Sobo Swobodnik: Balla Balla, Kriminalroman

* Sobo Swobodnik: Balla Balla, Kriminalroman
* München 2008
* Verlag: dtv
* ISBN 978-3-423-21048-5* Broschiert
* Umfang: 240 Seiten
* Format: 9 x 12 x 1,6 cm
* Euro 8,95 [D] 9,20 [A] sFr 15,90

Vierter Krimi der Paul-Plotek-Reihe

Über den Autor
Sobo Swobodnik, geboren 1966 auf der Schwäbischen Alb, arbeitete bis 2000 als Rundfunkredakteur bei verschiedenen Hörfunkanstalten und als Theaterregisseur. Er ist Autor zahlreicher Kinder- und Jugendromane, hat außerdem Erzählungen veröffentlicht sowie zwei Romane, darunter 2002 den ersten Paul-Plotek-Roman, Altötting, der bereits 1999 mit dem Pfefferbeißer-Literaturpreis des Theaters im Schlachthof, München, ausgezeichnet und 2002 für den Friedrich-Glauser-Preis für das beste Krimidebüt nominiert wurde. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Kurzbeschreibung
Zum vierten Mal ermittelt das Münchner Original Paul Plotek – diesmal fern der Heimat: in Hamburg! Wir haben gewonnen!“ Als Agnes den Brief auf den Tresen vom Froh und Munter“ legt, schwant Plotek nichts Gutes. Und richtig, seine Freundin hat beim Preisausschreiben ein Wochenende in Hamburg gewonnen. Plotek will nicht nach Hamburg. Und er will auch keinen Kurzurlaub. Viel lieber will er in seiner Stammkneipe sitzen, Weißbier trinken, Fußball gucken und Schweinebraten essen. Es hilft ihm jedoch alles nichts, er muss mit. Trost spendet ihm da allein die Aussicht, sich heimlich ein Spiel des Zweitligisten FC St. Pauli im legendären Millerntor-Stadion anzusehen, während Agnes beim Sightseeing ist. Doch wie es der Zufall so will, trifft Plotek der Ball, den einer der Superstürmer statt ins Tor mitten in die Zuschauer schmettert. Bewusstlos wird Plotek in die Klinik eingeliefert, wo er sich ein Zimmer mit einem beim selben Spiel verletzten Fußballer teilt. Am nächsten Tag ist der Mittelstürmer plötzlich tot. Und Plotek steckt unfreiwillig mittendrin in seinem nächsten Kriminalfall.

Meine Rezension
Die ersten drei Teile der Reihe heißen:
1. Altötting
2. Oktoberfest
3. Schöne Bescherung
Und jetzt: Balla Balla!

Paul Plotek, der abgebrochene Schauspieler mit dem Alkoholproblem ’“ im Buch stets nur Plotek genannt – ist ein spröder, ungeselliger Kerl. Weiß der Teufel, wie er zu seiner ’“ ebenfalls recht verschrobenen ’“ Freundin Agnes gekommen ist. Vielleicht ist das ja eine Geschichte aus einem der ersten drei Bände, ich kenne diese aber leider nicht.

Obwohl er der typische Couchpotatoe ist, muß er mit Agnes einen gewonnenen Kurztrip nach Hamburg wahrnehmen. Leider leidet er unter schlimmer Flugangst ’“ die entsprechenden Szenen waren für einen Flughysteriker wie mich sehr erheiternd ’¦

In Hamburg gelingt es ihm, plötzlicher Übelkeit sei Dank, Agnes’™ Klauen zu entfleuchen. Als es ihm besser geht, schleicht sich der Fußballfan auf ein Fußballspiel des SpVg Altona Nord, wo er prompt von einem Querschläger-Ball getroffen und ausgeknockt wird.

Im Krankenhaus teilt er ein Zimmer mit Jo Hillebrand, einem ebenso talentierten wie arroganten Nachwuchsspieler. Doch dieser wird in der Nacht ermordet und so wird Plotek mit hineingezogen in ein undurchsichtiges Komplott, dem einige vielversprechende Fußballnachwuchstalente zum Opfer fallen. Doch wer hat ein Interesse daran, die Spieler um die Ecke zu bringen ’“ wer profitiert von ihrem Ableben?

Eine wilde Geschichte nimmt ihren Lauf. Dabei ermittelt Plotek eigentlich gar nicht wirklich, er bekommt die Geschichte durch Zufall heraus, belauscht etwa ein Gespräch oder ist zur falschen Zeit am falschen Ort ’“ aber er betreibt seine Nachforschungen nicht aktiv. Überhaupt ist Plotek ein sehr sperriger Protagonist: ein wortkarger Säufer, der mehr denkt als spricht und darüber hinaus auch noch ein Transpirationsproblem hat. Keine leichte Kost, die dem Leser serviert wird und überaus krude.

Besonders zum Ende hin meint man schon das eine oder andere Mal, die Story wäre nun zu Ende und es passiert doch noch etwas Unerwartetes. Die Lösung des Falles fand ich ’“ wie auch das gesamte Buch ’“ reichlich schräg, doch halbwegs nachvollziehbar. Letztendlich waren mir aber zuviel Alkohol und Drogen im Spiel.

Nomen est Omen ’“ Balla Balla heißt der Krimi und irgendwie ist er das auch. Eine Story, ganz anders als die Krimikost, die man üblicherweise serviert bekommt. Mein persönlicher Stil ist das allerdings nicht, auch wenn es durchaus amüsant war, diese freakige Geschichte zu lesen.

Rezensent: Batcat
Mit freundlicher Genehmigung von      
http://www.buechereule.de

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