Eine „Lesung“ im Zug

Peinliche Privatgespräche und indiskrete Handytelefonate erlebe ich in Bus und Bahn ja tagtäglich. Das gestern Abend war aber wohl der Gipfel der Blödheit: Eine Teenie-Wachtel las laut blökend und im leiernden Ton ihrer Freundin anscheinend den Gesprächsverlauf einer ganzen WhatsApp-Gruppe vor!

Wenn das wenigstens interessant gewesen wäre! Aber es bewegte sich auf Kindergartenniveau:

„Ich hab gar nix gemacht“
„Ich auch nicht“
„Ich auch nicht“
„Und ich auch nicht.“
„Habt ihr wohl“
„Haben wir nicht!“
„Doch. Ihr habt mit X über Y geredet“
„Haben wir nicht“
„Ich nicht“
„Und ich auch nicht“
„Und ihr habt das und das geschrieben.“
„Haben wir nicht!“
„Habt ihr doch!“
„Ich nicht“
„Und ich auch nicht“
(….)
„Ich braucht nicht glauben, dass euch das weiterbringt. Nochmal sowas, und es wird echt schlimm für euch enden.“

Wär’s nicht g’scheiter gewesen, die eine Schnepf‘ hätt‘ der andern Schnepf‘ schnell ihr Smartphone rübergereicht, damit sie das Gelaber selber lesen kann? So haben sie einen ganzen Stadtbahnwaggon mit ihrem Sch**ß beschallt.

Ich schwankte zwischen genervtem Augenrollen und haltlosem Gekicher – und war sehr erleichtert, als die beiden nach zwei Stationen aussteigen mussten.

Foto: (c) Erwin Lorenzen / pixelio.de

Foto: (c) Erwin Lorenzen / www.pixelio.de

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