Brigitta Rudolf: Vier schwarze Pfötchen und ein langer Schwanz, Kurzgeschichten

Brigitta Rudolf: Vier schwarze Pfötchen und ein langer Schwanz, Kurzgeschichten, Norderstedt 2018, BoD Books on Demand, ISBN 978-375288807-2, Softcover, 384 Seiten mit s/w-Fotos, Format: 12,7 x 2 x 20,3 cm, Buch: EUR 15,99, Kindle: EUR 5,99.

Abbildung: (c) BoD / Books on Demand

Brigitta Rudolf schreibt Tiergeschichten – und wo ein paar davon sind, kommen automatisch immer mehr dazu. (Wir bei Tiergeschichten.de wissen, wie das geht …). Denn wann immer die Autorin eine ihrer Lesungen hält, erzählen ihr die ZuhörerInnen ihre eigenen „tierischen“ Erlebnisse. Viele erteilen ihr dann die Erlaubnis, die Ereignisse schriftstellerisch aufzubereiten und sie, samt mitgeliefertem Bildmaterial, in ihren Büchern zu veröffentlichen. So entstand der vorliegende Band mit 57 Kurzgeschichten.

Mit Kater Igor fängt alles an

Eigentlich ist ja Pflegekater Igor an allem schuld. Als dieser nach vierwöchigem Aufenthalt wieder abgeholt wird, fehlt den Rudolfs was. Sie holen sich Kater Teddy Krallmann ins Haus – und ihre Karriere als Katzen- und Schriftsteller-Haushalt nimmt ihren Lauf.

Neben den Rudolf-Katzen Teddy und Johnny lernen wir noch eine Menge anderer Tiere kennen:

  • Da ist Dackelmädchen Lady, das noch viel lernen muss, bis es seinem Namen Ehre machen kann und wirklich eine wohlerzogene Dame wird.
  • Henne Berta büxt vom Biohof aus und randaliert im Eingangsbereich eines Friseursalons. Was macht man da? Selbst die Polizei ist ratlos …
  • Kater Neo kränkelt und wird vom Tierarzt buchstäblich auf Herz und Nieren überprüft. Eine Röntgenaufnahme offenbart Ungeheuerliches.
  • Katzendame Pitti hat bei einem Unfall ihre Familie und ihren Schweif verloren. Doch sie hat Glück im Unglück.
  • Im Haushalt der Katze „Katzi“ gibt’s ein besonderes Frühstücksritual, in dem ein ausrangierter Kinder-Hochstuhl eine entscheidende Rolle spielt.

So klein und so ein großer Held

  • Hütehund Marek erweist sich als liebevoller Catsitter.
  • Kater Toulouse von der White-Socks-Gang hat manchmal Außendienst. Dann begleitet er sein Frauchen und wird zum Star ihrer Autorinnenlesung.
  • Die Feuerwehr ist gerade dabei, den entflogenen Graupapagei Felipe einzufangen. Da entfleucht er ins benachbarte Bundesland, wo sie nicht mehr zuständig sind. Und jetzt?
  • So klein und so ein großer Held: Chihuahua-Rüde Django rettet seinem Frauchen das Leben.
  • Während seiner Urlaubspflege im Tierheim lernt Kater Leo die Streunerkatze Lara kennen und lieben. Als Leo wieder abgeholt wird und die beiden Tiere getrennt werden, sind sie untröstlich … Wird’s ein Happy End geben? – Sehr berührend!

Vom Alltag mit sechs Frauen

  • Wer hat am Neujahrsmorgen den Nachbarn auf die Terrasse gek*tzt? Kater Jonny wird verdächtigt, doch er hat ein Alibi …
  • Nachdem Kater Otto die Pfannkuchen für die Erntearbeiter gefressen hat, will die erboste Bauersfrau ihn loswerden. Was dann folgt, erinnert an das Märchen vom Schneewittchen.
  • Als Kater Pelle von einer langen Wanderschaft zurückkehrt, muss er enttäuscht feststellen, dass sein Platz bereits von einem Artgenossen besetzt ist …
  • Meerschweinchenbock Babou berichtet vom Alltag mit seinen sechs Frauen – und von der bemerkenswerten Arbeit der „Gurkendiebe“.

Der grüne Pudel und das Gebiss im Keller

  • Der Brüller sind die Hunde Mutz und Gundi. Bei den beiden muss man wirklich auf alles gefasst sein: vom angefressenen Bodenbelag bis zum Zahnersatz, den ihre Menschen im Kartoffelkeller suchen müssen.
  • Kater Moritz hat einen Ruf wie Donnerhall. Schwarz und böse sei er, heißt es. Schließlich landet er bei der geduldigen Petra, die sehr gut mit ihm klarkommt. Nur dass er „Panzerknacker“-Qualitäten hat, hätte ihr vielleicht jemand sagen müssen …
  • Wie die weiße Königspudelin Andra es schafft, ihrem Fell erst einen aparten Grünstich und dann einen Braunschimmer zu verpassen, das erzählt sie uns am besten selbst! 😀
  • Der kleine Schäferhund mit dem treffenden Spitznamen „Schlingel“ hat Großes vor: Er will Polizeihund werden. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die nur die Besten schaffen.

Und das ist nur ein Bruchteil der Abenteuer, die uns in diesem Buch erwarten. Weil die Geschichten kurz, vielfältig und abwechslungsreich sind und wunderbar schnörkellos erzählt werden, hat man am Schluss des Buchs das Gefühl, wahnsinnig viel erlebt zu haben. Sie decken aber auch das fast komplette Gefühlsspektrum ab: Es gibt spannende und berührende Geschichten, traurige und saukomische, welche zum Schmunzeln und welche zum Nachdenken. Und in den meisten erkennt man sich als TierhalterIn wieder: Ja, genau so geht es in einem menschlich-tierischen Haushalt zu!

Gastbeitrag: Das Mausefallen-Mysterium

Ganz am Schluss gibt es noch den Gastbeitrag eines anderen Autors. H. Kacholdt erzählt überaus spannend und unterhaltsam von einer rätselhaften Begebenheit, bei der seine Katze Mira die Hauptrolle spielt: Wie, um Himmels Willen, schafft sie es, ständig Mäuse mitsamt Falle nach Hause zu bringen? Wo hat sie die nur her? 15 fremde Mausefallen stapeln sich schon bei Kacholdts, bis sich das Mysterium endlich aufklärt …

Die kurzen Geschichten kann sehr gut portionsweise (vor-)lesen, wann immer man ein paar Minuten Zeit findet. Man kann sie aber auch wie einen Roman „am Stück“ lesen. Weil sie so abwechslungsreich sind, wird das keine Sekunde langweilig. Und niedliche Fotos der tierischen Akteure gibt es obendrein zu bewundern. Wer schon mal reinschnuppern möchte: Kostproben aus Brigitta Rudolfs Geschichtenwelt gibt’s bei uns auf Tiergeschichten.de.

Die Autorin

Die Autorin Brigitta Rudolf lebt und arbeitet mit ihrem Mann und Kater Jonny am Rande einer kleinen Kurstadt am Südhang des Wiehengebirges.

Rezensentin: Edith Nebel
E-Mail: EdithNebel@aol.com
www.boxmail.de

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