Telefonmarketing …

Zu den Callcenter-Mitarbeitern, die für Firmen outbound telefonieren, mit denen ich in Geschäftsverbindung stehe, bin ich bewusst professionell freundlich. Die machen das ja weder aus Jux noch um mich zu ärgern, es ist einfach ihr Job. Und der ist weder besonders spaßig noch besonders gut bezahlt.

Der unerwartet hartnäckige Anrufer gestern hat mich aber schon ein wenig genervt. Ich bin seit meiner Teenagerzeit bei dem fraglichen Unternehmen Kundin und bestelle schon auch mal am Telefon, wenn das Angebot passt. Derzeit passt es mir nicht.

Der Verkäufer sagte sein Sprüchlein und ich, ganz geschäftsmäßig: „Tut mir leid, sonst gerne, aber heute kommen wir nicht ins Geschäft. Ich ziehe um, verpacke gerade meinen Hausrat und bin um alles froh, was ich NICHT besitze. Ab Mai wieder …“

Anscheinend hat er gelernt, dass ein Verkaufsgespräch erst dann beginnt, wenn der Kunde nein sagt.
Er also: „Welche Produkte unseres Hauses benutzen Sie denn gern?“
Ich: „Keine Ahnung, wie die heißen. Ich kann mir die Namen nicht merken, ich erkenne sie, wenn ich sie sehe. Aber ich kann grad nicht nachschauen, da stehen Umzugskartons vor.“

Er sieht im Computer nach und preist mir irgendwas an, was ich wohl bereits gekauft habe.
Ich: „Ja, glaub ich gern. Aber ich kaufe jetzt nichts, denn das Letzte, was ich derzeit gebrauchen kann, ist noch ein Karton, der hier rumsteht und irgendwie versorgt werden will.“
Er: „Wir hätten da noch ein Two-for-One-Angebot …“
Ich: „Danke nein, ich kauf heute nichts, das steht hier nur rum und ist im Weg.“
Er: „Und obendrein haben wir noch ein nettes Geschenk für Sie!“
Ich, lachend: „Dann liegt mir ja noch mehr im Weg herum! Hören Sie, ich weiß, dass Verkaufen ihr Job ist. Aber jetzt passt es mir einfach nicht, so mitten im Umzugschaos. Im Mai wieder. Ich melde mich dann unter meiner neuen Adresse. Ich will ja weiterhin die Kataloge bekommen.“

Er gab und gab keine Ruhe und pries mir die Vorzüge der Produkte an, die ich seit 40 Jahren kenne.

Aber vielleicht hat den Telefonverkäufern auch einer gesagt, dass der Spaß dann ein Ende hat, wenn die Kunden am Telefon in ihren Dialekt zurückfallen.

Ich, irgendwann hysterisch lachend: „Ja, Kreizkrabbasack nochamol, jetzt horchet Se doch endlich amol zua, wenne was sag. ‚Noi’ hanne gsait. Jetzt et! Erscht em Mai wieder!“

Da hat er dann endlich eingesehen, dass mit mir im Moment nicht ins Geschäft zu kommen war. Wir haben uns höflich verabschiedet.

Ich glaub’, das nächste Mal antworte ich sofort auf Schwäbisch.

Foto: (c) Tim Reckmann / pixelio.de

Foto: (c) Tim Reckmann, www.pixelio.de

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