Monika Feth (Text), Cornelia Haas (Illustrationen): Weihnachten steht vor der Tür (ab 4 J.)

Monika Feth (Text), Cornelia Haas (Illustrationen): Weihnachten steht vor der Tür (ab 4 J.), München 2014, cbt Kinder- und Jugendbuchverlag, ISBN 978-3-570-16371-9, Hardcover, 48 Seiten mit farbigen Illustrationen, Format: 16,3 x 1,2 x 21,6 cm, Buch: EUR 9,99 (D), EUR 10,30 (A), Kindle: EUR 8,99. Auch als Hörbuch lieferbar.

Abb.: (c) cbt Kinder- und Jugendbuchverlag

„Es gibt zwei Dinge, die ich über alles liebe: Sardinen in Öl und Besuch“. (Seite 8)

Die Geschichte spielt vor den Ereignissen in dem Buch ARMER SCHWARZER KATER. Hier ist der namenlose Kater noch eine Einzelkatze.

Wer ist denn dieser Weihnachten?

„Weihnachten steht vor der Tür“, sagt eines Tages der Menschenmann. Der Kater flitzt schnurstracks zur Tür, um den Besucher in Empfang zu nehmen. Dabei fragt er sich, wieso dieser Weihnachten weder geklingelt noch geklopft hat und warum draußen überhaupt niemand ist. Hm, na ja, da wird sich sein Mensch wohl getäuscht haben. Das kann ja mal vorkommen.

Da die Menschenfamilie (Eltern und drei Kinder) aber von nichts anderem mehr als von Weihnachten reden und allerlei kuriose Vorbereitungen treffen, lässt die Sache dem Kater keine Ruhe. Der Weihnachtskerl muss ja ungeheuer bedeutend sein, sonst würden seine Menschen nicht so ein Buhei veranstalten: Sie putzen, sie basteln, sie musizieren, sie kaufen ein wie verrückt, sie kochen und backen und stellen sich sogar einen toten Baum in die Wohnung. Und nicht nur seine Menschen drehen derart am Rad, sondern alle Menschen, die er kennt!

Der Kater legt sich auf die Lauer

Damit er den hohen Besuch ganz gewiss nicht verpasst, verlässt der Kater sein gemütliches Plätzchen auf der Fensterbank und quartiert sich in der zugigen Diele ein. Seine Menschen wundern sich und wenn sie die Katzensprache verstünden, wüssten sie, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchen: Ihr Kater wartet nur auf Weihnachten.

„Wenn Weihnachten kommt, muss er an mir vorbei. Ich werde der erste sein, der ihn begrüßt. Wenn sie mich nur in Ruhe lassen würden. Ich bin doch ein freier Kater und kann frei entscheiden, wo ich mich aufhalten will. (…) (Seite 12)

Und als er endlich glaubt, dass der lang ersehnte Gast da sei, entpuppt sich dieser als der verkleidete Hausherr, der hartnäckig behauptet, er sei der Nikolaus. Alle bekloppt geworden!

Niemand erklärt ihm was!

Weil ihm keiner was erklärt, reimt sich der Kater das wildeste Zeug zusammen. Seine Überlegungen zum Weihnachtsbaum sind der Brüller! Und seine Frage, warum sich alle Welt zur selben Zeit auf ein und denselben Gast vorbereitet, wo dieser doch nur eine einzige Einladung annehmen kann, ist aus seiner Sicht berechtigt. Für den Kater ist Weihnachten ja eine Person. Nachbarsdackel Waldemar, der schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hat und einige Weihnachtsfeste miterleben durfte, sieht die Sache ganz anders. Für ihn ist Weihnachten ein Festessen, das jedes Jahr um die selbe Zeit stattfindet..

Schmollend im Kinderzimmer

Dann ist Heiligabend, was dem Kater natürlich nichts sagt. Der Baum wird geschmückt und die Menschenverwandtschaft kommt zu Besuch. Als der Kater anfängt, mit den Christbaumkugeln zu spielen, werden seine Zweibeiner hysterisch und jagen ihn aus dem Wohnzimmer. Schmollend verbringt er den Abend in einem der Kinderzimmer auf dem Bett. Womöglich schläft er sogar kurz ein. Irgendwann wird ihm jedenfalls klar, dass seine Leute wieder zum Alltag übergehen und der ganze festliche Spuk vorbei ist. Und obwohl er so aufmerksam auf der Lauer gelegen hat, hat er den geheimnisvollen Weihnachten doch verpasst!

Im nächsten Jahr, so nimmt er sich vor, wird er noch viel aufmerksamer sein und seinen Beobachtungsposten überhaupt nicht mehr verlassen. Da wird ihm Weihnachten bestimmt nicht mehr entkommen! 😊

Mit den Augen eines Außenstehenden

Ich weiß nicht, ab welchem Alter die Kinder verstehen, dass all die Missverständnisse daher rühren, dass der Kater Weihnachten für einen Menschen hält. Vermutlich haben auch hauptsächlich die Erwachsenen Spaß an des Katers naiv-kritischen Kommentaren zum Verhalten des Homo sapiens in der Vorweihnachtszeit. Selbstverständliches wird ja oft erst dann komisch, wenn man es mal mit den Augen eines Außenstehenden sieht. Als längst erwachsene Katzenfreundin fand ich diese liebevoll illustrierte Geschichte überaus amüsant und niedlich.

WEIHNACHTEN STEHT VOR DER TÜR ist kein klassisches „Adventskalenderbuch“, bei dem man von 1. bis zum 24. Dezember jeweils ein Kapitel vorliest. Es sind weniger als 24 Kapitel und die sind auch noch unterschiedlich lang. Diese Geschichte muss man selbst so „portionieren“, dass es für den Vorlesenden und das Kind/die Kinder passt.

Die Autorin

Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Altersgruppen schreibt. Der sensationelle Erfolg der »Erdbeerpflücker«-Thriller machte sie weit über die Grenzen des Jugendbuchs hinaus bekannt. Ihre Bücher wurden in mehr als 24 Sprachen übersetzt.

Die Illustratorin

Cornelia Haas, geboren 1972, absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Schilder- und Lichtreklameherstellerin. Anschließend studierte sie an der Fachhochschule Münster am Fachbereich Design. Seit ihrem Abschluss als Diplomdesignerin widmet sie sich als freischaffende Illustratorin ganz ihrer großen Liebe – dem Illustrieren von Bilder- und Kinderbüchern.

Rezensentin: Edith Nebel
E-Mail: EdithNebel@aol.com
www.boxmail.de

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