Antje Szillat (Autorin), Jan Birck (Illustrator): Flätscher – Die Sache stinkt , (7 – 11 Jahre)

Antje Szillat (Autorin), Jan Birck (Illustrator): Flätscher – Die Sache stinkt, (7 – 11 Jahre), München 2016, dtv Junior, Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-76156-7, Hardcover, 128 Seiten mit farbigen Illustrationen, Format: 15,1 x 1,7 x 21,3 cm, Buch: EUR 10,95 (D), EUR 11,30 (A), Kindle Edition: EUR 8,99, auch als Hörbuch lieferbar.

Abbildung: (c) dtv Junior
Abbildung: (c) dtv Junior

Stinktier Flätscher hält sich selbst so ziemlich für den coolsten Typen des Universums und für den größten Detektiv der Welt sowieso. Er haust in einer verlotterten Garage, in der vor Jahrzehnten jemand einen schicken Rolls Royce vergessen hat. Ob er wohl zu viele Filme mit Humphrey Bogart gesehen hat? „Schwarze Serie“ und so?

Seine kulinarischen Vorlieben sind allerdings eher bodenständig. Als er mal wieder die Mülltonnen des Restaurants „Wilder Elch“ auf der Suche nach Semmelknödel-Resten durchwühlt, wird er vom Koch erwischt. Flätscher weiß nicht, was er empörender findet: dass der Typ ihn in einen Kartoffelsack steckt oder dass er ihn für eine Katze hält. Doch der Irrtum ist schnell aufgeklärt – ein gezielter Schuss aus der Stinkdrüse, und der Koch weiß, dass er es hier mit einem ausgewachsenen Skunk zu tun hat. Zum Glück kommt Theo dazu, der Sohn des Kochs, und rettet Flätscher vor seinem wütenden Vater.

Ein sprechendes Stinktier als Detektiv


Nachdem der Junge sich vor der erschreckenden Erkenntnis erholt hat, dass das Stinktier sprechen kann, freunden sich die beiden an. Theo steigt sogar als Assistent in Flätschers Detektivbüro ein. Mit Assistentin Cloe, einer tüchtigen Zwergwieseldame, ist das Team komplett und bearbeitet bald seinen ersten gemeinsamen Fall: Ein Zechpreller schädigt das Lokal von Theos Vater. Der fällt immer wieder auf den Kerl herein, weil dieser sich jedes Mal anders verkleidet, im „Wilden Elch“ tüchtig isst und trinkt – und dann ohne zu bezahlen verschwindet.

Die Hinterhof-Detektive nehmen die Verfolgung auf und kommen einer ganz gemeinen Verschwörung auf die Spur …

Jan Bircks Illustrationen in düster-fahlen „Hinterhof“-Farben sind klasse: schräg, witzig und mit ungewöhnlichen Perspektiven. Mit Sprechblasen und lautmalerischen Wörtern versehen haben sie etwas comichaftes. ZACK ist das Stinktier gefangen, STÜLP steckt es im Kartoffelsack, SCHWUPPS ist es in der Kanalisation verschwunden und SCHEPPER haut’s den Meisterdetektiv von der Kühlerhaube seines Rolls.

So wirklich mörderisch spannend ist der erste Fall der Hinterhofdetektive nicht. Aber es dauert eben, bis die Helden vorgestellt sind und zu einem Team zusammenfinden. Da haben sie nur noch ein halbes Buch lang Zeit um die Bösewichte zur Strecke zu bringen.

Großspuriger Spruchbeutel mit Stinkkanone


Dass Flätscher nicht mit einer Pistole, sondern mit einer selbst gebauten Stinkkanone bewaffnet ist, das hat was. Auf seine körpereigene Stinkdrüse kann er sich nämlich nicht immer verlassen, die hat im entscheidenden Moment mitunter Ladehemmung.

Die Sprache ist mir manchmal zu gewollt witzig. Wortschöpfungen wie „logomanisch“, „testologisch“, „detektivischklaro“ oder „assientiogenialo“ finde ich fast schon ein wenig peinlich. Aber ich gehöre ja auch altersmäßig nicht zur Zielgruppe. Die jungen Leserinnen und Leser sehen das möglicherweise ganz anders. Ob sie den großspurigen Spruchbeutel Flätscher wohl mögen werden? Mit seinen ständigen Übertreibungen ist er zwar ganz witzig, aber besonders sympathisch macht ihn das nicht.

Dass die optische Nähe zu Comics auch den einen oder anderen Lesemuffel in Flätschers Abenteuer hineinziehen könnte, kann ich mir gut vorstellen. Dass die Serie in künftigen Bänden noch etwas mehr Fahrt aufnimmt, halte ich ebenfalls für denkbar.

Die Autorin
Antje Szillat schreibt sehr erfolgreich Bücher für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und schlüpft dabei gern in die unterschiedlichsten Rollen. Mit ihrer Kinderbuchreihe ›Rick‹ landete sie einen großen Erfolg. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in der Nähe von Hannover. Weitere Informationen unter www.antjeszillat.de

Der Illustrator
Jan Birck ist freier Illustrator, Trickfilmkünstler und Cartoonist. Er wurde ausgezeichnet mit dem Troisdorfer Kinder- und Jugendbuchpreis und machte sich nicht zuletzt als Zeichner der ›Wilden Fußballkerle‹ einen Namen. Er lebt mit seiner Familie in München. Weitere Informationen unter www.jan-birck.de

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

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