Maren Frank: Das Pferd aus dem Moor

Ferienabenteuer mit einem geheimnisvollen Rappen
Maren Frank: Das Pferd aus dem Moor, Viersen 2005, Rotblatt-Verlag, ISBN: 3-937221-69-7, 104 Seiten, zahlreiche schwarz-weiß-Zeichnungen, Softcover, Format 14,5 x 21 x 0,6 cm, EUR 9,95

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Die 13-jährige Evelina verbringt die Sommerferien ohne ihre Eltern bei ihren Verwandten auf dem Bauernhof. Onkel und Tante leben von der Landwirtschaft und sind von früh bis spät in Stall und Feld beschäftigt. Bis auf zwei jugendliche Ferienarbeiter gibt es so recht keine Gesellschaft für Evelina. Zeichnen und lesen kann man auch nicht immer, und so langweilt sich die junge Urlauberin recht schnell.

Als bereits die Frage im Raum steht, ob Evelina nicht vorzeitig wieder nach Hause zurückkehren soll, begegnet ihr bei einem Spaziergang im Moor ein geheimnisvoller Rappe. Er lässt sich zunächst weder einfangen noch reiten und scheint Evelina etwas mitteilen zu wollen. So plötzlich, wie er aufgetaucht ist, ist er auch wieder verschwunden, und die verträumte Evelina fragt sich schon, ob sie sich diese Begegnung vielleicht nur eingebildet hat.

Bei ihrem nächsten Ausflug sieht sie das Pferd wieder. ’žOnyx’œ nennt sie den prachtvollen Rappen, weil sie das Gefühl hat, dass dieser Name perfekt zu ihm passt. Auf einmal ist keine Rede mehr von einer schnellen Rückkehr in die Stadt. Evelina will wissen, was es mit diesem sonderbaren Tier auf sich hat. Woher kommt es? Niemand in der Gegend hält angeblich ein solches Pferd. Wie kann es aus dem Nichts auftauchen und urplötzlich wieder verschwinden? Wie gelingt es ihm, mit Evelina zu kommunizieren? Und wieso weiß es Dinge, die ein gewöhnliches Pferd gar nicht wissen kann?

Für die pragmatische Tante Ingrid ist der Fall klar: Ihre Nichte Evelina ist ein bisschen versponnen und hat sich den Rappen nur ausgedacht. Er ist ihr Traumpferd. Ein ’žimaginärer Freund’œ, weiter nichts. Aber kann das wirklich die Erklärung sein?

Zweimal führt das rassige schwarze Pferd unsere Heldin zu Kindern in Not. Beiden Kindern kann Evelina auf ganz unterschiedliche Art und Weise helfen. Aber wenn Onyx nichts weiter ist als ein Produkt ihrer Phantasie ’“ wie ist es dann möglich, dass der kleine Jannik ihn ebenfalls sieht?

Bis Evelina dem Geheimnis auf die Spur kommt, geschieht noch allerhand …

Junge Pferdefreundinnen, die sich mit der künstlerisch begabten und phantasievoll-verträumten Heldin identifizieren können und Geschichten mit einem Hauch von Fantasy mögen, werden sich hier ganz ausgezeichnet unterhalten. Auch so mancher Erwachsene wird Freude an der zauberhaften Geschichte haben ’“ besonders wenn er sich daran erinnert, in diesem Alter auch ein wenig wie Evelina gewesen zu sein.

Wie es sich für ein Buch über ein talentiertes Mädchen gehört, das ständig mit Begeisterung Pferde zeichnet, ist dieser Band mit rund einem Dutzend hervorragender schwarz-weiß-Illustrationen ausgestattet. Die Illustrationen stammen von der Autorin selbst, die auch den Buchtitel gestaltet hat. Das professionelle Niveau der Zeichnungen kommt nicht von ungefähr: Hauptberuflich entwirft Maren Frank Stempelmotive für eine Stempelfirma. Und so kommt der Leser hier in den Genuss eines gelungenen Gesamtkunstwerks bestehend aus Text und Bild.

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