Jens Rassmus (Text und Illustration): Juhu, LetzteR! – Die neue Olympiade der Tiere (ab 5 J.)

Jens Rassmus (Text und Illustration): Juhu, LetzteR! – Die neue Olympiade der Tiere (ab 5 J.), Wien 2020, G&G Verlagsgesellschaft, ISBN: 978-3-7074-5237-2, Hardcover, 64 Seiten, mit Illustrationen in Farbe und Schwarzweiß, Format: 22,5 x 1,2 x 28,4 cm, EUR 16,95.

Abb.: (c) G&G Verlag

Kein Wunder, dass das tierische Publikum einschläft! Bei jeder Tier-Olympiade ist es dasselbe: Beim Hochsprung gewinnt der Puma, beim Kugelstoßen der Orang-Utan, beim 100-Meter-Lauf der Gepard, beim Wettschwimmen der Orca und beim Boxen das Känguru. Das ist ja stinkfad!

Als der Elefant vor Müdigkeit von der Tribüne purzelt und dabei einen Großteil der Zuschauer mit in die Tiefe reißt, wird allen Tieren klar, dass das so nicht weitergehen kann. Diese Olympiade ist so, wie sie ist, nicht nur langweilig, sondern lebensgefährlich!

Olympiade mit ganz neuen Regeln

Hamster und Zwergmaus haben eine geniale Idee: Man muss nur die Regeln ändern, damit auch mal die gewinnen, die sonst immer verlieren. Dann wird die Sache gleich viel interessanter. Wie das gehen soll? Das sieht man gleich beim ersten Wettkampf. Es treten Tiere an, die für die jeweilige Disziplin denkbar ungeeignet sind, und wer am schlechtesten abschneidet, gewinnt. Kellerassel, Walross und Maulwurf machen zum Beispiel Hochsprung. Die Assel schafft satte zwei Millimeter und freut sich: „Juhu! Das war richtig schlecht!“ (Seite 22). Das Walross springt gar nicht erst. Diese Leistung ist nicht mehr zu unterbieten. Oder …?

Auf für erwachsene Leser*innen ist es zum Piepen, wenn Frosch, Meise und Schmetterling sich mit mehr als unhandlichem Equipment beim Kugelstoßen abmühen, Schnecke, Schildkröte und Gepard um die Wette rennen und der Elefant das Wettschwimmen aufmischt. Und was Hamster und Pinguin sich einfallen lassen, um als schlechteste Boxer der Welt in der Geschichte einzugehen, ist einfach zu gut! 😀

Gratuliere  – ihr wart erstklassig schlecht!

Diese etwas andere Olympiade ist ein voller Erfolg. Teilnehmer und Publikum sind mit Feuereifer dabei, wenn die schlechtesten Sportler gekürt werden. 

„Liebe Verliererinnen und Verlierer“, rief die Zwergmaus. „Ihr habt alle Erwartungen untertroffen! Ihr wart erstklassig schlecht. Wir sind sehr stolz auf euch!“ Alle bekamen eine Goldmedaille umgehängt, und das Publikum toste.“(Seite 54) Ich glaube, den Satz mit den Erwartungen werde ich in meinen Sprachgebrauch aufnehmen.

Die Tiere haben einen Mordsspaß und die kleinen und großen Leser*innen ebenso. Es ist herrlich zu sehen, wie hier der Einfallsreichtum über körperliche Vorzüge und Stärke triumphiert, Versagen auf einmal das Ziel ist und Frust und Leistungsdruck fröhlich-kreativem Unfug weichen. 

Die Illustrationen gehen in Richtung Karikatur und sind nicht durchgehend farbig. Manche Seiten enthalten „nur“ s/w-Strichzeichnungen. Witzig sind sie alle, und so denke ich, dass das junge Publikum die Farbigkeit nicht vermissen wird. Vielleicht malen sie die Tiere selber aus.

Abb. (c) G&G Verlag / Foto: E. Nebel

Der Autor/Illustrator

Jens Rassmus wurde 1967 in Kiel geboren, studierte Illustration in Hamburg und Schottland. Er illustriert und schreibt Bücher, wofür er vielfach ausgezeichnet wurde. Zuletzt erhielt er den Österreichischen Bilderbuchpreis. Seine Bilder sind von besonderem Zauber, voller Geheimnisse und Überraschungen. Mit seiner Familie lebt er in Kiel.

Rezensentin: Edith Nebel
E-Mail: EdithNebel@aol.com
www.boxmail.de

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