Stuttgart, Ausstellung „Auf nackter Haut – Leib. Wäsche. Träume.“

„Auf nackter Haut – Leib. Wäsche. Träume. Ausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg vom 22. Mai 2015 bis zum 31. Januar 2016
Unterwäsche ist mehr als ein Kleidungsstück: Was Textilien aus drei Jahrhunderten über gesellschaftliche Trends, über Moden und über technische Erfindungen ihrer Zeit sagen, davon handelt die Sonderausstellung „Auf nackter Haut – Leib. Wäsche. Träume.“ Haus-Gesch 009

Die Wäschestücke und Bademoden werden im Haus der Geschichte Baden-Württemberg wie in einem großen Schaufenster in die Vergangenheit präsentiert. Sie erzählen von Körperidealen, Geschlechterrollen und Moralvorstellungen. Filmausschnitte zeigen, wie die intime Hülle Film und Werbung eroberte. Ein Exkurs in die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des deutschen Südwestens und dessen einst boomende Maschenindustrie.“
Quelle: https://www.hdgbw.de/ausstellungen/auf-nackter-haut/

Ich habe ja eine Vorliebe für abseitige Themen. Dass mich die Geschichte der Unterwäsche interessiert und ich die entsprechende Ausstellung ins Haus der Geschichte besucht habe, ist nicht ganz so absonderlich, wenn man weiß, dass meine Mutter Schneiderin war und sich in den 1960er-Jahren auf Miederwaren spezialisiert hatte. Ich bin mit dem Material, den Geschichten und auch Sachbüchern zu dem Thema aufgewachsen.

Die Ausstellung hätte meiner Mutter sicher gefallen. Und bestimmt hätte sie zu einigen der Exponate verrückte Anekdoten zu erzählen gewusst.

Hygienetechnisch hat man ja zum Glück in den letzten Jahrhunderten Fortschritte gemacht. Die Vorstellung, dass man früher, wahrscheinlich wochenlang, Tag und Nacht dasselbe Hemd getragen hat und tagsüber nur Kragen und Manschetten anknöpfte, ist schon recht gruselig. Aber wenn alle gestunken haben, wird’s keinem aufgefallen sein. Dann war’s auch egal. Und wollene Unterwäsche musste kratzen … absichtlich? Das sollte abhärten, die Durchblutung anregen und gesundheitsfördernd sein. Na, danke!

Manchmal hat’s ein bisschen gedauert, bis man Texte und Exponate einander zugeordnet hatte, weil die Nummerierung ein bisschen durcheinanderging, aber die Ausstellung ist ja nicht so umfangreich und auch nicht so überlaufen, da kann man sich ruhig die Zeit nehmen und sich die Informationen zusammensuchen.

Und irgendwie kam ich mir recht alt vor, als dann Wäschestücke und Bademoden aus Jahrzehnten präsentiert wurden, die ich bewusst miterlebt hatte. Ist die eigene Vergangenheit schon museumswürdigt, ist man wohl dem Mumienstadium schon recht nah.

Leider war das Fotografieren der Ausstellungsstücke verboten. Ein paar offizielle Fotos gibt’s auf flickr: https://www.flickr.com/photos/hdgbw/sets/72157650877179354

Also konnte ich nur ein bisschen mit der ganz kleinen Kamera drumherum knipsen … die Musikhochschule, die Wasserspiele, das verspiegelte Wappenpferd …

Wasserspiele 002

Haus-der-Gesch 003

Gut getarnte Plastik: das verspiegelte Rössle
Gut getarnte Plastik: das verspiegelte Rössle
Musikhochschule
Musikhochschule

Musikhochschule 008

Musikschule 010

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