Was vom Sommer bleiben wird

Nach rund zehn Jahren habe ich endlich wieder einmal drei Wochen Urlaub am Stück gehabt. Das ist über geraume Zeit hinweg aus privaten und beruflichen Gründen einfach nicht machbar gewesen.

Ich war nicht verreist, ich habe nur ganz gemütlich daheim in Haus und Garten herumgekramt, die Ruhe genossen und darüber gestaunt, wie entspannt man doch Dinge regeln kann, wenn man sich die Zeit dafür nicht aus den Rippen schneiden muss. Und wenn nicht nach Feierabend noch mehr Arbeit wartet, obwohl die Kraft für den Tag schon aufgebraucht ist und man nur noch aufs Sofa fallen will.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich liebe meinen Beruf und ich mag meine Kolleg*innen. Aber die Ruhe, die ich im Urlaub habe, vermisse ich das Jahr über doch.

Was vom Sommer bleiben wird? Eine kurzfristige Erholung, ein paar endlich erledigte Angelegenheiten, die Kerne der Sonnenblumen für Vogelfutter im Winter und für die neue Aussaat im Frühjahr. Und die Sehnsucht nach dieser Freiheit und Gelassenheit.

Fotos: Edith Nebel

Nachtrag: Ich hatte den Beitrag am Freitag noch der Online-Redaktion unserer Tageszeitung geschickt, weil die mich auf das Thema gebracht hatte. Normalerweise höre ich da nie wieder was. Dieses Mal hab ich nicht schlecht gestaunt, als ich meinen Beitrag am anderen Tag in der Printausgabe vorfand.

Abb. Esslinger Zeitung, 31.08./01.09. 2019

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