Cooniebert war eingesperrt

Oh-oh! An die relative Weitläufigkeit unserer neuen Behausung muss ich mich wohl erst noch gewöhnen! 67 Quadratmeter auf einer einzigen Etage waren deutlich übersichtlicher. Jetzt habe ich den ganzen Tag die Wohnungstür offen und die Katzen können nach Belieben in den verschiedenen Stockwerken herumturnen. Nur das 1. Obergeschoss ist derzeit tabu für sie, nachdem Indie mir in meinem Büro zuerst an den Computer und dann auf die Steuerunterlagen gepinkelt hat. Beim PC hat er zum Glück nur das Gehäuse erwischt. Das Malheur war schnell beseitigt. Und die Steuerunterlagen habe ich noch einmal neu ausgedruckt.

Am Freitag Abend kam noch ein mit der Familie befreundeter Handwerker vorbei. Erst hat er im Erdgeschoss alles angeschaut und ausgemessen, was sein Gewerk betrifft, und dann sind wir ins Obergeschoss marschiert. Vor lauter Gucken, Messen und Besprechen habe ich gar nicht daran gedacht, die Wohnungstür hinter uns zuzumachen. Das habe ich erst getan, als wir mit der Begehung fertig waren und er sich verabschiedete. Weil ich keinen Kater gesehen und gehört habe, bin ich nicht auf den Gedanken gekommen, dass uns einer nach oben gefolgt sein könnte. Aber genau das muss Cooniebert getan haben.

Von Ferne hörte ich eine Katze jammern


Ich habe ihn für den Rest des Abends nicht vermisst. Manchmal schlafen alle drei im Dachgeschoss. Dass er mir nicht ständig vor die Füße lief, hat mich also nicht stutzig gemacht. Als ich nochmals kurz im Garten war, dachte ich noch: „Ach, da jammert irgendwo eine Katze!“. Es hat ja einige hier. Woher hätte ich wissen sollen, dass das eine von meinen ist? Cooniebert kann röhren wie ein Hirsch. Wenn ihm was nicht passt, kann man das bis kurz hinter Haifa hören. Warum er am Freitag Abend nur ein schüchternes „Mimimi“ zustande gebracht hat, ist mir ein Rätsel.

Erst als Cooniebert am nächsten Morgen nicht zum Frühstück erschien, wurde mir die Sache unheimlich. Er ist sonst immer der erste an den Futternäpfen. Es würde ihm doch nichts passiert sein? Er kränkelt ja öfter mal und ist nicht mehr der Jüngste.

Ich lief suchend durchs Haus. Kein Cooniebert weit und breit. Auf einmal fiel mir siedendheiß die Handwerkerbesprechung vom Vorabend ein. Ich eilte nach oben und schloss die Tür zum „Arbeitsstockwerk“ auf. Und da saß er im Flur wie ein Häuflein Elend und maunzte kläglich.

Eingeschlossen ohne Futter, Wasser und Klo!


Armer Cooniebert! Fast 11 Stunden ohne Futter, Wasser und Klo! Das ist ja schon Katzenfolter! Er flitzte erst mal ins Dachgeschoss auf die Katzentoilette und dann ins Ergeschoss an die Futternäpfe. Es tat mir furchtbar leid, aber es war nun mal passiert.

In seiner Not hatte er mit im Büro vor die Balkontür gepieselt. Obwohl ich die Pfütze gleich gründlich weggewischt habe, riecht’s hier immer noch ein bisschen komisch. Ich hoffe, das verduftet mit der Zeit.

Vielleicht sollte ich im Obergeschoss ein Notfallklo für unvorhergesehene Katzengefangenschaften aufstellen. Auf jeden Fall werde ich künftig einen gründlichen Kontrollgang machen, ehe ich die Wohnungstür zum Obergeschoss hinter mir abschließe.

Zu meinem Büro haben Katzen keinen Zutritt. Aus Gründen.

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