Goodbye, Arbeitstasche!

Ich gehöre zu den Frauen, die definitiv keinen Handtaschentick haben. Eine Tasche ist für mich ein zuverlässiger Begleiter, über den ich nicht groß nachdenken will. Und so habe ich meistens nur zwei in Gebrauch: eine robuste Handtasche für den privaten Einsatz und eine Art Aktenmappe für den Weg zur Arbeit.

Meine Taschen dürfen gern geräumig sein und –zig Fächer haben. Mit der Zeit entwickle ich eine Routine, weiß genau, in welches Fach ich was hineinstopfe und finde Geldbeutel, Fahrkarte, Handy, Taschentücher, Schlüssel und Firmen-ID-Karte blind.

Da ich mich bekanntlich nicht gerne an etwas Neues gewöhne, trage ich die Taschen, bis sie buchstäblich auseinanderfallen. Meine letzte Handtasche – ein sündteures Teil von Picard, das ich mal in einem BRIGITTE-Preisausschreiben gewonnen hatte – war fast 13 Jahre lang in Gebrauch. Sie war trotz ausgezeichneter Qualität am Schluss schon etwas schäbig. Wenn Gerhard mir keine neue geschenkt hätte, trüge ich sie aber vermutlich noch heute.

Bei Arbeitstaschen bin ich, was das Aussehen angeht, noch etwas unempfindlicher. Das aktuelle Exemplar habe ich mehrfach mit Bordmitteln repariert. Als die Karabinerhaken brachen, die den Schulterriemen fixierten, behalf ich mir mit Schlüsselringen, Kabelbindern und Plastikschnüren. Als das Schloss sich vom Leder löste, habe ich es wieder angeklebt.

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Jetzt ist innerhalb weniger Wochen eine Lederschlaufe für den Trageriemen gerissen und der Mechanismus des Schlosses kaputtgegangen. Da ist nun wirklich nichts mehr zu retten, und nach ca. 10 Jahren und wer-weiß-wie vielen Pendler-Kilometern kommt die Tasche nun auf den Müll.

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So vorausschauend, dass ich rechtzeitig für Ersatz gesorgt hätte, bin ich leider nicht. Jetzt hab ich gestern provisorisch alles in eine ausrangierte Laptoptasche umgepackt. Gerhards neuer Läppi passte da nicht mehr rein, und so stand das Teil seit zwei Jahren hier ungenutzt rum.

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Das ist derzeit meine Neue … eine von Gerhards ungenutzten Laptoptaschen.

Ich bin noch in der Umgewöhnungsphase. Ein bisschen schwerer als die alte Tasche ist die neue schon. Und auch nicht ganz so praktisch, weil man den Reißverschluss rundum öffnen muss, wenn man etwas herausholen will. Einfach „schnapp“ und „grapsch“ ist nicht. Und ein Handyfach hat sie auch nicht. Es ist eben doch nur eine Laptoptasche. Die Kette mit dem Hausschlüssel werde ich auch noch an einer anderen Stelle befestigen müssen. Das, was ich da gestern Abend gefrickelt habe, ist nicht optimal.

Entweder ich gewöhne mich an das Provisorium – oder es ist doch wieder eine neue Tasche fällig.

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