Julia Dombrowski hat in ihrem Blog http://www.textsektor.de/blog/ ein Blogstöckchen freigelassen. Ich hab’s mir geschnappt und einfach die gleichen Fragen beantwortet wie sie. Ich betrachte das als eine Art Jux-Interview. Die ganze hochkomplexe Vorgeschichte dieser Aktion samt ebensolchem Blogstock-Regelwerk überfordert mich. Das schenk ich mir.
1. Sollte das Leben einen Sinn haben?
Wäre nett, doch. Von Haus aus hat’s keinen. Man kommt auf die Welt und muss schauen, wie man klarkommt. Wenn man will, dass das Leben einen Sinn hat, muss man ihm einen geben.
2. Kann ein grottenschlechtes Ende einen brillanten Film total versauen? Oder wird dadurch nur ein mittelmäßiger Film daraus?
Hört ihr meine Freunde kichern? Ich sehe von Filmen nämlich selten den Schluss, weil ich regelmäßig vorm Fernseher einschlafe. Anderntags bin ich dann immer auf der Suche nach jemandem, der mir erzählt, wie die Geschichte ausgegangen ist. Wenn ich den Schluss aber mal sehe und er mich mit einem „Hä? Wie jetzt?“ zurücklässt und/oder dem Gefühl, dämlich zu sein, dann wird aus einem Superfilm in meinen Augen ganz schnell ein Sch***film.
3. Erzähle mir ein dunkles Geheimnis: Was ist dein Guilty Pleasure? Welche Schnulze, welche Schlagerband, welches Trashgame, welcher Mockbuster ist eigentlich furchtbar grottig, aber du kommst einfach nicht davon weg?
Meine geschmacklichen Besonderheiten sind kein Geheimnis. Ich bin seit Jahrzehnten ein treuer Fan der TV-Serie „Lindenstraße“ und diskutiere die aktuellen Folgen auch eifrig in einem Forum. Und ich liebe grottenschlechte amerikanische Filme nach dem Strickmuster: „Wissenschaftler warnt vor Katastrophe, niemand hört auf ihn, Katastrophe tritt ein und er rettet die Welt.“
4. Was ist vorzuziehen – die Zombiekalypse oder die Vampirokratie? Bei ersterer zerstören hirnlose Untote die Zivilisation, bei zweiterer unterjochen schlaue Untote die Menschheit.
Mit unterjochenden Diktatoren, auch wenn sie schlau sind, hätte ich so meine Probleme. Ich bin dann wohl lieber für die Zombieapokalypse. „Hirnlose Untote zerstören die Zivilisation“ klingt auch irgendwie vertraut.
5. Hast du ein absolutes Lieblingsspiel (digital oder analog oder beides)? Wenn ja, welches? Warum?
Ich spiele nicht gern. Ob analog oder digital, das ist für mich eher Stress als eine vergnügliche Freizeitbeschäftigung.
6. Was ist die beste Mahlzeit an einem eiskalten Winterabend?
Spaghetti mit der scharfen Hackfleischsoße, wie sie mein Mann immer gemacht hat. Aber ich kriege das leider nicht so hin wie er. Er ging, wie viele gute Köche, nach der Devise vor: „Wer nach Rezept kocht, ist feige“.
7. Kannst du aus dem Stegreif dichten? (Mit der Bitte um ein paar Zeilen.)
Dass sich Trolle niemals trollen,
wenn sie sich doch trollen sollen!
Wäre dies mein Fachgebiet,
erfände ich ein Trollizid.
8. Wie ist das mit dem Social Media bei dir – schweres Suchtverhalten, pure Ablehnung oder dazwischen? Warum?
Leichtes Suchtverhalten. Wenn ich viel zu tun habe, habe ich nicht das Gefühl, in der virtuellen Welt was zu verpassen. Doch wenn das Internet nicht funktioniert, werd’ ich narrisch. Ich will da lesen und kommunizieren können, wann immer mir danach ist.
9. Machen Haustiere glücklich?
Mich ja. Ich kann mir ein Leben ohne Katzen kaum mehr vorstellen.
10. Und sonst?
Ich wurstle einfach irgendwie weiter. Was es bringt, Pläne zu machen, hab ich ja gesehen: nix.
* * *
Und weil mir, wie gesagt, das Regelwerk zu komplex war, mache ich es jetzt wie Julia und werfe das Blogstöckchen einfach in die Luft. Wer es auffangen mag und die Fragen beantworten möchte, kann dies gerne tun.

Foto: Sybille Daden / www.pixelio.de