Besuch im Büro

Zwar habe ich vor unserer „Evakuierung“ ins Homeoffice versucht, bis September vorauszuplanen und alles an Daten und Unterlagen mitzunehmen, was ich voraussichtlich brauchen würde, aber Hellsehen zählt nun mal nicht zu meinen Kernkompetenzen, und deshalb musste ich am Montag nach Stuttgart ins Büro fahren und ein paar Dinge holen. Nach sechs Wochen Abwesenheit.

Ich fahr nach Stuttgart! Ich war so aufgeregt wie früher allenfalls vor einem Urlaub. Aber wenn man sechs Wochen lang maximal bis zum Supermarkt gekommen ist, ist das schon ein Ding. Blöd nur, dass aufgrund der Gesichtsmaske und wohl auch der feuchten Witterung meine Brille permanent beschlug. Ich konnte kaum lesen, und nicht mal das Abnehmen der Maske auf dem Weg von Bus zu Bahn brachte eine nennenswerte Besserung. Ich hab die ganze Zeit nicht viel gesehen.

Da ich in aller Herrgottsfrüh im Verlag war, hab ich dort kaum jemanden angetroffen. Drei Kolleginnen habe ich von Ferne gegrüßt. Abstand halten.

Die Pflanzen schauten ja teilweise traurig aus. Meine hatte Herbst. Ja, es kümmern sich schon Leute darum, aber halt nur sporadisch.

Büroherbst im Mai
Ein paar Blätter hat die Pflanze ja noch, wie man im Hintergrund sieht.

Ich glaub‘, ich muss da öfters mal reinfahren und nach dem Rechten gucken. So ganz klar ist mir allerdings nicht, wie ich die Arbeitszeit verbuche. Melde ich meinen Ausflug ins Büro nicht an, bin ich nicht versichert. Logge ich mich ein, ehe ich losfahre, hab ich hinterher zwei bis drei Stunden Fahrtzeit auf dem Arbeitszeitkonto, was ja Betrug wäre. Ich hab jetzt mit Hilfe von HR eine Lösung gefunden, die wenigstens halbwegs koscher ist. An sowas hat niemand gedacht.

Ich hab meinen Kram zusammengesammelt, die Abteilungsblumen gegossen, wo dies nötig schien, und bin wieder heimgefahren.

In der Vor-Corona-Zeit sah es in meinem „Stadtbüro“ so aus:

Und die Frisur saß auch noch ein bisschen besser. 🙂
Den ganzen Klimbim hab ich jetzt daheim, aber in meinem Büro sieht’s ja keiner. Ich mach abends die Tür zu und fertig.

Alles in allem ist das Homeoffice, auch wenn die Technik manchmal zickt und man sich mühselig mit den Kolleg*innen abstimmen muss, der beste Arbeitsplatz, den ich in meiner gesamten beruflichen Laufbahn hatte. Mal sehen, wie lange das noch dauert …

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