt hatten und noch nicht viele Chancen zum Geldausgeben gehabt hatten, besaßen wir nicht genügend Kleingeld für die Postkarten, die wir kaufen wollten. Die Verkäuferin konnte auf die größeren Scheine, die wir hatten, nicht herausgeben. Zwei ’žKunis’œ fehlten. Die junge Dame gab uns die Karten trotzdem. Fanden wir sehr nett. Hoffentlich bekam sie keinen Ärger deswegen.

Als bedeutendstes Bauwerk von Krk gilt die Marienbasilika, die Kirche Mariä Verkündigung, eine dreischiffige Kirche mit Zwiebelturm. Sie wurde im 5./6. Jh. auf römischen Thermen errichtete und im im 15./16. Jh. sukzessive vergrößert und erneuert.

Die Frankopani-Kapelle (15. Jh.) im linken Seitenschiff vorne zeigt in den Schlusssteinen des gotischen Netzgewölbes die Brot verschlingenden Löwen und das ältere Wappen der Krker Fürsten, den sechseckigen Stern. Direkt angebunden sind die Quirins-Kirche aus dem 10. Jahrhundert, der Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert sowie der erzbischöfliche Palast.

Auf dem Dach der Marienbasilika befindet sich die Statue eines Engels mit einer Trompete. Heute ist er aus Kunststoff, damit der Blitz nicht darin einschlägt. Einheimische erkennen an der Richtung, in die der Engel trötet, wie das Wetter wird. Der Engel als Wetterhahn.

KLOSTERINSEL KOSLJUN
Nach einer kurzen Pause, die wir für einen Zwischenstopp in einem CafË nutzten, um in der Hitze schnell etwas zu trinken, ging es um die Mittagszeit weiter nach Punat, einem Schickimicki-Ferienort für die Oberen Zehntausend mit Sandstrand und dem ältesten Jachthafen Kroatiens. Dort hielten wir uns allerdings nicht lange auf, sondern gingen an Bord eines Bootes das uns zur Klosterinsel KoÅ¡ljun brachte, die gerade mal 750 m von Punat entfernt ist

Auf der 6.400 m2 großen Insel haben im 13. Jahrhundert Benediktinermönche eine Abtei errichtet, die im 15. Jahrhundert von den Franziskanern übernommen wurde. Jetzt leben nur noch 4 Mönche auf der Insel.

Auf der Insel befindet sich ’“ neben der Marienkirche mit ihrem mehrteiligen Altargemälde ’“ ein Museum mit ethnografischer Sammlung, das etliche Gegenstände von Krker Fischern und Bauern sowie Volkstrachten von der ganzen Insel Krk zeigt. Das Kloster besitzt auch eine reiche zoologische Sammlung: eine große Muschelsammlung und einzigartige Exemplare von Tieren, wie z. B. ein Lamm mit nur einem Auge. Das ist der etwas gruseligere Teil der Kollektion.

Doch an eine ungestörte Besichtigung der Insel gar nicht zu denken. Schon in Punat waren jede Menge Polizeiautos, Schwarze Limousinen und sonnenbebrillte ’žMen in Black’œ in teuren Anzügen und mit Headsets aufgefallen. Prominentenalarm! Irgend jemand Wichtiges musste hier um den Weg sein! Brad Pitt und Angelina Jolie? George Clooney? Paris Hilton? Das nun nicht, aber die kroatische Premierministerin Jadranka Kosor, die zur lgeichen Zeit die Insel KoÅ¡ljun besichtigen wollte wie wir. Und die ein Geschwader von Bodyguards, Polizisten, Journalisten, Fotografen und Kameraleuten um sich herum hatte. Und wir mussten andauernd ’ždem Protokoll’œ weichen. Wir standen an der Krippe, die hinter Glas im Freien aufgebaut ist, und Marina setzte gerade zu der Erklärung an, dass die Krippe schon einmal eine kroatische Briefmarke zierte, da hieß es, wir müssten hier weg. ’žDie Ministerin kommt!’œ Also ab in die Kirche. Marina fing wieder an zu erklären, und schon hieß es wieder: ’žZackzack, raus hier, die Ministerin kommt!’œ Ein bisschen was hatten wir zum Glück schon mitbekommen:

Katarina Frankopan ’“ aus dem Krker Fürstengeschlecht ’“ vermachte der Kirche testamentarisch 1000 Dukaten. Diesen ’“ für damalige Verhältnisse ’“ großen Betrag gab sie unter der Bedingung, auf KoÅ¡ljun begraben zu werden, «in der Erde ihrer Väter». Beim Eingang in die heutige Kirche befindet sich ihr Grab mit originaler Grabplatte.

Ausgrabungen aus dem Jahre 1991 ergaben, dass sich unter dem Boden der jetzigen Kirche das Fundament der einstigen dreischiffigen Kirche der Hl. Maria befindet. Die heutige Südwand der Kirche ist teilweise die Wand der früheren benediktinischen Kirche. In ihr ist noch immer die Tür ihres Klosters sichtbar. Die Dachbalken der heutigen Kirche sind mit originalen Zeichnungen verziert, mit Wappen der Familien Frankopan.

Das Polyptychon in der Kirche stammt von Girolama da s. Croce (1535). Gemäß den damaligen Bräuchen verewigte er die Spender: Katarina und Ivan Frankopan, in Person der hl. Katarina und Johannes des Täufers. Zwischen ihnen ist der Schutzpatron der Stadt Krk: hl. Quirin, der erste Bischof von Sisak.

Schleunigst verließen wir die Kirche ’“ wer will sich schon mit den Men in Black anlegen? ’“und eilten ins Museum. Später ging’™s dann wieder zurück in die Kirche und zur Krippe. Das war leider alles ein bisschen chaotisch. Und alles wegen der Ministerin! Ach, Mensch, die wohnt doch da! Hätte sie nicht auch an einem anderen Tag nach KoÅ¡ljun kommen können?

Gleich nach der Bootsanlegestelle, auf dem Weg zur Kirche, steht auf einem Podest eine Bronze-Statue des Heiligen Franziskus mit einem Wolf. Man sagt, wenn man ein Ohr der Wolfsstatue berührt und sich etwas wünscht, so ginge das in Erfüllung. Die Ohren der Figur sind auch entsprechend abgegrabbelt.

Mit einem Augenzwinkern versicherte uns Reiseleiterin Marina, dass sie es schon probiert habe und dass es wirklich funktioniere. Wir sind zwar nicht abergläubisch, aber wenn’™s schon nichts nutzt, schaden kann es nicht. Also haben auch wir den Wolf bei den Ohren gepackt und uns was gewünscht. Es gibt gerade genügend gute Freunde, die ein bisschen Glück und Auftrieb gebrauchen könnten. Ob’™s etwas geholfen hat? Man kann’™s schlecht sagen. Aber man könnte es meinen.

DUNAT IN PUNAT
Gegen 14 Uhr ging’™s wieder mit dem Boot zurück nach Punat und weiter in Richtung Vrbnik. Aus dem Bus heraus zeigte uns Marina eine schlichte, aus unbehauenem Stein erbaute Kuppelkirche. Sie erklärte, das sei ein bedeutendes Denkmal altkroatischer Baukunst. Die Gelehrten streiten sich darüber, ob sie im 9., 10. Oder 11. Jahrhundert erbaut wurde. Auf jeden Fall sei diese Kapelle dem Heiligen Dunat geweiht.

Ich fürchte, wir haben beide zu viel Dilbert-Cartoons konsumiert, denn obwohl wir den Namen Dunat/Donat kennen, dachten wir spontan an ’žDonuts’œ, diese amerikanischen Krapfen. Der Heilige Donut. So weit kommt’™s noch!

KEIN VERGLEICH MIT REUTLINGEN!
Unser nächstes Ziel war, wie gesagt, Vrbnik, die Wein-Hauptstadt Kroatiens ’“ und die Heimatstadt unserer Reiseleiterin, was man unter anderem daran merkte, dass sie fortwährend irgend jemanden grüßte. Ich fand’™s nett.

Im Weinkeller Nada , einem Familienbetrieb, gab es eine kleine Weinprobe und wir kauften als Mitbringsel eine Flasche Weißwein, von dem wir annahmen, dass er meinem Vater schmecken würde. Ein bisschen was wissen wir natürlich auch über den Wein:

In Vrbnicko polje werden jährlich auf etwas mehr als 100 Hektar Fläche über 120 Waggons Trauben der Sorte Zlahtina gepflückt, die zum bekannten Weißwein, Schaumwein oder destillierten Wein verarbeitet werden. Vrbnicka Zlahtina ist eine bekannte autochthone Sorte der Insel Krk, die spezifisch für diese Region ist und in keinem anderen Gebiet angebaut wird.

Die Sorte wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf die Insel Krk gebracht, und Vrbnicko polje entstand erst zwischen den zwei Weltkriegen. Der Name des Weins, Zlahtina, stammt vom Adjektiv Zlahten, was in slawischen Sprachen edel heißt. Der Wein hat eine hellgelbe bis strohgelbe Farbe, ein sanftes Aroma und einen feinen spezifischen Geschmack. Und man sagte uns, Zlahtina passe am besten zu Schafskäse und Fischspezialitäten.

Das schreibt Wikipedia: ’žVrbnik ist eine kleine, aber, wie viele Gemeinden auf der Insel Krk auch, sehr alte Ortschaft. Sie liegt im zentralen Teil an der Nordostküste der Insel und hat einen kleinen Hafen. Bemerkenswert ist, dass sie sich auf einem Karstberg in 49 Meter Höhe über dem Meer befindet, so dass man, wenn man den Hafen erreichen will, einen sehr steilen Abhang hinunter laufen muss.

Wegen seiner exponierten Lage auf einem Berg unmittelbar gegenüber dem Festland, sind die Bewohner, insbesondere im Winter, häufig der „Bura“ ausgesetzt, einem starken Fallwind, der an den Hängen des Velebitgebirges auf dem Festland entsteht.

Obwohl der Ort sehr klein ist, hat er erstaunlich viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Größtes Wahrzeichen ist ohne Zweifel die Gemeindekirche, welche der heil. Maria geweiht ist. Ihr Kirchturm, der in seiner heutigen Form im Jahr 1527 erbaut worden ist, überragt den gesamten Ort. Die Kirche selbst ist im Jahre 1347 errichtet worden und wurde im Jahre 1859 umgebaut. Fachleute können heute noch erkennen, dass sie ursprünglich einen anderen Grundriss hatte. Daneben gibt es noch einige weitere kleine Kirchen und Kapellen. Alle sind sehr schön und reichhaltig ausgeschmückt und wer die sakralen Objekte dieses Ortes besichtigen möchte, braucht sicherlich mehr als einen Tag.

Auch der Ort selbst ist sehenswert, weil er ursprünglich auf dem Hügel über dem Meer erbaut worden ist. Dadurch ist eine Architektur entstanden, die dazu geführt hat, dass es ganz enge Strassen und Gassen gibt. In der Nähe des Marktplatzes gibt es eine Gasse – das Gässlein Klancic (Engpass) ’“, durch die mit Sicherheit nicht jeder Besucher laufen kann. Es soll angeblich die engste Gasse der Welt sein.’œ </i

Ist es nicht! Die Spreuerhofstraße in Reutlingen misst nur 31 Zentimeter Breite und ist damit ins Guinness Buch der Rekorde gekommen. Damit rauben die Reutlinger nun dem italienischen Ort Ripatransone den Titel und verweisen auch die Vrbnik auf den zweiten Platz ’“ beide hatten „nur“ 40 Zentimeter schmale Gassen zu bieten.

Also: Wer hat die engste Gasse? Die Schwaben!

Vrbnik war die letzte Station unserer Inselrundfahrt, und nun ging es wieder zurück ins Hotel.

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