Benedikt Weber: Ein Fall für die schwarze Pfote. In geheimer Mission (8 – 10 Jahre)

Benedikt Weber: Ein Fall für die schwarze Pfote. In geheimer Mission, Doppelband, enthält die Romane HUGO AUF HEISSER SPUR und GELD ODER LEBEN!, Hamburg 2015, Oetinger Taschenbuch, ISBN 978-3-8415-0355-8, Softcover, 275 Seiten, mit s/w-Illustrationen von Zapf, Format: 12,6 x 2,3 x 18,9 cm, Buch: EUR 6,00. Kindle-Edition gibt’s nur für die Einzelbände, und zwar vom Tulipan-Verlag, bei dem die Bücher bereits 2011 erschienen sind.

Abbildung: (c) Oetinger Taschenbuch
Abbildung: (c) Oetinger Taschenbuch

Band 1: HUGO AUF HEISSER SPUR

Der zehnjährige Merlin Feldmann aus dem Dörfchen Hommelsdorf hätte so gerne einen Hund, aber sein Vater ist strikt dagegen, auch wenn er sonst ein recht cooler Dad ist, der eine Spinnenfangmaschine erfunden hat und die Sauberkeit der Dachrinne mittels eines Modellhubschraubers mit eingebauter Webcam kontrolliert.

Als Merlin mit seiner Schulkameradin, der schlauen und technikbegeisterten Charlotte „Charlie“ Gymnich, durch die Hinterhöfe stromert und dabei einen ausgesetzten Hundewelpen findet, kann er nicht anders: Er schmuggelt den Kleinen ins Haus und versteckt ihn im Kinderzimmer. Nur seine Schwester Ida bekommt das mit, aber die ist mit ihren zwei Jahren noch zu klein, um ihn zu verraten.

Ausgerechnet beim Besuch der tierlieben und überaus vermögenden Tante Friede fliegt die Sache auf. Friede ist vorbeigekommen, um der Familie ihren Verlobten vorzustellen. Das ist für Merlins Eltern nicht der richtige Zeitpunkt, um wegen des Welpen ein Theater zu machen. Also tun sie so, als gehöre Hund Hugo offiziell zur Familie. Danach gibt’s kein Zurück mehr. Hugo bleibt.

Dafür könnte sich, wenn es nach Merlin ginge, Friedes Verlobter gern wieder zum Donnerwetter scheren. Allein schon sein Name: Berno von Schlappenau! Und dann noch das schnöselige Benehmen und das angeberische Geschwätz! Merken die Erwachsenen denn nicht, dass alles, was er sagt, irgendwie unehrlich klingt? Und dass er immer, wenn man etwas von seinen angeblichen tollen Besitztümern sehen will, eine Ausrede parat hat?

Mit dem Knaben stimmt was nicht, davon ist Merlin überzeugt. Das sieht auch seine Freundin Charlie so. Ein stinkreicher Adeliger, über den man rein gar nichts im Internet findet? Sehr verdächtig! Der dritte im Freundesbund, Philipp „Fips“ Schuster, der immer hungrige Skateboarder und Meisterschwimmer, muss nicht lange überredet werden: Klar, dem dubiosen Verlobten der Tante fühlen sie auf den Zahn! Aus den drei Freunden und Hund Hugo wird zu diesem Zweck der „Detektivclub Schwarze Pfote“.

Hugo, die tierische Spürnase, ist es, der schließlich die entscheidende Spur findet. Sie führt zu einem klapprigen Auto, einer wenig einladenden Behausung und einem kleinen Pralinenladen. Was wird hier gespielt? Bei den Nachforschungen gerät einer der Freunde in große Gefahr …

Band 2: GELD ODER LEBEN!

Kaum ist das Abenteuer mit Tante Friedes seltsamem Verlobten überstanden, steht dem „Detektivclub Schwarze Pfote“ schon die nächste Aufregung ins Haus. Merlin geht zur Bank, um seine Spargroschen aufs Konto einzuzahlen und gerät mitten in einen Banküberfall. Hund Hugo nimmt die Verfolgung auf und beißt einem der beiden maskierten Bankräuber ein Stückchen Stoff aus der Hose. Die Räuber selbst entkommen.

Mit diesem textilen Beweisstück sollten sie eigentlich zur Polizei gehen, aber für die Ergreifung der Räuber gibt es eine Belohnung von 1.000,- Euro, und die würden sich die drei Hobbydetektive gerne verdienen. Also machen sie sich ans Werk und versuchen herauszufinden, was das für ein seltsamer Textilfetzen ist. Jeansstoff ist es nicht! Es sieht eher nach wasserfester Sportbekleidung aus. Und so kommt es, dass Merlin, Charlie, Fips und Hugo die Angler des Dorfes beschatten und Wasserratte Fips einen lebensgefährlichen Einsatz hat.

Action ohne Blutvergießen

Die Kinder-Krimireihe rund um den Detektivclub „Schwarze Pfote“ gibt’s schon länger. Seit 2011 sind im Tulipan-Verlag 11 Bände der Reihe erschienen. Oetinger bringt sie nun offenbar als Doppelbände auf den Markt.

Die Stories um die jungen Hobbydetektive sind actionreich ohne brutal zu werden, spannend und witzig. Die Abenteuer bewegen sich relativ nahe an der Wirklichkeit – einem Hochstapler oder einem Bankräuber kann man durchaus im realen Leben begegnen – wenngleich manche Nebenfiguren und Aktionen ein bisschen überspitzt dargestellt werden. Tante Friede und ihr Verlobter sind schon arg schräg. Die zickige Schuldirektorin schrammt auch kräftig an der Karikatur entlang, genau wie die Polizisten in der Bankräuber-Geschichte. 1:1 abgebildeter Alltag wäre aber nicht unterhaltsam, und so passt’s schon.

Merlin Feldmann, die Hauptfigur, ist der Normalo unter den Kids. In seiner Familie tobt das alltägliche Chaos mit Kindern und Hund. Papa Theo ist der rational denkende Tüftler und Bastler, die Mutter hat einen leichten Esoterikfimmel, was außer ihr niemand so recht ernst nimmt. Freundin Charlie stammt aus reichem Haus, hat ein Faible für Technik und immer die neueste Computer- und Handy-Ausrüstung zur Hand. Dafür scheint sich bei ihr daheim niemand so recht dafür zu interessieren, was sie macht, wann sie kommt oder geht. Ein weibliches Kindercliquen-Mitglied, das weder als Prinzessin noch als zimperliche Heulsuse dargestellt wird! Das gibt’s auch nicht alle Tage.

Fips Schuster, Merlins Nebensitzer in der Schule, ist – man kann es nicht anders sagen – ziemlich verfressen und nicht gerade der Schlankste. Ein Stubenhocker ist er trotzdem nicht. Er rast auf seinem Skateboard durch die Gemeinde, und schwimmen kann er wie ein Fisch. So verschieden die drei sind: Sie halten unverbrüchlich zusammen. Dass Charlie ein Mädchen ist, ist für die Clique genau so wenig ein Problem wie dass Fips ein paar Kilo zuviel auf den Rippen hat. Der absolute Held der Geschichten ist natürlich Hund Hugo. Er weiß genau, was man von ihm erwartet und zeigt bei den Ermittlungen des Detektivclubs stets vollen Einsatz.

Die Romane haben mit je ca. 130 Seiten eine überschaubare Länge. Die Schrift ist groß, die Sprache unkompliziert, die Kapitel kurz – also ideal für noch ungeübte Jungleser. Die Kurzkapitel sind auch zum Vorlesen geeignet. Und Zapfs lustige Illustrationen bringen das auf den Punkt, was Benedikt Weber erzählt.

Der Autor
Benedikt Weber, geboren 1974 in München, stand bereits für zahlreiche Kinder- und Jugendsendungen vor der Kamera. Heute ist er als Moderator, Regisseur und Produzent für diverse Fernsehsender tätig. Als Synchronsprecher leiht er internationalen Kino-, TV- und Animationsstars seine Stimme. Benedikt Weber lebt mit seiner Familie und seinem Labrador Hugo in München.

Der Illustrator
Zapf, 1980 in Berlin geboren, studierte Kunst und Deutsch auf Lehramt und merkte bald, dass er lieber Spuren auf Papier als Noten in Heften hinterlässt. Seit dem Studium ist er als freischaffender Illustrator im Jugend- und Kinderbuch tätig. Zapf lebt derzeit in Berlin. Mehr auf www.zapf-zeichnet.blogspot.de

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

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