Susi Menzel: Von wegen faul auf dem Sofa liegen – Ninas unglaubliche Abenteuer in der Welt der Katzen

Susi Menzel: Von wegen faul auf dem Sofa liegen – Ninas unglaubliche Abenteuer in der Welt der Katzen, Norderstedt 2019, BoD Books on Demand, ISBN 978-3-7504 0265-2, Softcover, 264 Seiten mit einigen Farbfotos, Format: 12,7 x 1,4 x 20,3 cm, Buch: EUR 12,90, Kindle: EUR 8,99.

Abb. (c) Menzel/BoD

Hinter diesem Buchtitel hätte ich jetzt nicht unbedingt einen Fantasyroman vermutet – aber es ist einer: Wenn die Menschenfrau Nina gewusst hätte, was ihr an phantastischen und gefährlichen Abenteuern blüht, hätte sie vermutlich nie die Abkürzung über die Feldwege genommen, als sie an einem düsteren Novemberabend vom Einkaufen nach Hause ging. Aber zu Beginn der Geschichte weiß sie das nicht. Sie kürzt also ihren Heimweg ab, hört ein unheimliches Geräusch, das sie nicht einordnen kann, sieht einen Schatten, schaut in ein paar riesige goldgelbe Augen – und fällt in Ohnmacht.

Nina wacht als Katze auf

Als sie wieder zu sich kommt, ist sie in einer skurrilen Zwischenwelt, in der Katzen Kleidung tragen und aufrecht auf zwei Beinen gehen. Verrückter noch: Sie selbst ist eine von ihnen! Doch diese Phase währt nur kurz. Vor lauter Schreck verliert Nina erneut das Bewusstsein und erwacht als Hauskatze „Tigerchen“, Kosename „Mäuslein“ bei einer ihr unbekannten Menschin.

Mit zu deren Haushalt gehört der schwarze Kater Oskar, der sofort merkt, dass Nina zwar aussieht wie seine Mitbewohnerin Tigerchen, aber anders riecht und sich auch ganz anders benimmt. Er glaubt Nina auch aufs Wort, dass sie bis vor wenigen Augenblicken noch eine Menschenfrau war. Sie kann gar keine richtige Katze sein: Sie kann ja weder klettern noch jagen!

Dass Oskar so aufgeschlossen gegenüber übersinnlichen Ereignissen ist, dürfte wohl damit zusammenhängen, dass seine Mutter, die dreifarbige Kätzin Püppi, zu den „Wanderern zwischen den Welten“ gehört und die Gabe besitzt, sich in eine aufrecht gehende Zweibeiner-Katze zu verwandeln.

Wie wird Nina wieder ein Mensch?

Natürlich will Nina wieder in ihre menschliche Gestalt zurück, auch wenn ihre Erinnerung daran immer blasser wird. Und Oskar möchte seine Gefährtin Tigerchen wiederhaben, auch wenn Nina eigentlich viel netter und interessanter ist als sie. Aber irgendwo muss Tigerchen ja abgeblieben sein, wenn Nina ihren Platz einnehmen konnte. Sie ist sicher auch irgendwo, wo sie sich nicht auskennt und Angst hat.

Doch zunächst einmal gilt es, herauszufinden was in der Schlucht Seltsames vor sich geht, was das mysteriöse „Hundekragentier“ für ein Gegner ist und wie man sich gegen die aggressiven Krähen wehren kann. Die haben die arglose Nina ganz übel attackiert.

Für „Tigerchen“ wird’s kritisch

Davon abgesehen gefällt Nina das Leben als Katze ganz gut, und es wird mit zunehmender Übung immer besser. Okay: Die Tierarztbesuche müssten jetzt nicht unbedingt sein, aber die Menschin sorgt sich eben um ihre Tiere. Als ehemaliger Mensch weiß Nina das zu schätzen. Als Katze nervt’s.

Auch wenn sich alles irgendwie zurechtgeruckelt hat: Es kann nicht so bleiben, wie es momentan ist. Das „richtige“ Tigerchen ist schwer krank und  braucht ärztliche Hilfe, ehe es zu spät ist. Und Nina wird in der Menschenwelt doch sicher auch vermisst werden. Also muss das, was immer den beiden zugestoßen ist, so schnell wie möglich rückgängig gemacht werden!

Hilfe aus der Zwischenwelt

Durch eine Verkettung höchst unglücklicher Umstände muss Nina den Weg nach Hause ohne die Hilfe von Oskar und seiner Mutter Püppi finden. Doch ganz allein hat sie keine Chance. Zum Glück gibt es noch Herrn Meier aus der Zwischenwelt …

Nach und nach wird uns Leser*innen klar, wie es Nina in die Katzenwelt verschlagen hat, und dass die Ereignisse, so dramatisch sie auch verlaufen, doch auch ihr Gutes haben.

Es ist interessant, amüsant und aufschlussreich zu beobachten, wie sich ein Mensch, ein überzeugter Vegetarier sogar, auf einmal als Katze durchschlagen muss. Nicht nur die Ernährung ist schwierig, sondern auch die Körperbeherrschung und der Umgang mit ehemaligen und derzeitigen Artgenossen sowieso.

Unsere tierischen Mitbewohner fänden es bestimmt saukomisch, wie wir Zweibeiner uns in ihrer Welt anstellen. Überhaupt wäre es mal schön zu wissen, was ihnen so durch den Kopf geht. Na, vielleicht auch nicht …! Wer weiß das schon?

Ich fand das phantasievolle Abenteuer in der Tierwelt spannend. Über die geheimnisvolle Zwischenwelt der Zweibeiner-Katzen hätte ich gerne noch mehr erfahren. Aber vielleicht schreibt die Autorin ja irgendwann noch mehr zu diesem Thema.

Die Autorin

Susi Menzel lebt in Minden, Westfalen, dessen ländliche Vororte die perfekte Kulisse für ihre Geschichten rund um Tiere und Natur sind. Außerdem fotografiert sie gerne und kann so ihre Erzählungen oft mit echten Tierfotos illustrieren.

Rezensentin: Edith Nebel
E-Mail: EdithNebel@aol.com
www.boxmail.de

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