Die Chrysanthemen meiner Mutter

Meine Mutter hatte einen „grünen Daumen“, was man von meinem Vater und mir jetzt nicht gerade behaupten kann. Ich weiß noch, wie ich mal bei meinen Eltern die Urlaubspflege für die Blumen übernehmen musste und allein im Haus 99 Pflanzen gezählt habe.

Die Chrysanthemen stehen natürlich im Garten. Als meine Mutter noch lebte, hatten wir die in allen möglichen Farben: gelb und weinrot, rosa, weiß und rostbraun. Und obwohl mein Vater die Pflanzen hegt und pflegt, sind nur noch die gelben übrig geblieben. (Das ist beiden Gladiolen übrigens auch so. Pink, weiß, rosa, rot – alles weg. Nur die gelben haben überlebt.)

Als mein Vater jetzt im Krankenhaus war, lautete seine einzige Frage an den operierenden Arzt, ob denn am Freitag wieder zu Hause sei, er müsse doch die Chrysanthemen seiner Frau gießen. Das hat dann meine Tante übernommen. Nicht auszudenken, wenn den Pflanzen was passieren würde!

Ehe der Frost kommt, haben wir noch Sträuße auf den Friedhof gebracht, ich habe mir einen Blumenstrauß mit heimgenommen und den Rest holt sich eine Bekannte. Vergammeln sollen die Blumen ja schließlich nicht, es soll jemand Freude daran haben.

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Bei mir stehen Blumensträuße grundsätzlich in der Küche. Wenn die Katzen meinen, eine Sauerei damit machen zu müssen, kann man die dort am einfachsten beseitigen. Aber die Chrysanthemen gehen sie nicht dran. Die riechen ihnen  vielleicht nicht sympathisch genug.

2 Kommentare

  1. Es muss wohl so sein, dass GELBE Blumen ein besonderes Überlebenspotential haben, denn das ist mir auch schon aufgefallen. Ich neige dazu, Pflanzen „totzugießen“. Zimmerpflanzen habe ich, schon aus Platzgründen, wenige. Und diese Wenigen haben nicht so eine lange Lebenszeit.
    Wie schön, dass die gelben Chrysanthemen Erinnerung und Schmuckstück zugleich sind.

    Lieben Gruß!
    M.B.

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