Tina Zang: Echte Helden (4): Auf der Verbotenen Insel, Kinderbuch, ab 8

Tina Zang: Echte Helden (4): Auf der Verbotenen Insel, München 2012, arsEdition, ISBN 978-37607-6683-6. 138 Seiten, s/w-Illustrationen von Alexander von Knorre, Hardcover, Format: 15,2 x 21 x 2 cm, EUR 9,95 (D), EUR 10,30 (A)

Für die fünf Freunde aus Ruckheim ist es fast schon zur Routine geworden: Sie brauchen sich nur im Kreis aufzustellen, ihren Schwur „Echte Helden halten zusammen“ auszusprechen, und schon schnellt eine „Wandelfeder“ aus ihrer Mitte empor und sie landen in einer fremden Welt. Zurück kommen sie auf dem gleichen Weg. Unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen dieses Rituals ist die Anwesenheit von Kumpel Henni Fuchs. In seinen Adern fließt nämlich Schamanenblut, und genau das macht die Reisen in die Parallelwelten möglich.

Als „Schamane“ Henni, Tüftler Arne, „Holzwurm“ Ulli, Zappelphilip Tom und Comic-Fan Paul samt Hund Ringo bei der Suche nach einem neuen Unterstand für ihr selbst gebautes Floß in ein Gewitter geraten, wünschen sie sich mit ihrer Wandelfeder nur für einen Moment in eine trockenere Welt – und landen auf einer „Verbotenen Insel“, die von lauter übergewichtigen Menschen in Roboteranzügen bewohnt wird.

Dieses Mal sind sie nicht die einzigen Besucher aus einer anderen Welt. Drei Jungs mit schrillen Frisuren und allerhand futuristischen Gerätschaften im Gepäck sind ebenfalls per Wandelfeder auf die Insel gekommen. Die drei stellen sich als Darwin, Armstrong und Kolumbus vor und bezeichnen sich als „Schamanauten“.

Sie behaupten, sie seien hier, weil hier jemand ihre Hilfe brauche. Doch es dauert nicht lange, bis sie selber in einer Notlage sind. Die Robotermenschen erkennen sie als Eindringlinge und setzen sie fest, um sie gründlich zu untersuchen. Sie fragen sich nämlich, warum die Jungs so dünn sind – und wie sie ohne schützenden Roboteranzug überleben können.

Jetzt ist es an den Echten Helden, ihre neuen Kumpels aus dem Schlammassel herauszupauken. Aber wie? Zwar haben die Schamanauten ihnen ein bisschen etwas von ihrem technischen Schnickschnack überlassen, doch wie man damit umgeht, müssen die fünf Freunde alleine herausfinden. Was macht man mit einem armbanduhrgroßen Computer, der den Charakter einer launischen Katze hat? Und wie schafft man es, dass einen die „Elend Normale Hüpfkuhblase“ unsichtbar macht?

Roboteranzüge sollten sie haben, dann könnten sie sich unter die Robotermenschen mischen und hätten eine Chance, die Schamanauten zu finden und zu befreien. Doch auch dieser Plan hat seine Tücken. Und die Schamanauten selbst sind ebenfalls noch für eine Überraschung gut.

Natürlich wird daheim in Ruckheim den Jungs keiner ein Wort von ihrem Abenteuer glauben. Egal. Das sind sie ja schon gewöhnt. Doch zumindest für Arne hat sich das Erlebnis auf ganzer Linie gelohnt: Endlich hat er ein überzeugendes Thema für seine Hausarbeit gefunden …

Tina Zangs Kinder- und Jugendbücher zeichnen sich stets durch eine überbordende Fantasie und einen feinen Humor aus. Allein der Technikkram, mit den es die Jungs hier zu tun bekommen, ist Gold wert: Die Roboteranzüge, der Eigenschaften so anschaulich geschildert werden, dass man sich lebhaft vorstellen kann, wie es sich anfühlt, einen zu tragen. Und erst der iCat, den die Schamanauten bei sich haben: ein Computer, der schmollen, schnurren und „kratzen“ kann und fortwährend nach einem Software-Update quengelt. Herrlich!

Wie jeder Band der Echte-Helden-Reihe ist auch dieser eine irrwitzige Abenteuergeschichte und gleichzeitig ein Loblied auf die Freundschaft. Die „Echten Helden“ leben ihren Schwur und halten wirklich in jeder Lebenslage zusammen. Und sie akzeptieren einander mit all ihren Macken und Eigenarten. Schön, dass ausgerechnet das schwächste Mitglied der Gruppe der Katalysator für die Parallelwelt-Abenteuer ist. Doch die Helden würden ihren Henni auch mögen und mitspielen lassen, wenn er kein Schamane wäre. Nicht nur, weil er immer für den leckersten Proviant sorgt. Das ist einfach ihre Natur.

Die Autorin:
Tina Zang wurde 1960 in Backnang (bei Stuttgart) geboren. In Heidelberg studierte sie Physik und Sprachen, arbeitete für ein Übersetzungsbüro und machte sich schließlich als Autorin selbständig. Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Land und schaut beim Schreiben ins Grüne. Unter dem Namen Christine Spindler schreibt sie Krimis für Erwachsene, die zum Teil in den USA erscheinen.

Der Illustrator:
Alexander von Knorre wurde 1982 in Magdeburg geboren. Er studierte Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar und arbeitet heute als freier Illustrator für verschiedene Kinderbuchverlage.

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

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