Das Geheimnis der Kugelschreiber

Vielleicht sollten wir mal Julia Leischik auf das Geheimnis der verschwundenen Kugelschreiber ansetzen … die Fernsehlady, die sonst immer verschwundene Leute sucht. Oder ist das eher ein Fall für Akte X? Für Galileo, vielleicht? Oder gar für Unsolved Mysteries?

Weiß der Geier! Eines jedenfalls ist sicher: Bei uns daheim verschwinden auf rätselhafte Weise Kugelschreiber. Und zwar in rauen Mengen!

Gut, der eine oder andere geht den Weg alles Irdischen oder taucht im Rucksack oder in der Kellerwerkstatt wieder auf. Aber was ist mit der breiten Masse?

Vor ca. einem Jahr hab ich eigens eine größere Einheit quietschroter Kulis im Großhandel erworben. Die sieht man wenigstens, dachte ich, die können nicht so einfach irgendwo hineingemauschelt werden und spurlos verschwinden. Ha, denkste! Das haben die locker fertig gebracht. Kein einziger ist mehr vorhanden!

Und von dem größeren Gebinde weißer Werbekugelschreiber aus der Firma einer guten Bekannten sind genau noch die zwei vorhanden, die ich mit in den Verlag genommen habe. Gerade da sollte man annehmen, dass der Stifteschwund besonders groß ist, weil man sein Schreibwerkzeug irgendwo liegen lässt oder ein Kollege es in Gedanken einsteckt. Nein, gar nicht! Das Bermuda-Dreieck für Kugelschreiber muss sich irgendwo bei uns im Haus befinden.

Ich habe schon die Katerbande verdächtigt, irgendwo ein Depot anzulegen. So absurd ist das nicht! Kater Smokey seligen Angedenkens hatte die Angewohnheit, Kleinteile wie Teelöffel, Stifte, Scheren, Gefrierbeutelverschlüsse, Kronkorken und ähnliches Gedöns unter den Wohnzimmerteppich zu stopfen. Wo ich das Zeugs alle paar Tage wieder hervorkramte.

Wo aber sollten die Coonies die Kugelschreiber deponieren? Das Versteck müsste ich doch längst gefunden haben! So groß ist die Wohnung nicht, und ich komme beim Putzen auch ins allerhinterletzte Eck.

Womöglich ist es wirklich so, wie es die Autorin Tina Zang in einem ihrer phantastischen Kinderbücher beschreibt: All die veschlampten, verlegten und verlorenen Gegenstände befinden sich in einer anderen Dimension … auf der so genannten „Chaos-Ebene“. Und wenn das Zeug dort einmal ist, findet es so gut wie niemals mehr den Weg zurück.

Na dann!

Dann werde ich eben beim nächsten Büromaterial-Großeinkauf wieder eine Fuhre Kugelschreiber mitbestellen. Und bei der übernächsten. Und der über-übernächsten …

Foto: © Andreas Morlok/ http://www.pixelio.de

2 Kommentare

  1. Stimmt, mit den Kugelschreibern ist das so eine Sache: Entweder sie sind alle da oder plötzlich alle verschwunden. Aber irgendwann tauchen sie dann urplötzlich wieder aus der Versenkung auf. Da kann man sich immer nur wundern.
    LG
    Astrid

    1. Meine gekauften roten Kugelschreiber blieben auf ewig verschollen. Die Werbe-Kulis vom Tierschutzverein und von der Bank sind nicht ganz so treulos. Beziehungsweise, es gibt immer wieder Nachschub. Wenn sich da welche abseilen, kommen wieder neue nach.

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