Antje Szillat: Fabelhafte Feline (Band 2): Das Ponywunder (8 – 10 Jahre)

Antje Szillat: Fabelhafte Feline (Band 2): Das Ponywunder, Münster 2017, Coppenrath-Verlag, ISBN 978-3 649 62137 9, Hardcover, 147 Seiten, mit s/w-Illustrationen von Angela Glökler, Format: 15,1 x 2 x 21,5 cm, Buch: EUR 9,99 (D), EUR 10,30 (A), Kindle Edition: EUR 4,99.

Abbildung: (c) Coppenrath Verlag

Sechs Wochen ist es jetzt her, dass Bamberger Tierarzt Dr. Fabian Ahrend mit seiner Frau Kathrin, der elfjährigen Tochter Feline und Hund Ludger auf den Glückskleehof in Ostfriesland gezogen ist. Das Umzugschaos ist weitgehend beseitigt, die Sommerferien sind vorbei, Feline hat im Nachbarjungen Tim einen guten Freund gefunden und alles geht seinen Gang.

Dass Paulo, der dicke rote Kater, mit dem Feline sich angefreundet hat, sprechen kann und weit über 150 Jahre alt ist, hat Feline niemandem verraten.

Wer hat das alte Pony ausgesetzt?


Felines Vater ist normalerweise eine Seele von Mensch. Doch als Unbekannte ein klappriges altes Pony in einem schrottreifen Pferdeanhänger auf dem Gelände des Glückskleehofs aussetzen, rastet er aus. Wie kann man nur ein Tier so verwahrlosen lassen und dann so dreist entsorgen?

Paulo, der magische Kater, weiß mehr. Er kann mit allen Tieren kommunizieren und das, was sie ihm erzählt haben, für seine Feline in die Menschensprache übersetzen. So erfährt die Tierarzttochter, dass das Pony Flecki heißt und auf dem Jahrmarkt jahraus, jahrein seine Runden als Reittier in einem so genannten „Ponykarussell“ drehen musste. Jetzt ist es zu alt dafür und die Besitzer, ein Brüderpaar, wollten es loswerden.

Der Tierarzt versucht alles, das Pony zu retten. Feline weicht dem armen Flecki nicht von der Seite und vernachlässigt darüber ihren Kumpel Tim. Und der wäre doch so gerne mit ihr auf den Herbstmarkt im Nachbarort gegangen! Aber dafür hat sie keine Zeit. Auch Kater Paulo ist ein bisschen eifersüchtig auf das Pony. Er findet es schon schlimm genug, Feline mit Tim und Hund Ludger teilen zu müssen. Schließlich ist sie „sein“ Mensch, und er hätte sie gerne für sich alleine.

Tierquälerei auf dem Jahrmarkt


Wie gut, dass sich Feline doch noch dazu entschließen kann, mit Tim zum Herbstmarkt zu gehen! Dort nämlich entdecken sie ein Ponykarussell, in dem vier traurige Tiere im Kreis laufen. Ist das denn nicht verboten? Das gilt doch als Tierquälerei! Und stammt Flecki vielleicht aus dieser Gruppe?

Während Tim nach Hause radelt, um Tierart Dr. Ahrend zu Hilfe zu holen, versucht Feline, die Jahrmarktbesucher davon abzuhalten, ihre Kinder auf den geschundenen Ponys reiten zu lassen. Das lassen sich die Betreiber dieser Attraktion natürlich nicht gefallen.

Leider kann auch Dr. Ahrend nichts gegen das Ponykarussell ausrichten. Die Betreiber haben eine Genehmigung. Doch die Kinder und Kater Paulo wollen die Ponys nicht im Stich lassen. Heimlich folgen sie den Männern nach Feierabend um zu sehen, wohin sie die Ponys bringen. Das ist absolut leichtsinnig und bringt vor allem Paulo in schwere Bedrängnis. Hilfe kommt von gänzlich unerwarteter Seite …

Eine sehr gefährliche Aktion


Feline lässt sich zu einem riskanten Alleingang hinreißen in dessen Folge es sogar zu einer hochdramatischen Verfolgungsjagd kommt. Es war wohl doch keine so gute Idee, sich alleine mit ein paar Erwachsenen anzulegen. Wird die Sache für Kinder, Kater und Ponys gut ausgehen?

Im vorliegenden Band zweiten der Reihe ist deutlich mehr Action geboten als im Einführungsband DAS GEHEIMNIS VOM GLÜCKSKLEEHOF.

Sie sind schon ein tolles Team, Feline, Tim und der sprechende Kater. Wenn es solche Dolmetscher zwischen Tieren und Menschen auch Wirklichkeit gäbe, wären wir wohl ein Planet der Tierschützer und Veganer.

Tim ist für Feline ein guter Freund. Er würde für sie alles tun. Umgekehrt bin ich mir nicht so sicher. Für Feline kommen die Tiere immer an erster Stelle.

Die Eltern des Mädchens sind zwar sehr beschäftigt und oft auch im Stress, aber sie haben immer ein offenes Ohr für die Belange ihrer Tochter. Doch so idyllisch wie in Band 1 geht es in DAS PONYWUNDER nicht mehr zu. Die Bewohner des Glückskleehofs werden mit skrupellosen Tierquälern und Geschäftemachern konfrontiert. Und Feline muss die Erfahrung machen, dass ihr Vater auch nicht allmächtig ist und gegen die Tierquäler zunächst nichts ausrichten kann.

Und dann ist da ja noch der schwarze Kater Balthasar, dem Kater Paulo etwas Böses will. Nur was er im Schilde führt und warum, das wissen wir noch immer nicht so genau.

Lieber bei Band 1 einsteigen


Man kann auch bei diesem Band in die Reihe einsteigen. Ich habe das unabsichtlich getan, weil die Bände in der falschen Reihenfolge bei mir eingetroffen sind. Man kann die Handlung schon nachvollziehen, fragt sich aber ständig, ob man nicht von der Vorgeschichte etwas Wichtiges verpasst hat, vor allem, was Paulo und seinen Gegner Balthasar angeht. Hat man nicht. Was die beiden Kater umtreibt, darüber werden wir wohl erst zu gegebener Zeit mehr erfahren. Doch um diese Unsicherheit auszuräumen, ist es vielleicht besser, wenn man wirklich bei Band 1, DAS GEHEIMNIS VOM GLÜCKSKLEEHOF anfängt.

Auch Jungs könnten Spaß an diesem Abenteuer haben. Aber mit einem Buch in diesem femininen Look – Mädchen, Pferd, Blütenranken, Glitzer – werden sie sich bestimmt nicht sehen lassen wollen: Da wäre jetzt ein alternatives Cover mit einer der Actionszenen praktisch. 😉 Oder ein Schutzumschlag.

Die Autorin


Antje Szillat, 1966 geboren, arbeitete viele Jahre als Lerntherapeutin und -beraterin, bevor sie beschloss, ihren Kindheitstraum wahr zu machen und Schriftstellerin zu werden. Die Leseförderung und der Kontakt zu ihren jungen Lesern liegen ihr dabei ganz besonders am Herzen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern vor den Toren ihrer Lieblingsstadt Hannover.

Die Illustratorin


Angela Glökler wurde in Rastatt geboren. Ihr Wunsch, das Zeichnen zum Beruf zu machen, führte sie nach Hamburg, wo sie Illustration studierte und bis heute lebt. In einem hübschen alten und mit viel Goldregen bewachsenen Gebäude widmet sie sich im Kreise kreativer Kollegen der Gestaltung von Kindermedien.

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

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