Sybille Baecker: Tod in den Highlands. Kriminalroman, Köln 2026, Emons Verlag, ISBN 978-3-7408-2519-5, Softcover,334 Seiten, Format: EUR 13,7 x 3,2 x 20,4 cm, Buch: EUR 15,00 (D), EUR 15,50 (A), Kindle: EUR 11,99.

„Ich habe einen interessanten Fall an Land gezogen. Es geht um Produktfälschungen.“
(Seite 61/62)
„Handtaschen oder Turnschuhe?
„Weder noch.“ Alison senkte ihre Stimme. „Whisky. Ich darf dir nicht mehr sagen. Ich habe den Fall erst heute übernommen und muss mich in das Thema noch einarbeiten.“
Das ist der 3. Band der Highland-Krimireihe, und inzwischen kenne ich mich im Umfeld der Privatdetektivin Alison Dexter ganz gut aus. Da tummeln sich recht viele Leute, und jeder kennt jeden. Weil es in den Büchern kein Personenverzeichnis gibt, mache ich jetzt selbst eines:
Die Heldin und ihr Umfeld
- Alison Dexter, geb. Johnson (Mitte 30), Privatdetektivin in Inverness/Schottland
- Samuel Dexter (40),Geschäftsmann, Alisons Ex-Gatte
- Jeana Johnson, Alisons jüngere Schwester, Gastwirtin in Thybster
- Douglas MacKeith (60 +), Schaffarmer in Thybster, Ziehvater der Johnson-Schwestern
- Grace MacKeith, Douglas‘ Tochter, Ziehschwester und Freundin der Johnson-Schwestern
- Marley MacKeith (30), Douglas‘ Sohn, Zimmermann und Küfer,
- Kimberley Hart (27), Ex-Profiboxerin aus Hamburg, Marley MacKeiths Lebensgefährtin
- Orla und Dobbie Walsh, Alisons Nachbarn in Inverness
Die Polizisten
- Police Sergeant Grace MacKeith und PCI Kenneth Campbell in Thurso
- DCI Una MacLeod von der Police Inverness, Cousine von Alisons Lover Hamish
- Detective Zoe Young in Aberdeen
Die Whisky-Experten
- Hayley, Tammas und Kyleen MacHattie, Besitzer der Castletown-Distillery
- Stuart und Angus Morrice, Rory Polson, (ehemalige) Mitarbeiter
- Vincent Lamont und William Grant, Whisky-Kenner und -Sammler
- Deenah Ferguson, Edelbrand-Sommelière aus Aberdeen
Gefälschte Whiskys im Umlauf! Alison Dexter ermittelt
Privatdetektivin Alison Dexter bekommt von Hayley MacHattie, der Inhaberin der Castletown-Distillery den Auftrag, herauszufinden, wer ihre teuersten Whisky-Sorten fälscht. Wir reden hier von fünfstelligen Beträgen pro Flasche! Auf Auktionen sind welche mit nachgemachten Etiketten und billigem Inhalt aufgetaucht. Die Ermittlungen müssen diskret vonstattengehen, denn ein Bekanntwerden der Vorfälle würde für die Firma einen enormen Imageschaden bedeuten.
Alison wundert sich, wie die Auftraggeberin ausgerechnet auf sie kommt. Sie ist nicht gerade dafür bekannt, viel von Whisky zu verstehen. Anders als ihr Ex-Gatte Samuel Dexter. Der hat auch das nötige Kleingeld, um so teure Flaschen zu sammeln. Nur ungern bittet sie ihn um Hilfe. Er ist und bleibt ein manipulativer und herablassender M*stkerl, der es genießt, dass seine Ex wieder mal angekrochen kommt.
Alisons Ex stellt eigene Nachforschungen an
Was Sam zunächst verschweigt: Er selbst ist Opfer dieser Betrugsmasche geworden. Den finanziellen Verlust könnte er zwar verkraften, doch die Schmach, hereingelegt worden zu sein, nicht. Als Alison feststellt, dass er seine Kontakte und Ressourcen für eigene Ermittlungen nutzt, wird ihr mulmig. Sie mag gar nicht daran denken, wie weit er gehen würde, um es den Fälschern heimzuzahlen. Ein Chorknabe ist er nämlich nicht!
Die Privatdetektivin setzt ihren Ziehbruder, den Küfer Marley MacKeith auf den Fall an. Er arbeitet derzeit für die Distillery und kann sich unauffällig umhören. Alisons Schwester Jeana, Gastwirtin, hätte zum Thema gefälschte Whiskys einiges zu sagen, tut’s aber nicht. Eine bessere Informationsquelle sind langjährige Distillery-Mitarbeiter wie die Morrices, die etliche Geheimnisse kennen. Samuel Dexter dagegen hält sich an Leute wie die Edelbrand-Sommelière Deenah Ferguson und Sammler-Kollegen wie Vincent Lamont und Willam Grant.
Viele Theorien, viele Verdächtige
Bald gibt es jede Menge Theorien und Verdächtige, aber keine Beweise. Als eine Mitarbeiterin der Castletown-Distillery verschwindet und ein Mann tot aufgefunden wird, dessen Name bei den Ermittlungen immer wieder aufgetaucht ist, nimmt der Fall Dimensionen an, die die Fähigkeiten von Privat- und Amateurdetektiven übersteigen. Alisons Polizisten-Freundinnen Grace und Una sehen ihre Nachforschungen mit Sorge.
PCI Kenneth Campbell nimmt gar Samuel Dexter wegen Mordverdachts fest. Da sind wir mindestens so perplex wie der Verdächtige selbst.
Sam unter Mordverdacht!
Jetzt muss Alison nicht nur die Whiskyfälscher finden, sondern auch noch ihren Ex-Mann aus dem Knast holen. Und dann reißt auch noch der zehnjährige Sohn ihrer Nachbarin in Inverness aus und macht sich auf den Weg nach Thybster. Er will dort bei Box-Champion Kim Hart trainieren! Eine kindliche Schnapsidee? Auf jeden Fall! Ein „Nebenkriegsschauplatz“, der Alison nur Zeit und Energie kostet, wie ihr Ex-Gatte meint? Vielleicht.
Was keiner weiß: der Junge ist durch Zufall in Besitz einer Information gelangt, die er selbst nicht einordnen kann, die aber den aktuellen Ermittlungen eine ganz neue Wendung geben könnten …
Nur wer im Blick behält, wer hier mit wem verwandt, bekannt, verschwägert, befreundet oder verfeindet ist, kommt mit seinen eigenen Mutmaßungen auf einen grünen Zweig. Trotzdem wird man im Lauf des Buchs alle möglichen Leute verdächtigen, die’s dann doch nicht waren.
Die Heldin, Alison Dexter, ist erfreulich unperfekt und dafür mag ich sie. Meine absolute Hassfigur in dieser Reihe ist ihr skrupelloser und übergriffiger Ex-Mann. Aber der ist für die Geschichte(n) so unverzichtbar wie der böse Wolf im Märchen vom Rotkäppchen. Ich hoffe nur, dass Alison auf ihre Freundinnen hört und nicht wieder auf Sam Dexter hereinfällt. Wir werden ja sehen! Wenn ich die Andeutungen am Schluss richtig verstanden habe, geht die Reihe weiter – was mich sehr freuen würde.
Die Autorin
Sybille Baecker ist gebürtige Niedersächsin und Wahlschwäbin. Sie liebt das Ländle, ihr Herz schlägt aber auch für die Highlands und die rauen Küsten Schottlands, die sie immer wieder gern und ausgiebig bereist. Ebenso hegt sie ein Faible für den Scotch Whisky. Neben ihrer Highland-Krimiserie ist die Fachfrau für »Whisky & Crime« auch Autorin der erfolgreichen Krimiserie um Whiskyfreund Kommissar Andreas Brander. 2020 wurde sie mit dem Arbeitsstipendium des Autorinnennetzwerkes Mörderische Schwestern ausgezeichnet. www.sybille-baecker.de
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Rezensentin: Edith Nebel
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