Stefan & Simon Rasch, Anja Abicht: Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes (5 – 7 Jahre), Wien 2024, Hasenfrosch-Verlag, ISBN 978-3-9505678-0-9, Hardcover mit Lesebändchen,208 Seiten mit farbigen Illustrationen von Anja Abicht, Format: 20,1 x 2,16 x 28 cm, EUR 28,70, auch als Hörbuch lieferbar.

Ich habe geahnt, dass dieses Buch auf unterhaltsame Weise schräg sein würde – und ich hatte recht! Vielleicht liegt das unter anderem an seiner Entstehungsgeschichte. Wenn ja, sollte man viel öfter Kinder aus der angepeilten Zielgruppe in die Kinderbuch-Konzeption einbinden. Ohne die vielen Einfälle und Korrekturen des damals fünfjährigen Simon wären die fantasievollen Namen, Figuren und Wendungen der Geschichte nicht entstanden, verrät uns das Autorenteam ganz am Schluss.
Das Gasthaus am Ende der Welt
Doch von vorn: In einer Bucht am Ende der Welt betreibt der Hase Hollywood ein Gasthaus. Zu Zeiten seines Urgroßvaters hieß dieses noch „zum fröhlichen Oktopus“. Inzwischen sind ein paar Buchstaben von der Wand gefallen und alle nennen es nur noch „Zum fröhlichen Pups“.
Dem Hasen ist das egal. Er betreibt die Gaststätte zusammen mit der Barfrau Kate – einer energischen Katzendame -, dem Koch Giovanni – einem Mäuserich, der schon bessere Zeiten gesehen hat – sowie dem Nilpferd Mama Lu, das hier Mädchen für alles ist. Der Mann fürs Grobe ist Orang-Utan „Affe“. Der ist zwar nicht besonders helle und kann auch nur drei Wörter sprechen, dafür besitzt er enorme Muskelkräfte, was oft recht praktisch ist.
Ein Piraten-Captain bringt Ärger – und ein Ei
Die fünf ungleichen Kollegen wursteln friedlich vor sich hin, bis es eines Tages einen gefährlichen Gast in ihre Wirtschaft verschlägt: den Piratenkapitän Grühnzahn, ein Krokodil. Der ist ebenso gefräßig wie unfreundlich und rennt am Ende ohne zu bezahlen davon. Seinen Seesack lässt er dabei liegen. Da ist aber leider nichts Verwertbares drin. Nur der Affe hat seinen Spaß: Er hat in dem Sack einen Glitzerball gefunden, mit dem er begeistert spielt.
Der Ball entpuppt sich als Ei. Das Tierchen, das ihm entschlüpft, hat selbst der belesene Hollywood noch nie gesehen. Ist es ein Drache? Ein Einhorn? Man einigt sich auf „Drachhorn“ und gibt dem Kleinen aus bestimmten Gründen den Namen „Chili“.

Das kleine Drachhorn kann nicht bleiben
Die kleine Chili ist putzig und hält den Affen für ihre Mama. Aber sie wächst rasant und braucht bald mehr Nahrung als die „Pups“-Mannschaft herbeischaffen kann. Es hilft nichts: Sie müssen Chili zurück zu ihrer richtigen Familie bringen. Ob ihnen die zerknitterte Landkarte aus Captain Grühnzahns Seesack dabei hilft? Neben allerhand gruseligem Zeug steht da auch was von einem Drachenland.
Sie haben keine Wahl, sie müssen es riskieren! Jetzt brauchen sie ein Transportmittel. Das steuert Erfinderkater Dimitri bei, der auf einem Schrottplatz haust und dort allerhand seltsame Geräte baut. Er hat genau das, was Hollywood und seine Kollegen für ihre Mission benötigen: das erste Lokomotive-Dampfschiff-Rennauto der Welt!
Alle sind begeistert, nur Hollywood nicht. Er hat’s nicht so mit Abenteuern und würde am liebsten zuhause bleiben. Er ist halt ein Hasenfuß. Doch Barkatze Kate kennt kein Erbarmen: Er ist der Chef, er muss mit! Zu fünft machen sie sich also auf den Weg: Hase Hollywood, Katze Kate, der kochende Mäuserich Giovanni, der Affe – und natürlich Chili, denn um die geht’s ja.
Eine Mission voller Abenteuer
Es passiert genau das, was der Hase befürchtet hat: es gibt eine Aufregung nach der anderen! Die Fahrt auf dem Fluss des Verderbens endet nass und unerfreulich. Im Bunten Tal versagt ihr Kompass. Die Einheimischen dort sind zwar für uns Leser:innen lustig, erweisen sich aber als recht unkooperativ. Das ist noch gar nichts im Vergleich zur Begegnung mit der Gemeinen Sumpf-Gnarze! Hoffentlich tut Kates „Trank der Löwenkraft“ seine Wirkung …!
Der Brüller ist das nächtliche Zusammentreffen der Freunde mit einer berüchtigten Hexe. Ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit Giovannis spontaner Reaktion! 😀 Das ist das Schöne an dieser Geschichte: Sie ist originell, skurril, kreativ – und dadurch unvorhersehbar.
Die Reisegruppe muss bald feststellen: Der Umgang mit Zaubersprüchen will gelernt sein. Und man sieht sich immer zweimal im Leben, auch wenn man das gerade gar nicht gebrauchen kann. Unerwartet erscheint Captain Grühnzahn samt seinen Piraten und will seinen Kram wiederhaben! Wie werden die Freunde nur mit diesem M*stkerl fertig? Werden sie es jemals schaffen, das kleine Drachhorn wieder zu seinen Eltern zu bringen? Und kommen sie heil wieder nach Hause?
Überbordende Fantasie, lustige Details
Ich liebe diese überbordende Fantasie in Wort und Bild! Man sollte sich alles ganz genau ansehen, um nur ja kein Detail zu verpassen! Und unbedingt die kleinen Fußnoten mitlesen!
Ob die Geschichte nun pädagogisch wertvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Ist mir auch nicht so wichtig. Es ist aber sicher ein Mordsspaß für die Kinder – und für Kindsköpfe reiferen Alters. 😉
Die Autoren
Stefan Rasch wurde 1979 in Wien geboren und leitet seit über 25 Jahren die Digitalagentur screenagers. Nebenbei arbeitet er als Berufssprecher für Radio und Fernsehen. Er hat das Softwareunternehmen involve.me mitgegründet und betreibt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin die Tomorrow Academy, einen Fortbildungsanbieter für die Kreativbranche. „Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes“ ist sein erster Roman, den er gemeinsam mit seinem Sohn Simon geschrieben hat.
Simon Rasch, 2015 in Wien geboren, ist ein kreativer Kopf und Tüftler. Er hat den Roman „Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes“ gemeinsam mit seinem Papa geschrieben und sich die wichtigsten Figuren ausgedacht. Mit seiner kindlichen Perspektive hat Simon dafür gesorgt, dass die Geschichte immer lustig und spannend bleibt.
Die Illustratorin
Anja Abicht ist die Mutter von Simon Rasch, wurde 1983 in Halle an der Saale geboren und hat schon als Kind ständig gezeichnet. Sie hat Medien- und Kommunikationswissenschaften, Psychologie und BWL studiert und einen MBA in Nachhaltigkeitsmanagement. In Berlin hat sie viele Jahre lang für den Art Directors Club den Fortbildungsbereich aufgebaut, bevor sie 2015 in Wien die Tomorrow Academy gründete. Sie hat alle 250 Bilder in „Hase Hollywood“ ganz oldschool ohne Computer mit Pinsel und Aquarellfarben gemalt. Mehr Infos: https://www.hasehollywood.com/
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Rezensentin: Edith Nebel
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