Stephanie Friedrich: Morle schnurrt. Moderne Wohnaccessoires für Katzen selbst gemacht

Stephanie Friedrich (Fräulein Otten): Morle schnurrt. Moderne Wohnaccessoires für Katzen selbst gemacht. 20 Anleitungen für Näh-, Filz- und Holzprojekte sowie schmackhafte Katzenleckerli, Münster 2018, LV.Buch im Landwirtschaftsverlag, ISBN 978-3-7843-5542-9, Hardcover, 148 Seiten mit Farbfotos von Michèle Brunnmeier, Format: 21 x 2,2 x 24,6 cm, Buch: EUR 18,00, Kindle Edition: EUR 11,99.

Abbildung: © LV.Buch

Die Autorin, die auch unter ihrem Bloggernamen „Fräulein Otten“ bekannt ist, präsentiert uns in diesem Band 20 Entwürfe für Katzen-Wohnaccessoires zum Nachmachen. In der Einleitung erklärt sie, was ihre Arbeiten auszeichnet: „Die ausgewählten DIY-Projekte sind dem Anspruch auf Katzentauglichkeit verpflichtet und präsentieren sich in einem klaren, zeitlosen Design, das sich wundervoll in moderne Wohnwelten fügt.“ (Seite 9) Da werden schon mal alle diejenigen aufhorchen, denen herkömmliche Artikel oft zu kitschig und zu plüschig sind – und coole Designer-Accessoires zu kostspielig.

20 Projekte, Schritt für Schritt


„Die Gestaltungsideen werden mit ebenso nachhaltigen wie angesagten Materialien (…) verwirklicht. (…) Alle DIY-Projekte werden in bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen vorgestellt.“ (Seite 9) Dazu gibt’s Materialvorschläge, Angaben zu benötigten Werkzeugen, Tipps sowie Hinweise auf eigene Erfahrungen mit dem Material und dessen Verarbeitung. Bezugsquellen sowie die URLs zum Herunterladen von Vorlagen und Schnittmustern findet man im Anhang.

Die Expertin, die jeweils am Schluss eines Projekts zu Wort kommt und das Produkt auf seine Katzeneignung hin prüft, ist jedoch nicht die titelgebende Katze Morle, wie ich bis zum Ende angenommen habe, sondern die gelernte Tierpflegerin, Tierschützerin und Bloggerin Manuela Vogt. 😉

Der Schwierigkeitsgrad eines jeden Projekts wird eingangs angezeigt. Die Anzahl der „Katzenköpfe“ gibt Auskunft darüber, ob die Umsetzung für Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis geeignet ist.

Wer weder gut in Handarbeit noch im Heimwerken ist, muss jetzt aber nicht traurig von dannen schleichen. Die Ideen aus dem Kapitel „Flohmarkt-Upcycling“ kann man auch umsetzen, wenn man zwei linke Hände hat. Und für die Herstellung von Katzenleckerli muss man kein Sternekoch sein.

Was spricht eigentlich dagegen, das eine oder andere Projekt von einem Profi oder einer handwerklich begabten Person aus dem Freundeskreis realisieren zu lassen? „Do it yourself“ heißt ja nur, dass „man“ das selber machen kann. Es bedeutet nicht automatisch, dass der Leser das höchstpersönlich tun muss.

Und nun kann es losgehen:

1. Kapitel: Projekte zum Nähen

Sie sehen sehr stylisch und puristisch aus, die Hängematten, verschiedenen Kissen und Katzenkörbe! Wenn man das Material nach eigenem Gusto auswählen darf und nicht darauf angewiesen ist, was im örtlichen Einzel- oder Versandhandel angeboten wird, eröffnet das ungeahnte Möglichkeiten. Vorausgesetzt, man ist imstande, nach fotografierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu arbeiten (und hat schon einmal einen Reißverschluss eingenäht).

Wie man die Kissen und Körbchen macht, leuchtet mir ein. Aber bei der Hängematte war ich raus aus der Nummer. Ich fürchte, ich gehöre zu denen, die ein leibhaftiges Muster in der Hand halten und in alle Richtungen drehen können müssen, um zu verstehen, wie etwas hergestellt wurde und wie die Anleitung gemeint ist. Aber wie gesagt, man muss ja nicht eigenhändig …

Abbildung: © LV.Buch / Foto: E. Nebel

2. Kapitel: Projekte zum Filzen

Eine Filzhöhle für Katzen hat so etwas archaisch-Natürliches. Kein Chichi, kein Firlefanz, einfach nur schlichte Eleganz! Und die Katzen scheinen das Material zu lieben.

Wem das Nassfilzen zu viel Gefummel ist, beziehungsweise, wer mit der Technik noch nie in Berührung gekommen ist, der fängt am besten mit etwas Überschaubarem wie Filzkugeln mit speziellem „Innenleben“ an. Oder mit stabilen Baldriankissen aus Wollfilz, den es bereits fertig zu kaufen gibt.

3. Kapitel: Projekte aus Holz

Ob ein Kratzbaum aus einem naturbelassenen Birkenstamm, ein „Klohäuschen“, das die unvermeidliche Plastik-Katzentoilette dekorativ verhüllt oder ein Würfelmodul, in beliebiger Anzahl produzierbar, in dem Katzen herumklettern oder sich verstecken können – hier ist das meiste nur mit Hilfe eines Profis oder eines begabten Heimwerkers mit entsprechend ausgestatteter Kellerwerkstatt zu realisieren. Als wirklicher Anfänger bekommt man vielleicht das Kratzbrett mit Filzvorlage hin.

4. Kapitel: Ideen für Upcycling und Flohmarktschick

Hier können auch die mitmachen, die nicht mit überragenden DIY-Talenten gesegnet sind. Katzengras in einem gefälligen Gefäß statt in einem hässlichen Blumenpott aus Plastik zu ziehen, ein Tablett als Futternapf-Unterlage zu verwenden, Schubladen zu Katzenbetten umzuwidmen oder seinen Miezen das Katzenfutter in hübschen Tellerchen aus einem ausrangierten Service zu servieren, dazu braucht man nur eine Inspiration und keine über die Maßen geschickten Hände.

Und wer für sich und seine Liebsten kochen kann, der kann auch Katzenleckerli zubereiten.

Ideen für Katze und Mensch


Das vorliegende Buch gibt anregende Tipps für alle, die ihre Katzenmöbel und –accessoires gerne individuell, schick, langlebig und nachhaltig hätten. Damit nicht nur das Morle schnurrt, sondern auch der Mensch seine Freude daran hat.

Wie bei den allermeisten Sachbüchern hängt auch hier der Nutzen für den Leser von dessen Vorkenntnissen ab. Was für den ungeübten Anfänger eine echte Herausforderung darstellt, ist für den Semi-Profi eine bloße Fingerübung, für die er keine Anleitung braucht. Die Autorin versucht, die Schwierigkeitsgrade zu mischen, damit für jeden etwas dabei ist. Was zwangsläufig dazu führt, dass das Buch eben auch Projekte enthält, die den Leser über- und unterfordern können. Das liegt in der Natur des Konzepts.

Die Autorin
Stephanie Friedrich, bekannt als Fräulein Otten, postet in ihrem Blog www.fraeuleinotten.blogspot.de und für den Bernina-Blog https://blog.bernina.com/de/author/fraeuleinotten/ regelmäßig Beiträge. Seit mehr als sieben Jahren schreibt sie über Wohnen, Nähen und schöne Dinge. Sie ist freischaffende Modedesignerin sowie Dozentin für angewandte Kunst.

Die Expertin
Als gelernte Tierpflegerin liegt Manuela Vogt Tierschutz besonders am Herzen. Katzen gehörten von klein auf in ihr Leben. Auf www.katzenblog.de teilt sie DIY-Projekte und Erfahrungsberichte mit anderen Katzenliebhabern. In diesem Buch hat sie ihre Tipps und Erfahrungen zu den einzelnen Projekten beigesteuert

Die Fotografin
Die Fotos in dem Band stammen von Michèle Brunnmeier, Kindergärtnerin – den Begriff „Erzieherin“ kann sie nicht leiden – und Bloggerin mit einer Leidenschaft für Handarbeit und Fotografie. Sie lebt in der Nähe von Stuttgart. www.amselle.de

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

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