Kerstin Fielstedde: Adventskalender „Die Weihnachtsverschwörung“. Eine Katzen-Weihnachtskomödie in 24 Kapiteln

Kerstin Fielstedde: Adventskalender „Die Weihnachtsverschwörung“. Eine Katzen-Weihnachtskomödie in 24 Kapiteln, Münster 2020, Coppenrath-Verlag, ASIN : B082PQ71XP, Adventskalender mit eingesteckten Zetteln, nostalgische Illustrationen von Barbara Behr, Katzenzeichnung von Lilla Varhely, farbig, mit goldfarbener Folienprägung, Format: 48,5 x 1 x 55,8 cm, EUR 15,00.

Abb.: © Coppenrath-Verlag

„Tu was, Ian“, jammerte Indy. „Die fressen unseren Thunfischvorrat auf!“ (Kapitel vom 13. Dezember)

Also, einen Adventskalender habe ich auch noch nie rezensiert! Aber einen wie diesen habe ich ja auch noch nie zuvor gesehen. Statt Schokolade oder Krimskrams gibt’s eine weihnachtliche Katzengeschichte, die sich in 24 Kapitel aufteilt. Die einzelnen Kapitel stehen auf durchnummerierten, liebevoll gestalteten und klein gefalteten Blättern, die man jeweils suchen und aus den Schlitzen des Kalenders herausfummeln muss.

Ehe ich auf die Geschichte eingehe, zeige ich mal, wie das funktioniert:

So schick verpackt wird der Kalender geliefert. Durch die Folie sieht man schon die nummerierten Blätter.

Abb.: © Coppenrath-Verlag, Foto: E. Nebel

Man entfernt die Folie, hängt den Kalender auf und entnimmt jeweils das Kapitel des Tages.

Man faltet das Blatt auf und liest.

Auf der Rückseite der Zettel findet sich jeden Tag eine andere Illustration, passend zu dem, was gerade in der Geschichte passiert.

Abb.: © Coppenrath-Verlag, Foto: E. Nebel

Mit Witz und Remmidemmi

Kenner*innen von Kerstin Fielsteddes abgedrehten iCats-Katzenkrimis KAMIKATZE und KATERMINATOR aus dem Emons-Verlag ahnen schon, was inhaltlich ungefähr auf sie zukommt: mehr Witz und Remmidemmi als Kitsch und Besinnlichkeit. Und so dürfte dieser Adventskalender nicht nur Kindern gefallen, sondern Katzenfreund*innen jeden Alters.

Kommen wir zum Inhalt: Die Maine-Coon-Katzen Indy und Ian wundern sich über das veränderte Verhalten ihrer Zweibeiner. Die kaufen plötzlich ein, putzen, räumen, rümpeln und kochen als ob sie’s bezahlt bekämen. Die Dosenöffnerin verändert sogar die Farbe ihres Fells: statt scheckig ist es auf einmal feuerrot und riecht streng nach Ammoniak. Den Grund für all diese hektischen Aktivitäten erfahren sie auch irgendwann: „Weihnachten“ – wer oder was immer das sein mag.

Hilfe, die Verwandtschaft kommt!

Diese unverständlichen Spinnereien ihrer Menschen nehmen Indy und Ian mit kätzischer Gelassenheit hin, bis sie erfahren, dass „Weihnachten“ mit dem Besuch der gesamten menschlichen Verwandtschaft verbunden ist: Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, Schwäger und Schwägerinnen, Kinder, alle fallen zur selben Zeit in der Wohnung ein – sogar mit einem Hund. Schlimmer noch: Es bleiben welche über Nacht! 

Ist Weihnachten noch zu verhindern?

Nee, also, da hört für Indy und Ian der Spaß wirklich auf! Sie wollen keine Menscheninvasion in ihrem Revier und erst recht keinen Hund. Sie wollen ihre Ruhe! Und so schmieden sie einen haarsträubenden Plan, um Weihnachten zu verhindern. Schwierig, wenn man gar nicht genau weiß, was Weihnachten überhaupt ist. Aber wenn’s chaotisch zugeht und es nichts zu futtern gibt, dann wird sich der unerwünschte Besuch doch sicher auf dem Absatz umdrehen und gleich wieder verschwinden, oder?

Die zwei Katzen lassen sich allerhand einfallen. Und jedes Kapitelchen hat einen kleinen Cliffhanger am Schluss, so dass man sich fragt: „Was, um Himmels Willen, wird wohl morgen geschehen?“ Ob die zwei Katzen mit ihren tierischen Sabotageakten gegen die Weihnachtsstimmung der Zweibeiner anstinken können? Im wahrsten Sinne des Wortes …

Für die Menschenkinder ist ein Adventskalender ein Mittel, um die Wartezeit auf das ersehnte Weihnachtsfest zu versüßen. Für die Katzen in der WEIHNACHTSVERSCHWÖRUNG sind die 24 Tage ein Wettlauf mit der Zeit, um eine vermeintlich große Katastrophe abzuwenden.

Zur Wiederverwendung

Wenn man den Kalender pfleglich behandelt und die Zettelchen nach dem Lesen ordentlich gefaltet in die dafür vorgesehenen Schlitze zurücksteckt, kann man ihn glatt wiederverwenden. Oder kommt man nur als sparsame Schwäbin auf so eine Idee? Ich fand den Kampf der Katzen gegen die Weihnachtsstimmung so klasse, ich würde die Geschichte auch mehrfach lesen. Es wäre schade, wenn dieser aufwändig gestaltete und vermutlich in Handarbeit mit den Zetteln bestückte Adventskalender nach einmaligem Gebrauch gleich im Altpapier landen würde. Also, ich hebe meinen auf!

Die Autorin

Kerstin Fielstedde, in Wolfsburg geboren, ist Diplom-Designerin. Nach leitender Funktion als Art- und Kreativ-Direktorin in Werbeagenturen gründete sie ihre eigene Agentur. Sie ist außerdem Produkt- und Interior-Designerin sowie Illustratorin. www.i-cats.de

Die Illustratorinnen

Barbara Behr, geboren 1955 in Bonn, arbeitete nach einer Schauspielausbildung und Töpferlehre zunächst als selbständige Töpferin und Designerin, wo sie ihre Arbeit vom Kunsthandwerk zur Kunst verlegte.  Seit 1999 arbeitet sie als Illustratorin von Büchern, Papeterieprodukten, Textilien sowie Dekorationsartikeln und zählt inzwischen namhafte Firmen zu ihren Kunden, allen voran den Coppenrath Verlag, Münster. Barbara Behr lebt und arbeitet in Sankt Augustin bei Bonn.

Lilla Varhelyigeboren und aufgewachsen in Ungarn, studierte in Budapest Musik. Seit 1986 lebt sie in der Eifel und arbeitet als Musikerin. Ihr zweites Standbein ist die Malerei. www.lillavarhelyi.de

Rezensentin: Edith Nebel
E-Mail: EdithNebel@aol.com
www.boxmail.de

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.