Paulus Vennebusch: Gechillte Katzen – Bildband

Paulus Vennebusch: Gechillte Katzen, München 2014, arsEdition, ISBN 978-3-8458-0681-5, Hardcover, 48 Seiten, nicht paginiert, durchgehend farbige Abbildungen, Format: 15,4 x 12,4 x 1 cm, EUR 6,99 (D), EUR 7,20 (A), CHF 10,50 (CH).

Abbildung: © arsEdition
Abbildung: © arsEdition

Beim Bestellen dieses Bildbands hatte ich nicht auf das Format geachtet und habe entsprechend sparsam geschaut, als ich das Büchlein aus dem Umschlag zog. Ach je, das ist ja gerade mal so groß wie ein etwas gestauchtes Taschenbuch! Ich hatte es mir mindestens doppelt so groß vorgestellt. Aber wie heißt es so schön: Auf die Größe kommt’s nicht an.

Das Konzept ist schnell erklärt: Amateurfotos aus aller Welt zeigen Katzen beim Ausruhen. Und das können sie, wie Katzenfreunde wissen, in den unmöglichsten Behältnissen und in wahnsinnig unbequem aussehenden Posen.

Zu jedem Foto gibt’s eine witzige Bildunterschrift, die vom Stil her an die Filmkommentare der Pleiten-Pech-und-Pannen-Shows im Fernsehen erinnern. Vermutlich hat diese Art der Bildkommentierung noch eine viel ältere Tradition, aber durch diese Fernsehshows ist sie eben bekannt geworden: Katze „Lily aus Nebraska“ kneift die Augen zusammen und hält sich die Ohren zu. Und der Text dazu lautet: „Eigentlich mochte Lily die Musik von Helene Fischer ganz gern. Aber nachts um drei ‚Atemlos durch die Nacht’ in Dauerschleife – das war selbst für sie zu viel.“

Wir sehen Katzen aus Europa, Asien und den USA. Die Ortsangaben in den Kommentaren scheinen authentisch zu sein, sie stimmen jedenfalls weitgehend mit den Angaben in der Bildnachweisliste überein.

Abbildung: © arsEdition
Abbildung: © arsEdition

An Fotos vom Katzen in absurden Schlafpositionen herrscht kein Mangel. Das weiß jeder, der sich im Internet herumtreibt. Der Verlag konnte hier also aus dem Vollen schöpfen. Die kreativ-albernen Bildbeschreibungen von Paulus Vennebusch passen dazu wie der Deckel auf den Topf. So ist die Galerie der „gechillten Katzen“ ein unterhaltsames Büchlein mit Schmunzelgarantie geworden, ein nettes Mitbringsel für Katzenfreunde.

Bei manchen Seiten juckt es einen in den Fingern, sie einzuscannen und bei facebook zu verbreiten. Gerade Lily, die sich bei Helene Fischers Gesang die Ohren zuhält, könnte eine Internet-Heldin werden. Aus urheberrechtlichen Gründen rate ich aber davon ab. So etwas gibt generell Ärger. Einige der Bilder stammen zudem noch aus dem Bestand von Getty Images, und die verstehen bei solchen Aktionen überhaupt keinen Spaß. Also gibt’s keine Internet-Ausflüge für die schlafenden Kätzchen. Wer an derlei tierischem Unfug Spaß hat, genießt die Bilder exklusiv in diesem Buch.

Der Autor
Paulus Vennebusch arbeitet seit 1994 als Comedy- und Fernseh-Autor. Er schrieb für TV-Shows wie „RTL Samstag Nacht“, „Was guckst du“, „Die Wochenshow“ oder „Verstehen Sie Spass“, verfasst Bühnenprogramme für Komiker wie Guido Cantz, Max Giermann oder Ingolf Lück und betreut zahlreiche TV-Moderatoren, wie z.B. Jürgen von der Lippe, Oliver Pocher und Inka Bause. 2010 erschien sein erster Roman „Giganten der Zärtlichkeit“.

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

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