Nuschelnuschelnuschel

„Du“, sag ich zum Gatten, „da hat uns wer den Anrufbeantworter vollgesülzt. Ich verstehe kein Wort. Bin mir nicht mal sicher, ob es sich um eine menschliche Sprache handelt. Kannst du mal reinhören? Du kennst doch immer so komische Leute, vielleicht sagt dir das ja was.“

Ein halbes Dutzend Mal haben wir uns seither aus reiner Neugier die Ansage angehört und verstehen beide so ca. alle zehn Sekunden ein Wort.

„Hallo, hier … nuschelnuschelnuschel … Zöpfe immer aufgehen … nuschelnuschelnuschel … Haare … nuschelnuschelnuschel … nervt halt …. nuschelnuschelnuschel … brauche ich … nuschelnuschelnuschel … müssen uns treffen … nuschelnuschelnuschel …. Handtasche …. nuschelnuschelnuschel … Badeanzug  …. nuschelnuschelnuschel … Okay, tschüss!“

„Hallo“ und „tschüss“  haben wir zweifelsfrei verstanden. Der Rest ist unsere freie Interpretation.

Äh … war für eine Art Experte muss man wohl sein, um so ein Geschwätz verstehen zu können? Ein anderer Teenager?

„Und?“, frag ich den Gatten, „kannst du damit was anfangen?“

Er: „Nö. Kann nicht zuhören, kann nicht denken, kann nicht sprechen. Mit solchen Leuten habe nichts zu tun.“

Ich hatte mich echt schon gefragt, ob ich unseren Anrufbeantworter vielleicht so unverständlich besprochen habe, dass irgendwelche Junghühner meinen könnten, wir seien ihre Kumpels. Oder ihr Friseur.

Aber wenn ein Anrufer bei meiner doch recht markanten Stimme nicht stutzig wird und nicht merkt, dass er gar keinen kennt, der so spricht, dann ist ihm eh nicht mehr zu helfen.

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