Isabella Renitente: Treffen sich zwei Tomaten … Ein Lachbuch

Isabella Renitente: Treffen sich zwei Tomaten … Ein Lachbuch, Norderstedt 2020, BoD – Books on Demand, ISBN 978-3-75198435-5, Softcover, 104 Seiten mit farbigen Fotos, Format: 14,7 x 1,2 x 20,9 cm, EUR 13,99.

Abb.: (c) I. Renitente / BoD

„Unter Tomatisten gilt die Tomate als ausgesprochen gesellig. Sie gedeiht in strukturierten Hierarchien und tritt weit überwiegend im Rudel auf, wobei Nasentomaten regelmäßig in Führungspositionen zu finden sind. (…) Die Tomate ist multilingual und neigt zur Geschwätzigkeit. Führende Wissenschaftler haben das interaktive Kommunikationsverhalten der Tomate untersucht und dokumentiert. Der folgende Bericht enthält einen Auszug aus ihren Forschungsergebnissen.“ (Seite 8)

Von allein wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass sich das Gemüse in der Küche irgendwas Interessantes zu erzählen hätte. 😉 Dann habe ich bei Facebook die Fotocartoons von Isabella Renitente gesehen und schmunzelnd die „Gespräche“ zwischen der frechen Nasentomate Johannes, seinen Artgenossen sowie Paprika, Kürbis, Gurken, Auberginen & Co. verfolgt. 

Also, sehr viel anders als bei den Menschen geht es im Gemüsefach offenbar auch nicht zu! Es gibt Angeber und Lästermäuler, politisch Engagierte und solche, die immer aus der Reihe tanzen müssen, es gibt pralles junges Gemüse und runzelige ältere Exemplare, große und kleine, Tomatoes of Color und sogar welche mit üppigem Dekolletee! 

Lustig ist das Gemüseleben

Als ich las, dass die Autorin aus ihren Internet-Cartoons einen Bildband gemacht hat, habe ich zugegriffen. Schon allein die Genrebezeichnung „Lachbuch“ ist klasse! Wenn es Sachbücher gibt, ist es ja nur folgerichtig, dass es auch Lachbücher gibt. Schließlich weiß jedes Kind, dass Lach- und Sachgeschichten existieren. Zumindest, wenn es „Die Sendung mit der Maus“ kennt.

Nachdem man sich durch ein paar Cartoons durchgekichert hat, fängt man tatsächlich an, die abgebildeten Vertreter der verschiedenen Gemüsesorten als Individuen wahrzunehmen. Tomaten & Co. haben ein Familien- und Sozialleben, sind beruflich aktiv – oder auch nicht – und ein S e x u a l l e b e n haben sie anscheinend auch, und zwar ohne, dass Blümchen und Bienchen involviert wären. Wer hätte das gedacht?

„Solange der Tarifvertrag Taschengeld noch läuft, wird nicht gestreikt. Ist das klar?“
(Seite 41, © Isabella Renitente)
„Lilo ist zum Essen gekommen“ – „Und sie hat die gesamte Mischpoke mitgebracht.“ 
(Seite 51, © Isabella Renitente)
„Hieß es in Ihrer Kontaktanzeige nicht ‚Sportlicher ER in den besten Jahren, jünger aussehend …’?.“ 
(Seite 57, © Isabella Renitente)

Die fast 50 farbigen Fotocartoons sind auf hochwertiges, glänzendes Papier gedruckt. Dadurch kommen die Bilder toll zur Geltung, was ich hier mit meinen abfotografierten Bildausschnitten nur unzureichend wiedergeben kann. 

Die Schrift in den Bildern ist ein bisschen klein, und wenn die Sprechblase nicht ganz weiß ist, sondern ein bisschen was vom Hintergrund durchscheint, ist der Text trotz Brille nicht ganz leicht zu lesen. 

Tomaten sind auch Leute!

Jedem Cartoon steht ein kurzer unbebildeter Gemüsewitz gegenüber. Manche sind so flach wie die Tomaten rund sind, aber das ist pure Absicht. 😀 

„Welche Tomaten sind die teuersten? – Die Geldautomaten.“ (Seite 54)

„Wie nennt man das intelligenteste Gemüse? – Schlaubergine.“ (Seite 96)

Ein paar englische Witze sind auch dabei: „What does a father tomato say to the baby tomato whilst on a family walk? – Ketchup!“ (Seite 68)

Wer Sinn für kreativen Unsinn hat und/oder schon immer mal wissen wollte, was sich in der heimischen Küche abspielt, wenn man nicht zuhause ist, ist bei diesem Büchlein richtig.

Ob man es als Urheber solcher Cartoons fertigbringt, seine Models nach dem Fotoshooting zu verspeisen? Jetzt, wo ich weiß, Tomaten auch Leute sind, stelle ich mir das schwierig vor.

Die Autorin

Isabella Renitente ist Juristin und lebt mit ihren Katzen im Norden von Hannover. Bekannt wurde sie durch die Reihe „Der Chaoskater“, Geschichten für Katzenhalter und solche, die es noch werden wollen. Von ihr liegen vor: „Der Chaoskater: Von Katern, Hunden und anderen Katastrophen“, „Der Chaoskater: Besser eine Katze im Auto als ein Jaguar in der Garage“,  „Der Chaoskater, Glücklich ist das Haus mit mindestens einer Katze“, „Der Chaoskater: Vor roten Katzen wird gewarnt“, „Do you speak Katze? No, only a paar Kratzer“, „Spot(t)light“, „Vom artgerechten Umgang mit Hausmenschen“, „Edelsplitt & Zierkies – Über multiresistente Steine in Ungärten“. Weiteres zur Autorin: www.isabella-renitente.de

Rezensentin: Edith Nebel
E-Mail: EdithNebel@aol.com
www.boxmail.de

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